In der größten Stadt des Landes, in Guayaquil, kamen wir per Nachtbus an. Regen. Aber ein Busterminal, das das wirklich riesige in Buenos Aires aussehen lässt wie ein Lego- Haus. Unser Hostal lag supergut zentral, und nachdem wir zum Glück viel früher einziehen konnten als geplant, brauchte es auch nicht lange, bis wir uns auf den ersten Erkundungsweg wenigstens grob um das Quartier herum machten.
Die erste positive Überraschung in Ecuador war, dass trotz viel Verkehr wenig gehupt wurde, dass es ringsherum eher europäisch aufgeräumt wirkte und nur sehr selten irgendwo Müll herum lag. Dann sollten wir erstmals unsere neuen Lieblinge zu sehen bekommen! Mitten in der ziemlich geschäftigen Stadt gibt es einen kleinen Park, in dem hunderte von Iguanas und andere Leguane leben. Sie hatten sich schlicht durch die Städtebaumaßnahmen nicht aus ihrem einst sumpfigen Lebensraum vertreiben lassen, wo sie seit gut zweihundert Jahren lebten. Sensationelle Motive (sind ja schon immer meine Lieblingstiere), und ab da waren wir mindestens zweimal täglich dort. Sie störten sich nicht an den Menschen, und sie bleiben auch mehr oder weniger in dem kleinen Park, vielleicht mit einem kurzen Ausflug in eines der sehr seltenen nahen Gärtchen.
Guayaquil liegt am "Rio Guayas", und obwohl 50 Kilometer vom Meer entfernt konnten wir an der hübsch gemachten Promenade beobachten, wie aufgrund der "drückenden" oder "ziehenden" Gezeiten der mächtige Fluss mal nach links und mal nach rechts "floss". Es gibt ein Künstlerviertel, "Las Penas", dort, mit unzähligen wunderschön hergerichtenen Häusern im kolonialen Baustil, und Bilder hätten wir kaufen können ohne Ende - wenn wir Transportmöglichkeiten gehabt hätten... Der Hügel "Santa Ana", auf dem die Häuser stehen und wo ein Gutteil des Nachtlebens abgeht, ist per mit Nummern bezeichneten 444 Stufen zu erklimmen, was wir auch machten. Von dort oben hatten wir einen schönen Ausblick, allerdings auch auf zwar malerisch bunte, aber doch ärmliche Favelas.
Auch wenn es jede Nacht regnete, die tagsüber herrschenden 34 °C entschädigten uns, und Guayaquil hat uns wirklich gut gefallen.
Weiter ging die Reise per Bus, und wieder einmal fanden sich neben uns keine anderen Touristen in dem voll besetzten Gefährt, welches auf der Reise nach dem 2500 m hoch gelegenen Cuenca eine halbstündige Reparaturpause einlegen musste - weil es irgendwie von der Toilette auf den Motorblock tropfte, wie wir heraus hören konnten... Weil die Regenzeit ja nun nicht mehr Ende März, sondern frühestens Ende April aufhört, fing es unterwegs an zu regnen, kühlte gut 15 bis 20 Grad herunter und ließ uns bei etwa 16 °C, heftigem Niederschlag und einem mächtigen Gewitter zur Begrüßung in Cuenca ankommen. Wie gut, dass unser Hostel eine zuerst als möglichen Problempunkt betrachtete Kneipe im Erdgeschoss bietet, denn außer dort zu essen und zu trinken brachten wir keine Aktivitäten mehr auf. Zudem lernten wir dort Karina kennen, eine sehr nette Travellerin, mit der wir uns erst gut unterhielten, dann bestens - stellte sich doch heraus, dass sie aktive MEK- lerin im Bereich der Bundeshauptstadt irgendwo ist; da ging der Gesprächsstoff nicht aus, wengleich wir natürlich noch jede Menge anderer, eher Traveller typische Themen fanden.
Die zweite Überraschung im Land bot sich uns am Folgetag, denn dieses Studentenstädtchen Cuenca zeigte sich bei bestem Wetter als sowas von schnuckelig schön! Wunderbare Gebäude wohin man sah, Kathdralen und Kirchen noch und nöcher, Cafés und und Kneipen, richtiges Flair! Wir durchpflügten die Stadt zu Fuß, verlängerten gleich mal zwei Tage und planten, was hier noch alles zu tun sei. Eine Wanderung im Nationalpark "El Cajas" zum Beispiel war noch zu tun, und weil ja heutzutage mit Hilfe der Technik auch die aktuellsten Wettervorhersagen abgerufen werden können, lag schnell auf der Hand, an welchem Tag dies am besten wäre.
Der gebuchte Ausflug mit lunch dorthin kostete 50,- $ pP, (hier wird ja mit der amerikanischen Währung bezahlt), daher entschlossen wir uns, es auf eigene Faust zu unternehmen. Dies gelang auch, ein Linienbus brachte uns bis zum Parkeingang. Die höchste Stelle des Parks liegt auf 3900 Metern, unser Einstieg lag bei rund 3000 Metern. Als wir starteten, gab es noch wenige, kleinere blaue Flecken am Wolkenhimmel... Diese verschwanden aber zuverlässig bald und hier und dort regnete es zunächst leicht, so dass man glauben konnte, dies sei deshalb, um uns zu bestätigen wie gut es war, die Regenponchos eingepackt zu haben. Der Park ist landschaftlich wunderschön, mit unzähligen Flüsschen, kleineren und größeren Seen voller Forellen, tollen Bäumen und Blumen, die dem insgesamt doch unwirtlichen Klima trotzen. An der für uns so ziemlich ungünstigsten Stelle begann es, richtig zu regnen, und es hörte auch nicht mehr auf. Wir hielten schließlich, nachdem wir die eigentliche Wanderroute verlassen hatten, einen Linienbus an, so dass wir zwar von unten bis etwa zur Hüfte komplett durchnässt, aber immerhin halbwegs in Ordnung nach nochmals einer guten Stunde im Hostal ankamen. Es sieht so aus, als ob die Wetterberichte nicht besonders zuverlässig sind...
Die dritte, erneut positive Üverraschung bot sich uns am nächsten Tag, denn wir fanden eine deutsche Bäckerei in der Stadt! Überfallartig besorgten wir uns (schon gegen Bezahlung, für 1,- $ zusammen) zwei Brezeln, die zwar nicht ganz so wie gewohnt schmeckten, aber trotzdem irgendwie heimatlich grandios...
Eine Frage wollen wir Euch noch stellen, denn wir erhielten die Antwort auch aktuell im Museum. Wer weiß, weshalb die "Panama- Hüte", welche hier in Ecuador erfunden wurden, ihren Namen tragen?
Wie gehts weiter? Wir wollen noch zwei Tage hier bleiben und dann nach Riobamba fahren, nahe an einen der größten Vulkane im Land. Danach soll es nach Baños gehen und dann schauen wir einmal. Demnächst können wir hoffentlich auch berichten, dass wir vielleicht endlich ein Ergebnis in Sachen Fahrzeug für USA haben, so lange ist es ja nicht mehr hin...
Hoffentlich geht es Euch allen sehr gut, wir grüßen Euch herzlich aus Cuenca,
M & T
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| In Guayaquill |
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| Für uns unfassbare Szenen im "Leguan- Park" |
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| Schlafenszeit - ab in den Baum! |
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| Fotos aus dem Künstlerviertel "Las Penas" auf dem Hügel " Santa Ana" | | | | |
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| Cuenca! Endlich eine Stadt, wo du auch geboren sein möchtestl |
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| Schlechtwetter- Wanderung im wunderschönen Nationalpark " El Cajas" |
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| Im Museum des größten Herstellers der lwgendären, in Ecuador erfundenen "Panama"- Hüte |