Der Ort als solches kam uns sehr schnell sehr bekannt vor, denn praktisch nichts unterschied sich von zum Beispiel Virginia Beach. Aber sie haben den Speedway und das "Daytona 500". Zum Glück für uns waren wir gut zwei Wochen vor diesem "Nascar"- Rennen hier, denn für das "letzte Loch", dazu noch 55 Kilometer entfernt, wollen sie dann für zwei Nächte im Doppelzimmer lässige 560,- US $ - DSDA! Aber das traf uns ja nicht, unser Quartier war ein sehr schönes, samt ordentlich ausgestatteter Küche, und das nutzten wir auch aus!
Da traf uns schon eher, dass es nachts auf 3° C herunterkühlte und tags kaum über 14° C kletterte. Selbst die Möwen schienen am wirklich schönen und breiten Strand zu frieren...
Apropos Strand. Es gab einige Abschnitte - direkt im Zentrum am Strand - auf die man gegen Gebühr mit dem eigenen Auto auf dem gewalzten, ebenen Sandstrand fahren darf. Die Einheimischen nutzten das ausgiebig, und wir fragten uns: Wo bitte liegt der Reiz, mit einem normalen Pkw gegen Gebühr mit MAXIMAL 10 MPH auf höchstens eineinhalb Kilometer Länge am Strand entlang zu fahren? DSDA!
An einem anderen Tag entdeckten wir einen Vogel am Strand, den wir noch nie gesehen hatten. Zuerst dachten wir an eine Möwe, aber bei dem Schnabel? Sogar mit den Fotos hatten wir Glück und fanden später heraus, dass es sich um einen "Black Skimmer" ("Schwarzmantel Scherenschnabel") handelte.
Klar besuchten wir den Speedway. Wenn man schon einmal hier ist. Aber der Motorsport ist ja unsere Welt nicht so sehr, wir betrachten das doch eher als "schnelles im Kreis herum fahren", mehr kaum. Daher war gut zu wissen, dass wir bereits wieder weg sein würden, wenn die "Fachleute" hier einfallen.
Bemerkenswert, wie wir hinein gelangten: Zuerst fuhren wir an ein Tor. Zwei Wachleute teilten mit, dass man nicht an die Rennstrecke kann, aber dass Touren angeboten würden. Wir fuhren zum Haupttor.
Dort parkten wir nach ein paar "Kurven" direkt vor der Haupttribüne zwischen ein paar Autos von vermutlich Mitarbeitern.
Eine kleine Tür stand versehentlich offen, wir gingen hindurch. Dann über eine Außentreppe ein paar Stockwerke hoch, danach durch den Catering-Bereich, bis wir schließlich zur Haupttribüne kamen. Niemand da! So konnten wir unsere Fotos schießen, in aller Ruhe. Für mich war längst klar, dass wir per Kamera "verfolgt" und definitiv jeden Moment scharf aufgehalten würden.
Wurden wir nicht! Auf demselben Weg erreichten wir wieder unser Auto und fuhren unbehelligt weg...
Während unseres Aufenthalts in Daytona Beach fand weit entfernt in San Francisco das "Super- Bowl"- Finale statt. Da wurde ein echter Hype veranstaltet, alle TV- Sender hatten vor allem dieses Thema vorab, jede Werbung hatte irgendwie damit zu tun und jeder fieberte augenscheinlich darauf hin. Okay, wenn man sich das einmal zu einer "vernünftigen" Uhrzeit ansehen kann, dann tun wir das, so dachten wir. Aber ein wenig enttäuschend war es doch.
![]() |
| "Superbowl-Alarm" im Hotel |
Nach höchstens 30 Sekunden, eher kürzer, wird das Spiel unterbrochen, dann Werbung. Oft wird die Pause wegen der Werbung künstlich verlängert. Das Spiel war mE durchschnittlich, wenn ich auch Laie darin bin. Und die so gepriesene tolle Werbung brachte kaum spektakuläres hervor. Am flachsten war allerdings die Halbzeitshow! Klar, sie inszenieren das alles perfekt, auch die Hymne vorab (Lady Gaga), aber dann war's halt doch bloß Magerkost - das gab's schon deutlich besser (mit den Stones, dem "Boss" oder mit Michael Jackson zum Beispiel)!
Schließlich merkst du am Ende, dass die Übertragung für ein Spiel, das bei einer Halbzeitpause insgesamt vier mal 15 Minuten effektiv dauert, vier volle Stunden beanspruchte. Kein Wunder, dass sie für Millionen von Dollars Chips vorab kaufen...
Nicht sehr weit südwestlich liegt Orange City, wohin wir von Daytona Beach aus fuhren. Der Grund für diese Stadt als Standort lag darin, dass einige State Parks rund herum liegen.
Wir entschieden uns in der Hauptsache für den "Blue Spring"- State Park, der eigentlich "Green Spring" heißen müsste. Das Wasser, das aus einer sichtbaren Spalte aus dem Boden quillt und etwa einen Kilometer Weg bis zur Mündung in den "St John"- River zurück legt, bietet hunderten "Manatees" einen idealen Ort für den Winter, denn sie benötigen mindestens 19° C warmes Wasser. Daneben leben in dem glasklaren Wasser eine extrem hohe Zahl von Fischen, aber auch Schildkröten und Alligatoren.
Der State Park war gut besucht. Allerdings blieben wir bis fast zum Schluss alleine, als wir den acht Meilen langen "Pine Island"- Trail durchwanderten. Totale Ruhe, herrliche, immer wieder sich ändernde Landschaft und Glück!
Denn zuerst ließ sich ein Specht von uns beobachten, danach kreisten immer wieder Truthahngeier, die wirklich vergessen haben "hier" zu rufen, als der Schöpfer seinerzeit die Schönheit verteilte, über uns, und schließlich schwebte grade mal zehn Meter vor uns ein Weißkopfadler majestätisch und lautlos, und auf Augenhöhe vorüber.
Neben einigen kleinen, aber teils vorbildlich getarnten Echsen entdeckten wir an diesem Glückstag auch noch ein Gürteltier, das erst dann den "Usain" spielte und ins für uns undurchdringliche Dickicht wackelte, als wir bereits abgedrückt hatten.
![]() |
| DAS ist mal perfekte Tarnung! |
Nicht unterschlagen wollen wir aber auch, was die traumhaft schöne Gegend zu bieten hatte. Da sprechen am besten wieder einmal die Fotos für sich...
Demnächst brechen wir unsere Zelte in Orange City wieder ab, es steht eine Woche Orlando an, wo wir vor allem ausruhen wollen. Mal sehen, ob uns das gelingt.
Wir melden uns wieder und hoffen, dass es Euch allen sehr gut geht.
Herzliche Grüße aus dem endlich angenehm wärmer werdenden Florida,
M & T
































Wieder ein sehr interessanter Bericht. Und Fotos. Uns gefällt das vorsintflutliche Gürteltier besonders gut
AntwortenLöschen.