Dienstag, 21. Juli 2015

21. Juli 2015 - Wiedersehensfreude, american life und wunderschönes Kentucky

Während unserer Fahrt in Richtung Ohio stoppten wir zweimal im Bereich von Indianapolis. Am ersten Tag stand morgens der Besuch der weltberühmten  Rennstrecke auf dem Programm, dem speedway. Kaum dass wir den Zugang zum mitten in der Stadt befindlichen Renngelände gefunden und einige erste Fotos geschossen hatten, flog im wahrsten Wortsinn eine Gewitterfront auf uns zu, dass wir fluchtartig zum geparkten Auto rannten. Dort warteten wir dann auf dem Parkplatz, bis alles vorbei war; Äste und Reklametafeln flogen uns beinahe direkt um die Ohren. Indianapolis zeigte sich uns anschließend als überschaubare, aber im Zentrum jedenfalls sehenswerte Stadt. Wenn auch nass und regnerisch...

Mitten in der Stadt - eine der berühmtesten Rennstrecken der Welt

Aber auch die wird nicht vom Gewitter verschont


Indianapolis zeigte sich schmuck, leider aber im Regen




Das zweite Mal übernachteten wir knapp 30 Kilometer östlich. Als wir abends vom Essen zurück kehrten und unter anderem noch den Fernseher einschalteten, wurde das Programm plötzlich unterbrochen, im Verlaufe dann etwa alle fünf Minuten erneut. Tornado Warnung! Sie gaben durch, in welchen Counties dieser erwartet wird und was alles sonst noch, zum Beispiel Hagelkörner in Golfballgröße... Und ja, wir waren betroffen. Nur, wir konnten nichts anderes tun als im Motel zu warten und zu hoffen. Denn im untersten Stockwerk des Gebäudes waren wir ja bereits - dies wurde als Empfehlung auch durchgesagt. Am Ende zog das Unwetter in dem Moment rund fünf Kilometer südlich an uns vorbei, als es nur noch als "thunderstorm" bezeichnet wurde. Sehr interessant...


Bei der Wetterwarnung versuchten sogar Eichhörnchen, in unserem Motelzimmer Zuflucht zu finden...











Dann erreichten wir aber Ohio, und klar war die Wiedersehensfreude groß, als wir bei Tina und Jürgen ankamen. 
Bisher sahen wir (von den beiden geführt natürlich) bereits einiges in Cincinnati, samt Überblick vom 48. Stockwerk aus. Die Stadt hat flair, es gibt gute Restaurants, ein outlet center (schon wieder...), Spezialitätenläden, Parks und letztlich auch den Ohio- Fluss mit den river walks. 


Sicht aus Etage 48 auf den Ohio- River, der die Grenze zwischen den Bundesstaaten Ohio und Kentucky bildet

 
In Cincinnati - eine eher gemütliche, aufgeräumte amerikanische Großstadt mit Parks und Seen, aber auch den typischen Skyscratcher



Ein so unglaublich wie doch sehr typisches Bild...

 






Schon im Vorfeld gab es den Plan, zum camping zu gehen, und zwar in Kentucky, dem südlich angrenzenden Bundesstaat. Traumwetter, ein schön am Fluss gelegener Campingplatz fast mitten im Wald und zwei große Zelte. Dass wir einen interessanten trail zur "natural bridge" fanden und durchwanderten, war klar. Zwei echt tolle Tage!


Camping und Wanderungen in Kentucky













Einen typisch amerikanischen Flohmarkt wollten wir ebenfalls besuchen, allerdings wurde es dann nur die "zweite Wahl", weil der eigentlich gesuchte nicht stattfand. Dieser verdiente sich dann aber schnell ein besonderes Attribut. Denn die meisten Stände dort sahen tatsächlich so aus, als ob jemand auf einer Müllhalde wahllos mit der Schaufel eingestochen und das darauf befindliche Zeugs direkt auf einen Tisch geladen hat; und diesen Tisch nun am Flohmarkt aufgestellt hat... Unglaublich! 

Eine alte Stadt mit Gebäuden aus dem frühen 19. Jhd., "Pioneer Village", und den "Caesar's Creek"- Lake besuchten wir ebenfalls. 


"Pioneer"- Village am "Caesar's Creek"- Lake 





Dass die Zeit hier ein kulinarisches Hoch werden würde, war klar. Schon die Linsen mit Spätzle am Ankunftstag waren ein absolutes highlight. Und dass ich auch mal wieder den Kochlöffel schwingen konnte, tat ein übriges. Grillspezialisten sind sie hier sowieso, inzwischen mag auch Marion sushi, und der Japaner um die Ecke ist sehr gut, der typisch amerikanische Turkey steht bald auf dem Programm. 

Daneben gabs schon einiges zu lernen. Zwar "DSDA", aber es gibt hier nun mal keine Helmpflicht auf Zweirädern. Und wir wunderten uns, warum sich die Harley- Fahrer in ihren Unterhemdchen für so unverwundbar halten... Fast jeder Shop, also auch Supermärkte wie zuhause zB REWE, beschäftigt einen "greeter". Der steht am Eingang und sagt "hey, how are you today", oder "your looking great today", gibt Dir die Faust oder einfach nur fünf - den ganzen Tag lang, oft in Anzug mit Fliege... Jeden Abend, wenn wir auf dem Balkon saßen, waren wir weit und breit allein. In der gesamten Appartement- Anlage tut das niemand, bleiben die Balkone leer. Warum, fragten wir. Die Antwort ist so einfach wie unglaublich: Erstens gibts draußen keine Klimaanlage, und zweitens, noch viel, viel schlimmer, keinen Fernseher! DSDA!

Ganz etwas Neues war für uns der "Dog- O- Mat". Ein Beautysalon für die von den Amerikanern ja eher als Familienmitglied, oder besser noch Baby betrachteten Vierbeiner, in dem Fall Hunde. Logisch, dass wir mal hinein  gingen, um uns zu erkundigen... Du wirfst fünf Dollar in den Automat und bekommst Wasser, Schaum und Conditioner (gaaaaaanz wichtig...) für sieben Minuten. Dann nachwerfen oder fertig. So kannst du den Hund selber waschen, Schürze ist vorhanden. Danach gibst du das Tier dem "groomer", der oder die regelt dann den Haarschnitt und feilt die Nägel usw...


Eine echte Marktlücke und Geschäftsidee für zuhause...





Bei IKEA, wo meine Schwester Tina arbeitet und immer wieder gefragt wird, ob sie nicht Karriere machen mag, vergnügten wir uns im Restaurant, weil wir zusahen, wie die Einheimischen das "eat for free"- Angebot nutzten. Kaum zu fassen! Nicht nur, dass die Fleischbällchen ja nun echt übel schmecken, nein, es gab ausreichend Menschen, die nicht nur die üblichen fünfzehn (!), sondern "fünfzehn plus fünf" wählten. Und wir probierten echt amerikanische hot dogs. Mein Tipp: Tut das nicht! Ich ließ zweimal den Senfeimer nachfüllen und es schmeckte noch immer grausig. Das Wuschel warf ihren recht zügig weg..


Wie soll es weiter gehen? Also uns gefällt das ziemlich gut hier. Wir bleiben noch eine Woche. Mindestens... Es wartet unser erstes richtiges Profi- Baseballspiel im Stadion der "Cincinnati Reds" auf uns, wir haben noch einiges in und um die Stadt herum vor uns, es gibt ein Casino und und und... 
Wir melden uns wieder, bis dahin allen alles Gute und herzliche Grüße von 

M & T

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