Montag, 30. November 2015

30. Nov. 2015 - Zauberwald im "Skideway Island"- State Park, das "Wasserbuffet" von Forsyth, mächtiges Kunstwerk am "Stone Mountain", das fehlende Etwas aus Savannah und Atlanta, die doppelte Hauptstadt

Das tat gut! Nach all den wenn auch schön anzusehenden Städten und Städtchen durchwanderten wir bei traumhaftem Wetter - über Nacht wurde es wieder bis 20° C mild - den "Skideway Island"- State Park. Eine Mischung aus Wald und Feuchtgebiet, mit unterschiedlichen Palmen und vor allem unseren Lieblingsbäumen, den schwer behangenen "Victoria Eichen", die einen wahrhaften Zauberwald bildeten und uns mehrfach "oh's" und "wow's" entlockten. 














Auch wenn unsere vorfreudigen Erwartungen auf Alligatoren oder Schlangen nicht erfüllt wurden, konnten wir doch ein paar andere, wenngleich weniger spektakuläre Tiere dort beobachten. 




 
Auf unserem Weg in Richtung Atlanta planten wir einen Stop in Forsyth. Interessant zu beobachten war, wie die Landschaft sich veränderte. Je weiter nördlich wir fuhren, desto mehr suchten wir vergeblich unsere lieb gewonnenen "Victoria Eichen", schwer behängt mit "Spanischen Bärten" (ein älterer Begriff, den einst die Franzosen prägten; man könnte glatt meinen, die konnten sich seinerzeit nicht gut leiden...). Auch die Palmen wurden rarer,  Nadelbäume dominierten jetzt. Und es wurde sanft, aber deutlich hügeliger.
Es war "Thanksgiving". Ein herrlicher Tag, niemand auf der Straße außer uns, denn das ist ein Feiertag. Aber an diesem Tag isst der "Eingeborene" seinen Turkey, zuhause natürlich, und das hieß für uns, dort zu essen wo geöffnet ist. 
Geöffnet hatte tatsächlich einzig ein typisch amerikanisches Restaurant, es gab Buffet. Nun, das, was am ehesten nach dem schmeckte was es sein sollte, war das Glas Wasser, das ich trank! Bohnengemüse, Spinat, Hähnchen, Rinderbraten, Kartoffelbrei, Schinken, all das schmeckte schlicht nach nichts, war total vertrocknet oder sonst "verhunzt"! Einige Blätter Salat, selbst angemacht, das war okay. Der Hunger ließ selbst mich freudig auf den Nachtisch zugehen. Aber nach Wasser schmeckende Guadeloupe- Melonen gaben mir den Rest..

Unweit der Stadt besuchten wir ein Wildlife Refuge, insbesondere sollte dort der "rotschwänzige Specht" häufig zu sehen sein. Wir hatten erneut zwar unsägliches Wetterglück (23° C, Sonne), dafür Pech mit den Tieren. Einzig das Ergebnis, wenn der Specht nach Insekten und Würmern "gebohrt" hat, konnten wir fotografieren.  






Allerdings lohnte sich auch dieser Ausflug allein wegen der ansehnlichen Gegend, wie uns Georgia bis dahin überhaupt sehr gefiel. 





Inzwischen sind wir ja offenbar in einer Gegend des Landes angekommen, in welcher es nicht mehr so teuer ist wie zum Beispiel an den Great Lakes. Andererseits ist auch keine Saison, und so extrem touristisch scheint uns diese Ecke vergleichsweise nicht. Informativ daher ein paar Fakten: Wir tanken mit großer Freude. Klar, derzeit liegt der Sprit bei 47,25 Eurocent/Liter! Das Coke, was ja in der "Reisegruppe" gerne getrunken wird, kommt mit ein wenig Glück auf 95 Eurocent, für zwei Liter! Vieles nehmen wir beim Einkauf doppelt, weil das Angebot gerade "kauf eins, nimm zwei" lautet. Wein (keine Spitze, aber gut trinkbar) wird häufig in eineinhalb Liter- Flaschen verkauft, das kostet je nachdem, ob es ein Angebot gibt, zwischen acht und 18 US $. Milch im Zweiliterfläschlein gibt es zu 2,69 US $, ein halbwegs (!) vernünftiges Brot ist nicht nur schwierig zu finden, sondern auch kaum unter fünf Dollar zu bekommen.




Dann machten wir uns auf nach Atlanta. Wegen den Wettervorhersagen steuerten wir auf direktem Weg den östlich gelegenen "Stone Mountain" an. Ein fast 1000 Meter hoher Granitberg, von dem man nur ein Drittel sieht, der Rest befindet sich unter der Erde. 

Sie haben eine Seilbahn gebaut, aber man kann auch 1600 Meter lang über den blanken Fels nach oben wandern. So wie wir. Leider kam die Sonne erst etwas später durch, so dass die Sicht auf die skyline von Atlanta wenig beeindruckend blieb. 






Es führt eine Straße um den Berg, der einen Umfang von acht Kilometern hat, und wer nicht fahren mag, der kann den Zug nehmen, denn es wurde auch eine Eisenbahnstrecke drumherum gebaut. Oder man durchwandert den hiking trail, der etwas länger ist. So wie wir.









Prunkstück des Berges (neben den mit künstlichem Schnee hergestellten, ziemlich lächerlichen Rodelhängen für die Einheimischen natürlich) ist ein 55 mal 24 Meter großes Relief, das sie in die steile Nordwand geschlagen haben. Es zeigt den einzigen Konföderiertenpräsidenten Jefferson Davis und die Südstaatengeneräle Lee und Jackson. Immerhin 47 Jahre haben sie an dem durchaus beeindruckenden Kunstwerk gebastelt. 






Für Atlanta wählten wir einen Sonntag, wegen des allseits gefürchteten Verkehrs an Werktagen. Allerdings empfanden wir diesen für Sonntag ebenfalls extrem, und wir wunderten uns daher auch nicht über zehnspurige Straßen stadteinwärts. Pro Richtung! Was uns schon wunderte waren aber die auffällig zahlreichen offenkundig wohnsitzlosen Menschen, die in Scharen und mit dem bisschen Hab und Gut, das sie besitzen, großräumig um das Rathaus oder das  "Capitol" der Stadt herumsaßen und -lagen. 




Immerhin ist Atlanta "doppelte Hauptstadt",  nämlich die von Georgia und natürlich die von "Coca Cola". Der Firmensitz befindet sich hier und einiges mehr. Die Stadt als solche, obwohl schon Olympiastadt, bot aus unserer Sicht nicht die großen highlights, wenn man davon absieht, dass wir natürlich am Grab von Martin Luther King Jr., einem Sohn der Stadt, beeindruckt standen und uns der dortige "walk of freedom" gut gefiel.









An dieser Stelle verneigen wir uns tief. Vor meiner Schwester Tina aus Ohio und vor Jürgen Sch. aus Mannheim, denn die beiden haben ziemlich schnell das Rätsel des leeren Platzes in Savannah gelöst, was wir uns nicht hätten vorstellen können. 
Tatsächlich stand dort einst die Parkbank, auf der Tom Hanks als "Forrest Gump" saß und Passanten seine Lebensgeschichte erzählte.



Und nun? Wir werden in großer Gelassenheit in Richtung Nashville und später Memphis, Tennessee fahren und ein bisschen Countrymusik tanken und, natürlich, Elvis treffen. Wir hoffen, es geht Euch gut und wir wünschen allen eine schöne Vorweihnachtszeit. Grüße aus Georgia, 

M & T 



Montag, 23. November 2015

25. Nov. 2015 - Koloniales Charleston, wenn die Eichen Trauer tragen, wo uns der Kirchenwurst- Komplex eingeholt hat, Sonnenkälte in Beaufort und Savannah, eine Stadt mit Charme

Wie gesagt, wir erreichten Charleston, schon in South Carolina. Auffällig - und dies galt während unserer gesamten Strecke im Bundesstaat - dass es hier sehr viele Feuchtgebiete und Sümpfe gibt. 
So wunderte uns weder, dass wir wieder einmal die typischen Wasservögel vor das Objektiv bekamen, nämlich Reiher, noch dass uns Pelikane ankündigten, dass wir uns  bloß noch rund 200 Meilen nördlich von Florida befanden.




Charleston ist nicht umsonst beliebt, und der Reiseführer "warnte" vor Besuchen in der Ferienzeit oder am Wochenende.  Wir kamen freitags an... 
Bereits nach wenigen Stunden sollte der Reiseführer richtig liegen - wir fanden trotz intensiver Suche kein (!) Restaurant, wo wir nicht mindestens eine halbe Stunde warten mussten... Nun, die Stadt entschädigte, denn erstens liegt sie herrlich am Meer, und zweitens ist zumindest alles im Bereich des Hafens und der Altstadt im sehr ansehnlichen, schmucken Kolonialstil gebaut. 










  

Nicht allzu viele Touristen kreuzten unsere Wege, denn es ist keine Saison. Natürlich fanden wir in allerbester, nicht verbaubarer Lage am Wasser einige wunderschöne Villen, gerade im genannten Stil - man könnte "Südstaatler" werden...






Auch der längste Stadtstrand, wortgerecht in "Isle of Palms" gelegen, konnte sich absolut sehen lassen, sowieso bei wolkenfreiem Himmel. 






Leider sollte unser dritter Tag in Charleston nicht vom Wettergott gehätschelt sein, zuerst Regen und dann recht wolkig. 
Trotzdem fuhren wir nach "Charles Towne Landing",  der Stelle, an der Mitte des 17. Jhd. die ersten europäischen Siedler (Engländer) hier ankamen. Neben etwas Geschichte erfreuten wir uns vor allem an der Landschaft dort,  ganz besonders an den verhangenen Eichen, die in ihrer ehrwürdigen, majestätischen Art einerseits aus wenigen Bäumen schon einen richtigen Märchenwald machen und andererseits soviel geheimnisvolles ausstrahlen, dass wir aus dem Staunen nicht heraus kamen. Aus dem fotografieren auch nicht, aber (nicht nur) die so nie zuvor gesehene Allee war es allemal wert. 














Sofern es jemand, wie wir, nicht weiß: Es handelt sich um "Virginia Eichen"; das "Moos", welches mit Moos nichts zu tun hat, ist eine von Luft lebende eigene Pflanze, kann tatsächlich bis zu acht Meter lang herunter hängen und heißt "Spanisches Moos". 

Auf dem Weg nach Savanna, unserem zuverlässigen Travelguide folgend, bogen wir für einen Besuch in das Städtchen Beaufort [Bju:ford] ab. Ein sehr lohnenswerter Abstecher, wenngleich der Sonnenschein täuschte. Es war beinahe eisig kalt. 
Aber dafür durften wir sehen, wie toll es sich hier wohnt, wie herrlich ein Haus aussehen und in welch luxuriösen Lage es stehen kann - wenn man hier nur in die "richtige" soziale Schicht hineingeboren wird... Der Begriff der "Kirchenwurst" nahm neuen Anlauf und überholte uns kurz. Ein schöner Ort, etwas komisch ausgesprochen, und am gleichnamigen Fluss gelegen. 














Savannah war schließlich unser zunächst südlichstes Ziel - von zwölf Grad Höchsttemperaturen war zwar zuvor nicht die Rede, aber... 

Doch die überschaubare Stadt hielt, was alle versprochen hatten. Quadratisch angelegte Straßen, und neben all den tollen, alten, typischen Südstaatengebäuden befindet sich nach jedem zweiten Block ein mehr oder minder großer Park. Oft mit Statuen, immer mit diesen superschönen "Virginia Eichen", die sich prachtvoll mit dem "Spanischen  Moos" schmücken. 













Und nun noch etwas zum Nachdenken. Das folgende Bild habt Ihr (wahrscheinlich) alle schon einmal gesehen, ein wenig "voller", versteht sich. Man sieht ja, dass was fehlt. Eine Sache und mindestens eine Person; denkt mal an Hollywood... 
Wir sind sehr gespannt, ob jemand darauf kommt. Einfach ist es zugegebenermaßen nicht. Im nächsten Bericht an dieser Stelle lösen wir auf.


 

Weiter soll es für uns gehen, indem wir noch einen State Park besuchen, um wieder mal außerhalb von Städten zu sein, danach in Richtung Atlanta, Georgia fahren und von dort später Nashville, Tennessee und Memphis, Tennessee besuchen. 
Herzliche Grüße Euch allen, und lasst Euch vom Winterwetter nicht die Laune vermiesen, 

M & T