Das Wuschel hatte schon am allerersten Tag im Fitnessraum den Hotelmanager getroffen, der sich erkundigte, wie es geht und steht. Es funktionierten ein paar der fast neuen Geräte nicht oder nicht optimal, und er sicherte ihr sogleich zügige Reparatur zu. Nun sahen wir diesen Manager am letzten Tag morgens, wieder im Fitnessraum. Er entschuldigte sich, dass noch nichts repariert sei, die Firma habe diese Woche nicht kommen können. Weiß ich warum, er bot uns nach wenigen Schweigesekunden an, auf Kosten des Hauses im hiesigen Restaurant zu dinieren. Und legte nach zwei weiteren stillen Sekunden noch eine Flasche Rotwein obenauf. Da nahmen wir an, nicht ohne zu bemerken, dass es eine Flasche trockenen Rotweines sein sollte.
Tatsächlich klappte das dann auch gut, die "New York Strip"- Steaks waren vorzüglich, die Beilagen hätten können auch noch besser sein, aber da griff bereits das Sprichwort vom geschenkten Pferd... Den kalifornischen Cabernet Sauvignon hatte er dafür wieder sehr gut ausgesucht.
Wir mochten das Resort wirklich sehr...
Von Kissimmee nahe Orlando verschlug es uns planungsgemäß südostwärts, bis wir die Ortschaft Fort Pierce erreichten.
Schon am ersten vollen Tag hatten wir besondere Erlebnisse!
Wir, also der "Reisguru", fand bei der Recherche ein Landschaftsgebiet, in dem man wandern konnte. Wie üblich die Schilder am Parkplatz, dass es gefährliche Tiere wie Schlangen, Kojoten und Alligatoren gibt. Wir entdeckten auf einer mächtigen Pinie einen Adlerhorst, derzeit mit Jungen bzw. Eiern. Der weibliche Teil des Paares saß im Baum und hielt Wache, Papa- Weißkopfseeadler war gerade beim fischen. Leider war die Szenerie außerhalb dem, was unsere Fotoausrüstung zuließ.
Traumhafte Wasserlandschaft weit und breit, und immer wieder einer oder mehrere Truthahngeier, auch kleinere Tierchen, aber auch pflanzliche Belege, dass drei, vier richtig warme Tage hier gleich nach Sommer schreien! Wir schrieben bis zu 28° C.
Unweit fanden wir die "D. J. Wilcox Natural Area".
Die erste Naturberührung bestand aus einer Armee Moskitos, die mit gestrecktem Stachel zum Sturzflug auf uns ansetzte. Noch vor der "Autan"- Abwehr zählten wir vier Stiche bei mir, drei bei Marion... Es blieb das kleinste Ärgernis...
Kaum im Wald entdeckten wir ein "American Chamäleon", ohne dass wir das schon wussten natürlich. Eine komische, giftgrüne, kleine Echse. Und so platziert, dass kein Foto möglich war! Vor lauter bessere Position finden erschreckten wir das jagende Tierchen und schwupp, wechselte es die Farbe auf braun, so wie der Baumstamm, auf dem es sich befand, dann war es weg! Wow!
Als wir aus dem Wald schon wieder draußen waren und den Parkplatz bereits sehen konnten, bemerkte Marion im peripheren Sichtbereich etwas und setzte ihren Schritt weiter als geplant.
Im selben Moment schlängelte sich eine etwa 120 bis 150 cm lange, schlanke, unbekannte, gelbe, mit braunen Längsstreifen versehene Schlange zwischen ihren Beinen hindurch!
So entstand das "Gummiwuschel", denn eine andere Beschreibung passte nicht für das (allerdings verständliche) Zusammenzucken! Wobei unklar blieb, wer nun mehr erschrak. Denn die Lange verschwand in einem solchen Tempo ins nahe Gebüsch, dass ich nicht einmal ihren Kopf mehr sah geschweige ein Foto hätte machen können. Ärgerlich! Und abends konnte mir nicht einmal google helfen, um was für ein Tier es sich nun genau gehandelt hatte...
Klar konnten wir soviel Glück nicht zweimal hintereinander haben, und das bemerkten wir am Folgetag, als wir unser Top- Privileg nutzten, irgendwo bleiben zu können, so lange es uns passt. Wir durchwanderten den trail also noch einmal, aber die gelbe Schönheit tauchte nicht auf. Immerhin aber konnten wir nochmals die Farbwandlung des kleinen "American Chamäleon" live erleben!
Da saß der schreckhafte Bursche auf einem Plankenweg, der vor dem eigentlichen Wald liegt, und als er uns viel zu früh wahrnahm, war er flugs seitwärts verschwunden, ließ uns aber noch sehen, wie er sich verfärbte. Toll!
Überhaupt gab es trotz allem noch einiges zu entdecken. Weitere Blumen, Meister der Tarnung, Schildkröten und einen Alligator, den wir eher zufällig sahen. Und ehrlich, als wir später genau eineinhalb Meter oberhalb seines Standortes vorbei marschierten und feststellten, dass er dort nicht mehr lag, wir aber auch nicht wussten, wo er überhaupt war, na ja, da war das Gefühl dann nochmal etwas anders, als wenn vier Meter Wasser zwischen dem uns uns liegen... Aber er war wohl im Wasser, denn die Begegnung blieb aus.
Rundherum also nochmals lohnenswert. Von Fort Pierce selbst haben wir wenig mitbekommen, wir wollten es nicht, und die Ankündigung, dass hier ein "Manatee- Center" sei, hatten wir zum Glück nicht überbewertet, denn in dem Punkt können sie nicht mal annähernd mit Blue Springs oder Wakulla Springs mithalten, jedenfalls nicht, was Tiere im Original betrifft. So sahen wir unserem bevorstehenden Auszug hier gelassen entgegen.
Und jetzt?
Weiter an der Ostküste südwärts werden wir cruisen, wohl bis West Palm Beach. Dort einige Tage bleiben und uns umschauen und dann in die Everglades, und dann, ach, reden wir ein andermal darüber...
Bis dahin lasst es Euch so gut gehen wie möglich, wir grüßen Euch herzlich über das "Große Wasser",
M & T























Gummiwuschel!
AntwortenLöschenHab mich schief gelacht!