Donnerstag, 30. April 2015

30. Apr. 2015 - "Chimborazo"- Dusel, ein kreuzendes Schwein, endlich ein Auto für USA und Wetterkapriolen in Baños

Von Cuenca, das uns ja praktisch in allem verwöhnt hatte, fuhren wir per Bus nach Riobamba. Trotz schlechtem Wetter unterwegs, immerhin liegt Riobamba bei etwa zweieinhalbtausend Meter, überraschte uns die Stadt, denn es war durchaus mild (tagsüber...) und durchaus hübsch anzusehen. Unser einziges Ziel dort war, zum 6310 Meter hohen Vulkan "Chimborazo" zu gelangen, um dort - wenn auch nicht ganz oben - zu wandern. Und vor allem den Vulkan zu sehen! Denn jeder schüttelte nur mit dem Kopf. Das Wetter sei momentan nicht so, es sei immer voller Wolken.
Okay, nach dem durchaus speziellen Erlebnis eines unfassbar schrecklichen "Essens" in einem selbst ausgesuchten Chinarestaurant und dem anschließenden Lacher im Hotelrestaurant entschieden wir, am Morgen ein Taxi zu nehmen und in voller Ausrüstung einfach hinzufahren. Der Lacher deshalb, weil wir vom Asiaten flüchteten (alles nur kurz probiert und weg!) und im Hotel noch bzw. tatsächlich zu Abend essen wollten. Es gab einen mächtigen Saal voller komplett eingedeckten Tischen, aber wir waren allein. Wir bestellten ein Wasser ("Cola Zero no tengo") und ein Bier. Das Bier kam nach 18 Minuten! Der Koch, der auch bediente, musste außer Haus in einen Tante Emma- Laden - wegen eines Bieres! Das Hotel war übrigens vom Travel- Guide empfohlen...

Jedenfalls war am Folgetag der dritte Taxifahrer bereit, mit uns den etwa eine Stunde dauernden Trip aufzunehmen. Unterwegs kamen wir an einem riesigen Vieh- und Gemüsemarkt vorbei, und es gab beinahe einen Auffahrunfall, weil da einer mit seinem Schwein an der Leine gerade über die Fahrbahn marschierte.
Am mächtigen Vulkan "Chimborazo" hatten wir dann tatsächlich Schwein! Denn plötzlich tat sich die Wolkendecke auf und wir konnten den Gipfel, immerhin 6310 Meter hoch, zumindesg von einer Seite her sehen! Das war schon sehr beeindruckend, und als wir in einer Höhe von 4650 Meter ausstiegen, kam der nächste Eindruck auf uns zu, denn die Luft war doch recht dünne... Vom Wind ganz zu schweigen. Aber Sonne! Wir stiegen trotzdem ein Stück bis auf 4900 Meter hinauf, aber dann war gut - und kalt natürlich. Kaum dass wir später wieder in Richtung Tal fuhren, zog es sich tatsächlich zu um den Berg, es fing an zu regnen und nichts war mehr zu sehen. Uiuiui, Glück gehabt!
        
Nächstes Ziel war Baños, wo wir sechs Tage eingeplant hatten. Baños liegt herrlich inmitten eines von Hügeln, Bergen und Vulkanen umgebenen Tals, und unser tolles Hostal direkt am Fuße des 5016 hohen Vulkans "Tungurahua". Interessanterweise ist dessen aktueller Status momentan "Ausbruch", vor zweieinhalb Jahren wurde die Stadt letztmals evakuiert. Er gilt als der aktivste Vulkan Südamerikas. Nun ja, es qualmt natürlich heraus,  aber die - übrigens sehr netten - Betreiber  sind guter Dinge, dass die Auswurfrichtung von Lava und/oder Asche keinesfalls in Richtung Baños sein werde...

Das erste, was auffiel, als wir sehr freundlich im Hostal empfangen wurden, war eine riesige Küche mit rund 30 qm... Ganz schnell war mit Marcela und Mario abgesprochen, dass ich dort einmal kochen werde. Und schnell war auch klar, dass sowohl die beiden wie die Kanadier Maryse und Guy, die gerade dort wohnten und mit denen wir auf Anhieb toll zurecht kamen, eingeladen sind. Zwei Tage später gabs ein Viergängemenü, und auch wenn das durchaus anstrengend für das Wuschel und mich war, es war ein sehr sehr schöner Abend. Und endlich mal wieder die Küchenkeule geschwungen!

In Baños herrschen derzeit leider Wetterkapriolen! Niemand kann sich erklären, weshalb um diese Zeit noch immer jede Nacht reichlich Regen (in der Stadt war wegen eines vom Regen her rührenden Rohrbruchs für eineinhalb Tage nirgendwo Wasser) fällt und es meist erst, manchmal überhaupt nicht, gegen Mittag aufklart. Trotzdem zogenwir unsere Planungen durch und wurden auch so gut wie nicht nass dabei. Einmal war das der Aufstieg zum   2100 m hohen "Bellavista" (von 1820 m, wo die Stadt liegt), mit herrlichen Ausblicken und ein paar interessanten Tierchen unterwegs). Dann der Aufstieg zur Statue der über der Stadt thronenden "Jungfrau", der aus steilen Wegstrecken und ebenso steilen 600 Stufen bestand... Trotzdem war das lohnend, denn die Ausblicke entschädigten uns für die Mühen.

Baños ist touristisch, es sind viele jüngere Leute hier, denn man kann Bungee und ähnliches machen. Was wir noch vorhaben ist ein Fahrradausflug über etwa 20 Kilometer, der an zahlreichen Wasserfällen vorbei führt. Allerdings kam aktuell einerseits ein Ischiasproblem beim Wuschel dazwischen und andererseits wurden wir von den Betreibern eingeladen, sie wollen typisch ecuadorianisch kochen. Dafür schieben wir den Ausflug natürlich gerne. Und Ihr könnt im nächsten Beitrag lesen, wie es war... 

Einen für uns wirklich sehr wichtigen Erfolg können wir endlich vermelden! Mit Hilfe meiner Schwester Tina und deren Mann Jürgen und mit des Wuschels Geschick in allen Urlaubsangelegenheiten haben wir für die Zeit in USA nun einen schmucken Ford Focus zur Verfügung, der nachher die Kosten verursacht, die wir in unserem Budget eingeplant hatten. Gottseidank, denn dieses Problem hat uns eine Weile tatsächlich ein wenig belastet, rückte doch der Termin immer näher...

So, das war es für heute. Noch zu der Frage mit den "Panama- Hüten: Der Name kommt einerseits daher, dass beim Bau des Panamakanals fast alle Arbeiter einen solchen Hut zum Schutz gegen die Sone trugen, und andererseits, weil erst durch den Bau des Panamakanals die Hüte en gros in die Alte Welt exportiert und dort bekannt wurden. Erfunden und hergestellt wurden und werden sie in Ecuador.

Wir grüßen Euch alle ganz herzlich und melden uns wahrscheinlich wieder, wenn wir in der Hauptstadt Quito sind - dann ist es auch nicht mehr weit bis zu den Galapagos- Inseln, auf die wir uns riesig freuen.

M & T


Abendstimmung und Blick über Riobamba

Der "SWR 3" von Riobamba


Achtung! Schwein kreuzt!

Vulkan "Chimborazo" - 6310 Meter hoch




Aufstieg und Aussicht auf Baños vom Point "Bellavista"


"Alles" für ein gutes Foto, erst recht bei Schönheiten wie dieser!



Wenn's nur noch regnet, helfen nur noch "Schlümpfe"...



Sicht aus dem Quartier: Hier dieStatue "Virgen", dort der Vulkan "Tungurahua"




In der Stadt Baños. Übrigens noch 10313 Kilometer bis Berlin...





Und hier kannst du mitten in der Stadt am Süßigkeitenstand Dynamitstangen kaufen...


Aufstieg zur Statue der "Jungfrau"






Der "Lohn" der Mühen: Die Jungfrau sagt nicht "Hallo"  und die Aussicht ist wolkig...



30 qm- Küche! Da MUSSTE gekocht werden. Ein vervnüglicher Abend, mit ganz gut Futter...
Die Hostal- Chefs Marcela und Mario (hinten und hinten rechts), die supernetten Kanadier Guy und Maryse (links) - das Wuschel fotografiert, und fehlt daher





Donnerstag, 23. April 2015

23. Apr. 2015 - Überraschungen in Ecuador

In der größten Stadt des Landes, in Guayaquil, kamen wir per Nachtbus an. Regen. Aber ein Busterminal, das das wirklich riesige in Buenos Aires aussehen lässt wie ein Lego- Haus. Unser Hostal lag supergut zentral, und nachdem wir zum Glück viel früher einziehen konnten als geplant, brauchte es auch nicht lange, bis wir uns auf den ersten Erkundungsweg wenigstens grob um das Quartier herum machten.

Die erste positive Überraschung in Ecuador war, dass trotz viel Verkehr wenig gehupt wurde, dass es ringsherum eher europäisch aufgeräumt wirkte und nur sehr selten irgendwo Müll herum lag. Dann sollten wir erstmals unsere neuen Lieblinge zu sehen bekommen! Mitten in der ziemlich geschäftigen Stadt gibt es einen kleinen Park, in dem hunderte von Iguanas und andere Leguane leben. Sie hatten sich schlicht durch die Städtebaumaßnahmen nicht aus ihrem einst sumpfigen Lebensraum vertreiben lassen, wo sie seit gut zweihundert Jahren lebten. Sensationelle Motive (sind ja schon immer meine Lieblingstiere), und ab da waren wir mindestens zweimal täglich dort. Sie störten sich nicht an den Menschen, und sie bleiben auch mehr oder weniger in dem kleinen Park, vielleicht mit einem kurzen Ausflug in eines der sehr seltenen nahen Gärtchen.

Guayaquil liegt am "Rio Guayas", und obwohl 50 Kilometer vom Meer entfernt konnten wir an der hübsch gemachten Promenade beobachten, wie aufgrund der "drückenden" oder "ziehenden" Gezeiten der mächtige Fluss mal nach links und mal nach rechts "floss". Es gibt ein Künstlerviertel, "Las Penas", dort, mit unzähligen wunderschön hergerichtenen Häusern im kolonialen Baustil, und Bilder hätten wir kaufen können ohne Ende - wenn wir Transportmöglichkeiten gehabt hätten... Der Hügel "Santa Ana", auf dem die Häuser stehen und wo ein Gutteil des Nachtlebens abgeht, ist per mit Nummern bezeichneten 444 Stufen zu erklimmen, was wir auch machten. Von dort oben hatten wir einen schönen Ausblick, allerdings auch auf zwar malerisch bunte, aber doch ärmliche Favelas.
Auch wenn es jede Nacht regnete, die tagsüber herrschenden 34 °C entschädigten uns, und Guayaquil hat uns wirklich gut gefallen.

Weiter ging die Reise per Bus, und wieder einmal fanden sich neben uns keine anderen Touristen in dem voll besetzten Gefährt, welches auf der Reise nach dem 2500 m hoch gelegenen Cuenca eine halbstündige Reparaturpause einlegen musste - weil es irgendwie von der Toilette auf den Motorblock tropfte, wie wir heraus hören konnten... Weil die Regenzeit ja nun nicht mehr Ende März, sondern frühestens Ende April aufhört, fing es unterwegs an zu regnen, kühlte gut 15 bis 20 Grad herunter und ließ uns bei etwa 16 °C, heftigem Niederschlag und einem mächtigen Gewitter zur Begrüßung in Cuenca ankommen. Wie gut, dass unser Hostel eine zuerst als möglichen Problempunkt betrachtete Kneipe im Erdgeschoss bietet, denn außer dort zu essen und zu trinken brachten wir keine Aktivitäten mehr auf. Zudem lernten wir dort Karina kennen, eine sehr nette Travellerin, mit der wir uns erst gut unterhielten, dann bestens - stellte sich doch heraus, dass sie aktive MEK- lerin im Bereich der Bundeshauptstadt irgendwo ist; da ging der Gesprächsstoff nicht aus,  wengleich wir natürlich noch jede Menge anderer, eher Traveller typische Themen fanden.

Die zweite Überraschung im Land bot sich uns am Folgetag, denn dieses Studentenstädtchen Cuenca zeigte sich bei bestem Wetter als sowas von schnuckelig schön! Wunderbare Gebäude wohin man sah, Kathdralen und Kirchen noch und nöcher, Cafés und und Kneipen, richtiges Flair! Wir durchpflügten die Stadt zu Fuß, verlängerten gleich mal zwei Tage und planten, was hier noch alles zu tun sei. Eine Wanderung im Nationalpark "El Cajas" zum Beispiel war noch zu tun, und weil ja heutzutage mit Hilfe der Technik auch die aktuellsten Wettervorhersagen abgerufen werden können, lag schnell auf der Hand, an welchem Tag dies am besten wäre.
Der gebuchte Ausflug mit lunch dorthin kostete 50,- $ pP, (hier wird ja mit der amerikanischen Währung bezahlt), daher entschlossen wir uns, es auf eigene Faust zu unternehmen. Dies gelang auch, ein Linienbus brachte uns bis zum Parkeingang. Die höchste Stelle des Parks liegt auf 3900 Metern, unser Einstieg lag bei rund 3000 Metern. Als wir starteten, gab es noch wenige, kleinere blaue Flecken am Wolkenhimmel... Diese verschwanden aber zuverlässig bald und hier und dort regnete es zunächst leicht,  so dass man glauben konnte, dies sei deshalb, um uns zu bestätigen wie gut es war, die Regenponchos eingepackt zu haben. Der Park ist landschaftlich wunderschön, mit unzähligen Flüsschen, kleineren und größeren Seen voller Forellen, tollen Bäumen und Blumen, die dem insgesamt doch unwirtlichen Klima trotzen. An der für uns so ziemlich ungünstigsten Stelle begann es, richtig zu regnen, und es hörte auch nicht mehr auf. Wir hielten schließlich, nachdem wir die eigentliche Wanderroute verlassen hatten, einen Linienbus an, so dass wir zwar von unten bis etwa zur Hüfte komplett durchnässt, aber immerhin halbwegs in Ordnung nach nochmals einer guten Stunde im Hostal ankamen. Es sieht so aus, als ob die Wetterberichte nicht besonders zuverlässig sind...

Die dritte, erneut positive Üverraschung bot sich uns am nächsten Tag, denn wir fanden eine deutsche Bäckerei in der Stadt! Überfallartig besorgten wir uns (schon gegen Bezahlung, für 1,- $ zusammen) zwei Brezeln, die zwar nicht ganz so wie gewohnt schmeckten, aber trotzdem irgendwie heimatlich grandios...

Eine Frage wollen wir Euch noch stellen, denn wir erhielten die Antwort auch aktuell im Museum. Wer weiß, weshalb die "Panama- Hüte", welche hier in Ecuador erfunden wurden, ihren Namen tragen?


Wie gehts weiter? Wir wollen noch zwei Tage hier bleiben und dann nach Riobamba fahren, nahe an einen der größten Vulkane im Land. Danach soll es nach Baños gehen und dann schauen wir einmal. Demnächst können wir hoffentlich auch berichten, dass wir vielleicht endlich ein Ergebnis in Sachen Fahrzeug für USA haben, so lange ist es ja nicht mehr hin...

Hoffentlich geht es Euch allen sehr gut, wir grüßen Euch herzlich aus Cuenca,

M & T
In Guayaquill








Für uns unfassbare Szenen im "Leguan- Park"






Schlafenszeit - ab in den Baum!


Fotos aus dem Künstlerviertel "Las Penas" auf dem Hügel " Santa Ana"    







Cuenca! Endlich eine Stadt, wo du auch geboren sein möchtestl










Schlechtwetter- Wanderung im wunderschönen Nationalpark " El Cajas"





Im Museum des größten Herstellers der lwgendären, in Ecuador erfundenen "Panama"- Hüte