Wir starteten unsere Stadttour an einem milden, aber grau verhangenen Tag, und wir starteten am wohl meist fotografierten Ort der Stadt, nämlich bei der Mission "The Alamo". Ein berühmtes Stück Geschichte, hielten doch dort zu Beginn des 18. Jahrhunderts zuletzt 32 tapfere Texaner bis zum letzten Schuss aus und leisteten der hundertfachen mexikanischen Übermacht erbitterte Gegenwehr. Trotzdem war die Mission nicht zu verteidigen und die Schlacht am Ende verloren. Vielen Texanern gilt "The Alamo" als die "Wiege von Texas"; wir konnten das emotionsloser angehen.
Die Stadt selbst spach, so war unser Eindruck, mehr spanisch denn englisch. Vielleicht das beeindruckendste war für uns der "River Walk", denn ähnlich den Grachten in holländischen Städten konnten wir an solchen Wasserläufen entlang Kilometer weit durch die City schlendern. Wunderbar angelegt, und an Restaurants und Kneipen wurde nicht gespart. Das hat uns sehr gefallen. Natürlich gibt es Kirchen und Gebäude in der Stadt, und auch das haben wir gesehen.
Besonders ein Viertel hatte es uns angetan, es heißt "Sauerkraut- Bend". Zur Erklärung: Deutsche Einwanderer begannen Anfang des 19. Jahrhunderts, an einer Biegung des Flusses zu bauen, und sie bauten ihrem Kaiser Wilhelm zu Ehren eben in jenem Wilhelminischen Stil, der sich doch sehr sowohl vom amerikanischen wie vom mexikanisch geprägten unterschied. Daher lautet der andere - und neuere - Name des Ortsteils auch "King William". Jedenfalls eine sehenswerte Ecke und ein Häuschen schmucker als das andere.
Wir schlossen mit der Stadt ab, indem wir einen Tag für den "Missiones Trail" investierten. Vier aus der Zeit Anfang des 18. Jahrhunderts stammende Missionen, die auf einer Strecke von etwa 20 Kilometern verteilt stehen und mehr oder weniger gut erhalten blieben. Dazu sahen wir noch ein kleines Überbleibsel des Bewässerungssystems, das die Missionare über für damalige Verhältnisse weite Strecken installieren ließen.
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| Mission "Concepcion" (1731) |
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| Mission "San Jose" (1720), für uns die schönste |
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| Mission "San Juan" (1731). Hier gab es 1762 Herden mit 3400 Rindern u d 3500 Schafen |
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| Mission "Espada" (1731) |
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| Letzter Rest des "Äquadukts", des Bewässerungssystems für die Felder der Missionen |
Zwischen zwei Städten, schließlich hieß unser nächstes größeres Ziel Houston, wollten wir wieder etwas Natur haben, und warum nicht in die Prärie? Schon der Name "Attwater Prairie Chicken National Wildlife Refuge" klang verlockend, und wie zu lesen war, seien dort ganz besonders witzig aussehende Präriehühner zu beobachten. Eines sahen wir sogar bereits etliche Meilen vorher am Straßenrand, allerdings im Vorüberfahren.
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| So schauen sie aus, diese Präriehühner |
Wir nahmen den Umweg also vorfreudig in Kauf, und dann: Erstens wurde gerade ziemlich intensiv an einer neuen Straße gebaut, zweitens war der zu fahrende Fünf- Meilen- Loop deshalb gesperrt, drittens haben sie für das gesamte, riesige Gebiet laut Ranger momentan nur etwa 100 Tiere, und letztlich sei die gute Zeit, um diese Tiere überhaupt zu sehen, der April. Dankeschön! Wir machten ziemlich gefrustet einen Spaziergang und fuhren danach unseres Weges...
Weihnachten.
Hier wird ja anders gefeiert als bei uns. Erst einmal gibt es den "Heiligabend" als solchen nicht. Die Geschäfte haben geöffnet, wenngleich nicht ganz so lange abends wie gewohnt. Im Restaurant merkt man kaum Unterschiede, es ist voll wie immer. Am Weihnachtstag ist dafür nahezu alles geschlossen und es ist nicht einfach, für abends ein Restaurant zu finden. Der "Zweite Feiertag" existiert hier nicht.
Wir hatten uns vorgenommen, im "outback" zu essen an "Heiligabend", und nur weil uns der Hunger relativ frühzeitig dorthin trieb, mussten wir nicht (wie die eine halbe Stunde später eintreffenden Leute) ewig lange auf einen Tisch warten. Wir können über sehr fein gegrillte Shrimps vorweg und ein vorzügliches Maki- Filet (mit Folienkartoffel natürlich) sowie ein fast 650 g schweres und perfekt medium- rare gegrilltes Ribeye berichten. Ach, und dann bemerkten wir doch noch, dass irgendwie Weihnachten war, denn einige der dortigen Servierer trugen plötzlich Weihnachtsmützen...
In der Stadt waren wir "ein bisschen" unter uns - also eigentlich begegneten wir in der Millionenstadt einer Hand voll Touristen und ungefähr 25 Autos. Eine leere Stadt am Weihnachtstag, aber klar, die Menschen feiern auch hier Weihnachten vorwiegend zuhause. Aber wir konnten darauf natürlich keine Rücksicht nehmen und schauten uns trotzdem dort um.
Die City von Houston ist trotz der skyline nicht wirklich riesig. Wir erlebten mit 29° C (und vermutlich mehreren hundert Prozent Luftfeuchtigkeit...) aber die höchsten Weihnachtstemperaturen hier seit aufgezeichnet wird, und der Rekord von 1982 wurde deutlich überboten. Vielleicht blieben die Leute auch deshalb zuhause, und wer konnte, gönnte sich in irgend einer Form eine Abkühlung.
Und schließlich befindet sich in Houston, also eigentlich rund 50 Kilometer außerhalb der Stadt, noch das "Lyndon B. Johnson (NASA) Space- Center". Daran kommt und will man nicht vorbei. Ungünstig für uns war, dass am Vortag wegen Weihnachten geschlossen war, dass Samstag war, dass gerade Ferien waren und dass auch noch schlechtes Wetter herrschte. Unfassbar, wieviele Menschen das gleiche vor hatten wie wir...
Ein lohnender Aufenthalt in Houston neigte sich also seinem Ende.
Wie weiter: Wir werden östlich fahren, in aller Ruhe, mal sehen, was kommt. Wir lassen bewusst offen, wo und wie unser Jahr endet, womöglich in der "Diaspora"... Allen wünschen wir, dass Ihr die Weihnachtstage gut verbracht habt und dass Silvester ein gelungener Tag für Euch wird.
Seid herzlich gegrüßt bis zum nächsten Beitrag,
M & T
PS:
Danke für die vielen Komplimente zum
"Weihnachtsbeitrag".










































































