Nun, erstes Ziel in unserer neuen Richtung (Süd) war die Stadt Milwaukee, am gleichnamigen Fluss und am Lake Michigan, Westufer, gelegen. Wir erreichten die Stadt nachmitags bei Sonnenschein, wohnten etwas ausserhalb und fuhren dann am Folgetag hinein. Alles total ruhig! Null Verkehr, hunderte von freien (Gebühren pflichtigen natürlich) Parkplätzen! Ein Werktag fast ohne Werktätige... Am Tag zuvor, sonntags, war ein riesiges Musikfestival (Kansas, Neil Young u.a.) zu Ende gegangen - wir wussten das natürlich nicht - und viele mussten wohl einen Ruhetag einlegen.
Jedenfalls war es bei unserem Besuch kühl und regnerisch in der Brauereistadt. Als wir gerade beim Kunstmuseum waren, schüttete es sogar, wir konnten eben noch hinein flüchten. Dort tranken wir was, ich wollte eines der hiesigen Biere versuchen. Es gab auch eines, und "oh yes, it's local and it's a really good one".
Lasst es mich so ausdrücken: Dieses kleine Fläschlein Bier, welches sich "Roots" nannte, schmeckte wie eine Mischung aus Automatenkaugummi, gesüßtem Teer und irgendwas aus der Kläranlage! Unfassbar! Aber gut, sagten wir uns, für 7,- $, was erwarteten wir? Ansonsten ist Milwaukee ein eher beschauliches Millionenstädtchen, einige interessante Gebäude und dem echt imposanten, einem Segelschiff ähnlich gebauten und uns stark an die Sydney Opera erinnernden Kunstmuseum direkt am Seeufer. Ja klar, und das "Harley Davidson"- Museum, da die beiden Namen gebenden Erfinder dort ihre Fabrik haben. Aber für uns als Nicht- Zweiradfahrer eben nicht allzu bedeutend.
Inzwischen bewegten wir uns mangels Alternativen zum Teil auch auf den per Schild sogar als toll angepriesenen highways. Aber ehrlich, uns war es dort zu hektisch, von toll war aus unserer Sicht nichts zu erkennen und dann mussten wir auch noch bezahlen dafür...
Dann besuchten wir Chicago! Jeder Schritt darin hat sich gelohnt, und wir schritten viel! Am ersten Tag zeigte sich der Himmel bedeckt und eher grau, trotzdem waren wir beeindruckt. Am zweiten Tag riss es urplötzlich auf, und wir änderten unsere Pläne so, dass wir Teilstrecken des ersten Tages wiederholten, zum Beispiel im "Millenium Park", um noch Fotos bei Topwetter zu bekommen... Der Park ist lohnenswert, zumal gerade ein richtig großes Fest dort stattfand. Wir lernten Kacey kennen, eine junge, aufgeweckte Amerikanerin aus Kentucky, mit der wir eine Ewigkeit lang über Reisen quatschten. Die legendäre "Route 66" beginnt bzw. endet in der Stadt, es gibt Stadtstrände mit Fahrradverleih und mehr. Ach ja, so ein Zweierrad mit Stoffdach wollten wir uns ausleihen, so vier Stunden lang vielleicht. Aber 100,- $ war uns zuviel, wir spazierten und nahmen die Metro... Wenn wir schon dabei sind, parken kostet auch richtig, da bist du für ne Stunde fünfzehn Minuten gleich deutlich über 30,- $. DSDA!
Es gibt mitten in der City das "Hancock"- Building mit Aussichtsplattform, aber hinter Glas. Wir standen bereits in der Warteschlange für den Aufzug und zählten eben 38,- $ ab, als Marion heraus fand, dass es nur eine Etage darunter, also in Stockwerk 96, eine Bar geben müsste. Also fuhren wir nach Erkundigung mit einem Aufzug um die Ecke eben dorthin, tranken für ein gutes Viertel dieses Preises Tee und Kaffee - und konnten ebenfalls hinter Glas in aller Ruhe und auch noch gemütlich sitzend in jede Richtung blicken und fotografieren.
Dass unser Quartier in Chicago dann auch noch eben mal zehn Fußminuten vom größten fashion outlet Center der Stadt entfernt lag, nun, das braucht keine beslnderen Erklärungen. Aber sogar ich habe etwas gefunden...
Zwischendurch wollten wir jedoch wieder Natur. Aus Chicago heraus, und zwar außerhalb jeder rush hour, benötigten wir ganz lässig zwei volle Stunden! Um dann am Südufer des Lake Michigan entlang östlich zu fahren, wo wir zum "Indiana sand dunes"- National Park wollten. Industrie, Öl, Gas, Stahl, alles ziemlich hässlich, aber wir mussten durch. Und dann begann plötzlich der Nationalpark. Aber während unserer Wanderung tags darauf - da hatten wir beim Frühstück schon zwei super nette Leute aus Florida und Michigan [wo es eben gerade Sommer ist - Neid! :-))] kennen gelernt, Barbara und Tom - stellten wir entsetzt fest, dass wir vom Wanderpfad auf den bewaldeten Dünen aus ohne große Probleme die Schlote der Stahlkocher nebenan sehen konnten. Na ja!
Weiter? Wir machen uns dann auf nach Indianapolis. Ich frage in jedem Fall, ob ich mit unserem Ford Focus mal eine oder zwei Runden drehen darf auf der Rennstrecke. Klar, wird nur gehen wenn die Strecke etwa eine Woche nicht anderweitig genutzt wird, denn unsere übliche Reisegeschwindigkeit beträgt nun mal 35 bis 40 mph...
Tja, und dann unterbrechen wir unsere Reise.
Wir machen Urlaub vom Urlaub und freuen uns schon sehr auf den Besuch bei meiner Schwester Tina und meinem Schwager Jürgen in Ohio! Danach schauen wir mal.
Allen zuhause und wo immer Ihr uns lest wünschen wir eine tolle Sommerzeit und auf bald, herzliche Grüße,
M & T
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| Milwaukee - den (einzelnen) Käseladen nennen sie "Cheese- Market" |
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| Kunstmuseum in Milwaukee. Außen..., |
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| ...Glaskunst in der Ausstellung, und das Dach von innen. |
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| Chicago, hier vom 96. Stock aus gesehen | ldunterschrift hinzufügen |
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| Das "Hankock- building. Mit lohnenswerter Bar im 96. Stock... |
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| DSDA! |
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| "Buckingham- Fontaine" |
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| "Millenium- Park" |
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| Wieder Kontrast, im "Indiana sand dune"- Nationalpark. Aber wir sahen schon schönere Parks... |






























Hallo ihr zwei!
AntwortenLöschenGlücklich schaut ihr auf euren Fotos aus! :-) hab die letzten 5 Monate nur sporadisch eure Texte lesen können, und wegen den langsamen FreeWiFi-Verbindungen in Starbucks und Tim Hortons nie die Fotos geladen bekommen. Aber heute hat´s mal geklappt.
Auf das Roots-Bier sind wir auch hereingefallen. Herrliche Geschmacksbeschreibung, trifft´s perfekt! Aber es gibt wirklich gute lokale Biere, am besten in nem Liquor Store besorgen.
Prost und herzliche Grüße aus Halifax, von wo aus wir am Freitag unsere Heimreise antreten werden!
Sabine