Als wir uns in die Stadt aufmachten, schlich sich schnell das komische Gefühl ein, dass hier evakuiert wurde und wir es eben nicht mitbekommen hatten... Alles, also alles (sogar McD...) hatte geschlossen, und wir sahen in der kompletten Fußgängerzone der 300000- Einwohner- Stadt niemanden. Keinen. Es herrschten 32 °C und Sonne, Spaziergangs- wetter. Okay, wir mussten lernen, dass sie es hier sehr streng nehmen mit der Siesta. Aber leider öffnete auch danach kein Restaurant.
Leichte Nervosität kam auf, wo nur etwas essen? Es wurde dann etwas später der Busbahnhof, und ja, es sah dort genau so aus wie sich das jetzt grade jeder Leser vorstellt! Hauptgang war eine Pizza, deren Belag aus einem Eimer voll Käse bestand, und die Nacht über einem Stein ähnlich im Magen lag... Aus Verzweiflung gingen wir ziemlich früh zu Bett.
Da wir ja extra nochmals einen Tag in Santa Fe hinzu gebucht hatten beschlossen wir, am nächsten in die benachbarte Stadt Parana am gleichnamigen Fluss zu fahren; immerhin sagte auch unser Reiseführer, dass diese lukrativer sei. Im local bus und für 80 ct pP kamen wir dorthin. Zweiter Weihnachtstag, noch immer war vieles geschlossen. Die City verfügt über eine Plaza, eine Kathedrale und ein paar mehr oder weniger sehenswerte Gebäude. Also ab in die Fußgängerzone, aber na ja, so üppig war da auch nicht bestückt. Wir begaben uns, und es war ein Stück, zum Flussufer, der als Ausgeh- und Flaniermeile beschriebenen Straße den Strand des Paranaflusses entlang. Mit Mühe fanden wir eine Kneipe, wo man außen sitzen und etwas trinken konnte, neben einer Handvoll Anglern und wenigen Joggern weit und breit niemand! Es wurde dunkler und gewittrig, und wir erreichten eben rechtzeitig den Busbahnhof, um zurück zu fahren.
Den nächsten Tag hatten alle Geschäfte auf und die Fußgängerzone war belebt. Sofort wurde dies für einen Einkaufsbummel genutzt... Dann beschlossen wir, nochmals Bargeld nachzulegen. In allen Banken der City und an allen Automaten erhielt ich aber den Hinweis, dass ich diese Karte hier nicht nutzen kann. So sehr verunsicherte uns das (immerhin nutzen wir diese Karte deshalb für Bargeldabhebungen, weil sie kostenfrei ist), dass wir schleunigst ein Internet suchten und das Konto checkten; aber alles okay. Am späten Nachmittag zog ich nochmals los und fand eine noch nicht ausprobierte Bank, da gings. Wir vermuten, dass die Halsabschneider einfach nicht gebührenfrei auszahlen wollen und deshalb diesen Hinweis eingeben. Die Stadt verfügt über einen Hafen, wenngleich es auch nur ein etwas breiteres Becken mit einem Katamaran ist. Dort befinden sich eine mall und ein Casino sowie ein toll aussehendes Restaurant. Wir holten uns fast einen Nasenbeinbruch an der gläsernen Tür, als wir um halb sieben mit knurrendem Magen eintreten wollten. Sie öffnen um neun! Also vertrieben wir uns die Zeit im Casino, und eine erneute Meisterleistung bescherte uns einen wenn auch überschaubaren Verlust. Dafür aßen wir sehr gut, waren natürlich die ersten dort, und die Rechnung bliebt günstig. Klar, sie nehmen ja auch für eine Flasche Wein zwischen fünf und zehn Euro; gibt natürlich auch teurere, aber bisher hatten wir gute Treffer.
In einem Supermarkt waren wir auch, um einzukaufen und Studien zu treiben. Es machte uns teilweise sprachlos. So zahlen sie hier zum Beispiel für 500 g Barilla- Spaghetti 6,90 €, für eine vernünftige Zahncreme 6,50 €, für eine Flasche Olivenöl 9,95 €, für das Kilo Tomaten 2,50 €. Wurst, Fleisch und Käse ist wie bei uns, Bier und Wein sind billig, Brot auch (gibt aber quasi nur Weißbrot), für einen Liter Mi
neralwasser nehmen sie - im Supermarkt - gerne mal bis zu 1,80 €...
Demnächst startet unser Nachtbus und wir haben 16 Stunden vor uns bis Iguazu, worauf wir uns sehr freuen. Mal sehen, ob sich die teuren tickets (Cama, das ist eine Art Schlafabteil) gelohnt haben.
Auf bald, machts gut und liebe Grüße, M & T
