Montag, 9. Februar 2015

09. Feb. 2015 - Hammer- Tour in den "Colca"- Canyon

Mulis und Esel - unverzichtbare und sehr geschickte Lastenträger im Gebirge
 Der tiefste Canyon der Welt wartet auf uns
 Die Majestäten der Anden, Condore - kaum hörbar und manchmal richtig nahe
 So solte eine Küche aussehen, einfach und funktional. Und natürlich ohne Strom...
 05.45 Uhr und knapp vor Sonnenaufgang in den Anden
 Unbemerkter Schlafgenosse - ein Meter vom Kopf entfernt an der Wand...
 Im "Colca"- Canyon
 Unfassbare Ausblicke
 Ohne Worte - man staunt sowieso nur
 Ein Foto vom "Colca"- Tal, unmitelbar bevor der eigentliche Canyon beginnt
 Lamas und Alpacas - für uns etwas besonderes, und doch nur Nutztiere
 Eine Oase im Canyon, nur noch für Touristen genutzt - und sehr, sehr basic. Aber mit pool!
 Eine sehr anstrengende, tolle Bergtour
 Und mal Glück und rechtzeitig abgedrückt


Wir haben also wie geplant die dreitägige Tour in den berühmten und schließlich auch tiefsten Canyon der Welt gebucht. Zu viert, da ja Karin und Paul derzeit ebenfalls in Arequipa waren. Leider verstanden die Veranstalter keinerlei Spaß und holten uns bereits um 03.00 Uhr morgens ab. Aber egal, in den Folgenächten standen wir um 5.40 und um 4.30 Uhr auf...  Die Tour war - natürlich - geführt und unser Guide Juan sprach sehr gutes englisch, ein Medizinstudent, will mal Tierarzt werden. Die Gruppe umfasste elf Personen, einen Spanier,  der auch Marokkaner ist, eine Engländerin, die das Bein vor 15 Monaten so schlimm gebrochen hat, dass es noch immer dick geschwollen war..., eine junge Mexikanerin, ein holländisches Paar, deren weiblicher Teil quasi nur jeweils die Toiletten sah, zwei französische Frauen (Tante und Nichte), denen man fälschlicherweise gesagt hatte, sie bräuchten einen Schlafsack, und so sah dann auch ihr Rucksack aus..., und wir vier.

Der erste Tag bestand aus der Anfahrt und einigen Aussichtspunkten, dann aus einem Abstieg über gut 1000 Metern, aber teilweise sehr steil, über Geröll und Felsstufen, echt nicht einfach. Aber halt in Traumlandschaft. Und immer wieder mal Condore in der Luft!

Dass die Unterkünfte dort natürlich eher nur basic sind, war klar. Das bedeutet, es ist ein Raum, natürlich ohne Strom wie alles dort (die Leute kochen mit Kerzenlicht oder Stirntaschenlampe...), mit zwei Einzelbetten. Ende. Wobei es in der ersten Nacht komfortabler war, denn da hatten wir einen Holzstuhl zusätzlich im Raum. Klar jetzt, es gibt dann zwei Kaltwasserduschen irgendwo und zwei Toiletten. Mit Wasserspülung, die jedoch nicht funktioniert... Und dann sind da noch die Mitbewohner!
Wir fanden in der zweiten Unterkunft einen toten Scorpion an der Wand in unserem Zimmer, offensichtlich totgeschlagen. Als wir nach dem - wie immer auf der Tour überaschend guten Essen - mit unseren Taschenlampen zurück ins Zimmer kamen, hatte sich der Scorpion wiederbelebt und war verschwunden. Da hast du nun echt ein bisschen ein komisches Gefühl! Wir konnten ihn auch nicht finden. Mussten aber schlafen, weil 4.30 Uhr... Am nächsten Morgen saß er an der Wand, etwa einen Meter von genau da entfernt, wo über Nacht mein Kopf gelegen hatte... Na ja, es hieß, sie seien hier nicht so giftig...
Der zweite Tag war vom trekking her eher easy, auch wenn es gut vier Stunden auf und ab ging.
Heftig war der letzte Tag, denn um fünf Uhr und ohne irgend ein Frühstück starteten wir streng aufwärts und hatten gut 1000 Höhenmeter vor uns! Das Knie von Marion hielt mit der Schiene sehr gut, meine HWS sagte bei der Hälfte der Strecke "njet"! Marion blieb aber bei mir und ohne ihre motivierende Unterstützung hätte ich es definitiv nicht geschafft. Zwar fragte mich der Guide, ob er meinen Rucksack nehmen soll, aber das Angebot schlug ich ebenso aus wie das, ein Muli zu nehmen. Aufgund meines optimalen Trainingszustandes kam natürlich ab etwa zwei Drittel der Strecke hinzu, dass Oberschenkel und Waden komplett aufgeblasen wirkten und schmerzten, am schlimmsten aber war, dass mein Fuß  gar nicht mehr das verrichtete, was das Gehirn vorgab. Ziemlich heftige Erfahrung! Nun, mit einer aus meiner Sicht extremen Willensleistung schaffte ich es auch, in 3:15 Std., aber wie gesagt, ohne das Wuschel... Und für sie wars wie für alle auch eine echte Nummer. Schließlich fuhren wir später noch über einen 4900 Meter hohen Pass, fuhren zeitweise durch Schnee und sahen noch jede Menge Lamas und Alpacas. Apropos, ich fand jetzt ebenfalls eine schmucke Alpaca- Weste in meiner Größe. Keine Frage,  dass es am Abend ein mächtiges Alpaca- Filet im besten Restaurant der Stadt sein durfte...
Im Moment planen wir (um), denn das Wetter ist so, dass es täglich ab nachmittags regnet und es in den höheren Lagen total wolkig und zum Teil neblig ist. Die geplante Cotauasi- Tour haben wir eben gedanklich verworfen, weil sie für 700,- € schlicht zu teuer ist für das Wetterrisiko.

Habt Spaß an den Geschichtchen und Freude an den Fotos - die wir übrigens deshalb einstellen, um Euch alle möglichst optimal teilhaben zu lassen. Wir melden uns demnächst wieder und wünschen Euch bis dahin alles Gute. Herzliche Gruesse aus einem deutlich und unüblich abgekühlten Arequipa,

M & T
 




 Es geht uns, von heftigen Muskelschmerzen abgesehen, sehr gut...

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