Auch wenn unsere vorfreudigen Erwartungen auf Alligatoren oder Schlangen nicht erfüllt wurden, konnten wir doch ein paar andere, wenngleich weniger spektakuläre Tiere dort beobachten.
Auf unserem Weg in Richtung Atlanta planten wir einen Stop in Forsyth. Interessant zu beobachten war, wie die Landschaft sich veränderte. Je weiter nördlich wir fuhren, desto mehr suchten wir vergeblich unsere lieb gewonnenen "Victoria Eichen", schwer behängt mit "Spanischen Bärten" (ein älterer Begriff, den einst die Franzosen prägten; man könnte glatt meinen, die konnten sich seinerzeit nicht gut leiden...). Auch die Palmen wurden rarer, Nadelbäume dominierten jetzt. Und es wurde sanft, aber deutlich hügeliger.
Es war "Thanksgiving". Ein herrlicher Tag, niemand auf der Straße außer uns, denn das ist ein Feiertag. Aber an diesem Tag isst der "Eingeborene" seinen Turkey, zuhause natürlich, und das hieß für uns, dort zu essen wo geöffnet ist.
Geöffnet hatte tatsächlich einzig ein typisch amerikanisches Restaurant, es gab Buffet. Nun, das, was am ehesten nach dem schmeckte was es sein sollte, war das Glas Wasser, das ich trank! Bohnengemüse, Spinat, Hähnchen, Rinderbraten, Kartoffelbrei, Schinken, all das schmeckte schlicht nach nichts, war total vertrocknet oder sonst "verhunzt"! Einige Blätter Salat, selbst angemacht, das war okay. Der Hunger ließ selbst mich freudig auf den Nachtisch zugehen. Aber nach Wasser schmeckende Guadeloupe- Melonen gaben mir den Rest..
Unweit der Stadt besuchten wir ein Wildlife Refuge, insbesondere sollte dort der "rotschwänzige Specht" häufig zu sehen sein. Wir hatten erneut zwar unsägliches Wetterglück (23° C, Sonne), dafür Pech mit den Tieren. Einzig das Ergebnis, wenn der Specht nach Insekten und Würmern "gebohrt" hat, konnten wir fotografieren.
Allerdings lohnte sich auch dieser Ausflug allein wegen der ansehnlichen Gegend, wie uns Georgia bis dahin überhaupt sehr gefiel.
Inzwischen sind wir ja offenbar in einer Gegend des Landes angekommen, in welcher es nicht mehr so teuer ist wie zum Beispiel an den Great Lakes. Andererseits ist auch keine Saison, und so extrem touristisch scheint uns diese Ecke vergleichsweise nicht. Informativ daher ein paar Fakten: Wir tanken mit großer Freude. Klar, derzeit liegt der Sprit bei 47,25 Eurocent/Liter! Das Coke, was ja in der "Reisegruppe" gerne getrunken wird, kommt mit ein wenig Glück auf 95 Eurocent, für zwei Liter! Vieles nehmen wir beim Einkauf doppelt, weil das Angebot gerade "kauf eins, nimm zwei" lautet. Wein (keine Spitze, aber gut trinkbar) wird häufig in eineinhalb Liter- Flaschen verkauft, das kostet je nachdem, ob es ein Angebot gibt, zwischen acht und 18 US $. Milch im Zweiliterfläschlein gibt es zu 2,69 US $, ein halbwegs (!) vernünftiges Brot ist nicht nur schwierig zu finden, sondern auch kaum unter fünf Dollar zu bekommen.
Dann machten wir uns auf nach Atlanta. Wegen den Wettervorhersagen steuerten wir auf direktem Weg den östlich gelegenen "Stone Mountain" an. Ein fast 1000 Meter hoher Granitberg, von dem man nur ein Drittel sieht, der Rest befindet sich unter der Erde.
Sie haben eine Seilbahn gebaut, aber man kann auch 1600 Meter lang über den blanken Fels nach oben wandern. So wie wir. Leider kam die Sonne erst etwas später durch, so dass die Sicht auf die skyline von Atlanta wenig beeindruckend blieb.
Es führt eine Straße um den Berg, der einen Umfang von acht Kilometern hat, und wer nicht fahren mag, der kann den Zug nehmen, denn es wurde auch eine Eisenbahnstrecke drumherum gebaut. Oder man durchwandert den hiking trail, der etwas länger ist. So wie wir.
Prunkstück des Berges (neben den mit künstlichem Schnee hergestellten, ziemlich lächerlichen Rodelhängen für die Einheimischen natürlich) ist ein 55 mal 24 Meter großes Relief, das sie in die steile Nordwand geschlagen haben. Es zeigt den einzigen Konföderiertenpräsidenten Jefferson Davis und die Südstaatengeneräle Lee und Jackson. Immerhin 47 Jahre haben sie an dem durchaus beeindruckenden Kunstwerk gebastelt.
Für Atlanta wählten wir einen Sonntag, wegen des allseits gefürchteten Verkehrs an Werktagen. Allerdings empfanden wir diesen für Sonntag ebenfalls extrem, und wir wunderten uns daher auch nicht über zehnspurige Straßen stadteinwärts. Pro Richtung! Was uns schon wunderte waren aber die auffällig zahlreichen offenkundig wohnsitzlosen Menschen, die in Scharen und mit dem bisschen Hab und Gut, das sie besitzen, großräumig um das Rathaus oder das "Capitol" der Stadt herumsaßen und -lagen.
Immerhin ist Atlanta "doppelte Hauptstadt", nämlich die von Georgia und natürlich die von "Coca Cola". Der Firmensitz befindet sich hier und einiges mehr. Die Stadt als solche, obwohl schon Olympiastadt, bot aus unserer Sicht nicht die großen highlights, wenn man davon absieht, dass wir natürlich am Grab von Martin Luther King Jr., einem Sohn der Stadt, beeindruckt standen und uns der dortige "walk of freedom" gut gefiel.
An dieser Stelle verneigen wir uns tief. Vor meiner Schwester Tina aus Ohio und vor Jürgen Sch. aus Mannheim, denn die beiden haben ziemlich schnell das Rätsel des leeren Platzes in Savannah gelöst, was wir uns nicht hätten vorstellen können.
Tatsächlich stand dort einst die Parkbank, auf der Tom Hanks als "Forrest Gump" saß und Passanten seine Lebensgeschichte erzählte.
Und nun? Wir werden in großer Gelassenheit in Richtung Nashville und später Memphis, Tennessee fahren und ein bisschen Countrymusik tanken und, natürlich, Elvis treffen. Wir hoffen, es geht Euch gut und wir wünschen allen eine schöne Vorweihnachtszeit. Grüße aus Georgia,
M & T











































































