Davor besuchten wir das "Hofbräuhaus", ein original Nachbau zu München samt Biergarten und deutscher bzw. bayerischer Speisekarte, welches jenseits des Ohio Flusses liegt mit schönem Blick auf Cincinnati. Naja, als dann die Bedienung im Dirndl ankam...
Aber gut, es ist vieles ein bisschen anders hier. Nicht immer schlechter! Zum Beispiel bekommst du hier in jeder Kneipe und in jedem Restaurant immer ein frisches Glas Wasser, nachgefüllt wenn gewollt, auch anstatt eines anderen Getränks. Und kostenfrei. Du zahlst einen Dollar an der Tanke fürs Luft prüfen oder Luft nachfüllen (selbst natürlich), aber praktisch an jeder Kasse packt dir jemand dein Zeugs ein. Du suchst Knäckebrot meist vergeblich und zahlst es vierfach im Heimatvergleich, aber die Steaks lachen sich alleine von der Größe her halb tot, wenn sie unsere sehen. Ganz zu schweigen, dass sie hier fast überall perfekt schmecken. Und ganz zu schweigen, dass hier fast jeder perfekt was vom Grillen versteht. Viele Weine werden (auch) in 1,5 ltr- Flaschen verkauft, und das Benzin liegt so bei 75 Eurocent pro Liter.
Unser Focus durfte sich hier ziemlich ausruhen, und Waschanlage, Checks und Staubsauger gaben ihm ein relaxt- zufriedenes Gefühl - dass er keine Massage erhielt am "Autopflegetag" war echt alles...
![]() |
Zur Bank fährst du, natürlich. Du holst dein Bargeld ab am "drive- thru" (aussteigen hieße ja auch ein Stück gehen!). Und logisch, auch Einzahlungen, Scheckeinreichungen oder sonstwas wird so gemacht. Plastikbombe auf, Papiere rein, Knopfdruck - durchs Rohr vom "drive- thru"- Schalter in die Bank, der Beleg kommt auf gleicher Strecke zurück. Bloß nicht aussteigen! DSDA!
![]() |
| Bankgeschäfte am "drive- thru"- Schalter... |
Als Fußgänger bist du ein bisschen der Depp. Klar, hier ist alles auf Auto ausgerichtet! Keiner lässt das Auto stehen, keiner denkt an die Alternative gehen, und wenn du es tust (so wie wir mal ab und zu zum nahen Einkaufsladen), dann hupt das überall, weil du ja ständig irgendwelche sechsspurigen Straßen im Schweinsgalopp zu überqueren versuchst. Es war zu sehen, wie Leute mit einem Badetuch und einem Getränk als Gepäck innerhalb einer weitläufigen Wohnanlage für rund 300 Meter zum pool das Auto nutzten...
Auch wenn thanksgiving erst im November kommt, aber weil wir es wollten, gab es Turkey - im Juli! Den komischen Blicken im Laden trotzend kauften wir das Vieh - gute 22 pounds, also runde zehneinhalb Kilo schwer. Tina stopfte ihn mit allerlei Zeugs und dann ab damit für dreieinhalb Stunden in die Hitze des Backofens (für die Insider: Im Bratschlauch). Was für ein Fest! Die meisten der sieben verschiedenen Fleischarten dieses Tieres schmeckten sehr gut, und so wie er zubereitet war, mit Kartoffelbrei und Rosenkohl, war das ein Gedicht!
![]() |
| Turkey - der Amerikaner Thanksgiving- und Weihnachtsschmaus, durchaus auch im Juli immer gerne und sehr wohlschmeckend |
Aber auch die baby- ribs, gut gewürzt und nach zweieinhalb heißen Stunden im Backofen - in Alufolie doppelt gewickelt und bei milder Hitze - als eine Spezialität von Jürgen hatten es in sich und dürfen getrost als Schmaus bezeichnet werden.
An einem milden Abend besuchten wir einen richtig schönen, beinahe heimatlich anmutenden Biergarten. Dreimannband, die Country und Folk spielte, Bier zur "happy hour", voller Laden - und "cornhole"! Zwei Spieler oder Mannschaften stehen sich rund 15 Meter gegenüber, jeder hat drei mit Korn gefüllte Säckchen zur Verfügung und abwechselnd wird geworfen. Und zwar auf die beim Gegner stehende Holzrampe mit Loch. Reinwerfen drei Punkte, bleibt es auf der Rampe liegen, ein Punkt. Bei 21 ist Schluss. Man mag es glauben oder nicht, dieses Spiel macht wirklich Spaß! Der wurde dann nur ein wenig getrübt, als einige einheimische Angeber auch spielten und von sechs vier ins Loch und zwei auf die Rampe warfen, aufreizend lässig und deutlich weniger verbissen als ein paar deutsche Anfänger...
![]() |
| "cornhole" - DAS In- Spiel im Biergarten in Ohio! |
![]() |
| ...geht doch nix über ein "happy hour"- Bierchen |
Das Wetter wurde immer besser, seit langem genossen wir Tage mit wunderbaren 32 °C und Sonne, Marion verfügte über einen großen pool fast für sich alleine und ein Gym, das sie gleichfalls sehr regelmäßig besuchte, gab es in fußläufiger Entfernung.
In und um Cincinnati sahen wir noch einige Stadtansichten, ein deutsches Kaffee, sehr gemütliche Viertel und den ganz neu gestalteten Freizeitbereich am Ohio Fluss. Man kann es nur wiederholen, diese Stadt hat wirklich Charme.
![]() |
| In Cincinnati und direkt auf der Gegenseite des Ohio Rivers, in Covington, das an sich in Kentucky liegt aber von allen irgendwie zu Cincinnati gezählt wird. |
Für hiesige Meinung gleich um die Ecke befindet sich bei Dayton, fast 70 Kilometer entfernt, das größte amerikanische Flugzeug- und Fliegermuseum, dem wir einen Besuch abstatteten. Das zu erwartende Heldengedöns und eine Menge Veteranen, die im Elektrowägelchen und mit nostalgischem Schwärmerblick durch die Hallen tuckern, aber natürlich auch einige sehenswerte Flugzeuge und aus der Anfängerzeit solche, die es mal werden wollten.
![]() |
| Wer auf Abzeichen steht: Diese gabs und gibts im Bereich der air force |
Den letzten Abend genossen wir dann nochmal in vollen Zügen - mit Kingprawns und Rib Eye am Tischgrill, Gemüse und Folienkartoffeln, einer ordentlichen Menge Rotwein, ein bisschen Wehmut und Zigarren. Dass die gut zwei Wochen super für uns waren, steht fest - dafür können wir uns nur bei Tina und Jürgen bedanken. Revanchieren vielleicht mal, wenn sie uns im Black Forest besuchen...
![]() |
| Abend vor der Abreise |
Aber wie es ist, nach etwas über zwei Wochen hieß es auch für uns wieder Abschied nehmen. Leider immer traurig - aber wer weiß, vielleicht sehen wir uns nochmal irgendwo im Land. Grobe Pläne dafür haben wir geschmiedet...
Da noch einige highlights weiter nördlich und vor allem der kanadische Südosten vor uns liegen, müssen wir die warmen Wochen nutzen. So ist dann auch der Ausblick: Wir werden weiter im Bereich der Great Lakes bis zu den Städten im Osten Kanadas, also Toronto, Ottawa, Montreal und Quebec unterwegs sein und danach in Richtung Ostküste cruisen. Etwa Mitte September können wir zurück in die Staaten, dann haben wir wieder sechs Monate ein Visum.
Euch allen geht es hoffentlich sehr gut, wir freuen uns weiter über Kommentare, apps oder emails. By the way, unsere Urlaubsblogseite www.reisefieberweltweit.blogspot.com (oder ... de) wurde inzwischen über 6000 mal aufgerufen!
Herzliche Grüße noch aus Ohio, wo wir in wenigen Stunden abreisen müssen,
M & T
























Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen