Als wir die Küste erreichten, verdunkelten urplötzlich fette Nebelschwaden vom Meer her die Straße. Sicht knapp 100 Meter, kein Problem für die Fahrt, aber für alles sonst! Wir sahen so gut wie nichts...
Dafür erreichten wir unsere nächste Station San Augustin früher als geplant. Und, wow!
Der erste Eindruck bereits war toll, obwohl wir erstmal nur hindurch fuhren. Alle noch folgenden späteren Eindrücke bestätigten den ersten...
Im Jahr 1513 betrat Leon, ein Spanier, erstmals hier Land. Er dachte, es sei eine Insel. Zwar umstritten, aber wohl weil alles blühte, nannte er die "Insel" damals "Florida". Der weitere geschichtliche Verlauf liest sich wie vielerorts in USA, denn Franzosen, Briten, Spanier und Amerikaner, sie alle kämpften, übernahmen, verkauften, tauschten und kauften das Land immer wieder.
Als aber an anderen Stellen in Nordamerika zu Anfang des 17. Jhds. erste Siedlungen entstanden, da war San Augustin bereits eine richtige Stadt mit allem, was dazu gehört.
San Augustin gilt als die älteste Stadt in Nordamerika.
Deshalb findet man hier einen wirklich historischen Stadtkern, sehr schmuck renovierte Häuser, schmale Straßen mit Kopfsteinpflaster und natürlich auch das älteste Haus in den USA.
Gerne zeigten sie hier auch ihr altes Gefängnis. Auch wenn es von außen beinahe idyllisch ausschaut, die Zellen und Zustände innen wirkten wenig einladend. Sehr interessant fanden wir einerseits, dass in traumhafter Umgebung im Hof gehängt wurde, und dass der Sheriff hier voller Stolz auf eines von damals vier in Amerika vorhandenen Sets zur Fingerabdrucknahme zurückgreifen konnte andererseits.
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| Seinerzeit der Stolz des Sheriffs: Das Fingerabdruck- Set und die Schreibmaschine |
Darüber hinaus fanden wir das älteste komplett aus Holz gebaute Schulhaus, ein altes Stadttor, einen schmucken Leuchtturm, die "Bridge of Lions" und das sehenswerte Fort, "Castillo de San Marcos". Dieses begannen die Spanier unter Menendez 1565 zu bauen, sie benötigten 23 Jahre. Was Wunder, wenn sie die Außenmauern zum Meer hin sechs Meter dick gestalteten...
Dass die Behörden ringsherum um uns "Zika"- Alarm auslösten, bekamen wir auch nur aus den Medien mit. Aber klar, hier leben sehr viele Süd- und Mittelamerikaner, und dort wütet dieses Virus ja zur Zeit. Also kann jeder Rückkehrer von dort etwas einschleppen. Und dann muss man noch wissen, dass hier bei starkem Wind auch gleich "Tornado"- Warnung gegeben wird...
Wir wussten, dass es einen Regentag geben würde und planten daher bereits vorab, an diesem die beiden riesigen outlet center zu besuchen, die es zufällig etwas außerhalb der Stadt gibt.
Morgens regnete es nicht, es gab Hoffnung... Aber nur kurz, der Regen setzte ein. Die beiden outlets boten natürlich alles, was man sucht, und mehr, alle Firmen waren vertreten. Fünf (!) Stunden hielten wir uns fast dort auf, und es ist völlig klar, dass Regentage die mit großem Abstand teuersten Tage während der Reise sind...
Selbstverständlich hörte der Regen auf und am nächsten Tage herrschte purer Sonnenschein - allerdings war das Thermometer um zwölf Punkte auf 13 Grad abgestürzt. Trotzdem besuchten wir den "Washington Oak"- State Park.
Der besteht aus zwei Teilen, und zuerst durchwanderten wir den Urwald ähnlichen Bereich, mit Palmen, einigen Nadelbäumen und vor allem alten, mit "Spanischem Moos" behangenen Eichen. Sehr schön anzusehen, und mit das interessanteste Bild war das der bis 1955 als solche genutzten A1A, einer Art Bundesstraße. Aber eben als Allee!
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| Kaum zu glauben, aber diese Allee war bis 1955 eine Art Bundesstraße - die A1A |
Teil zwei befindet sich am Atlantik, und außer dass uns ein eisiger Wind entgegen pfiff, erlebten wir noch die bemerkenswerten "Coquina Rocks". Sie sind gar nicht besonders hoch, aber aus diesem Stein wurde unter anderem das Castillo in San Augustin gebaut, und seinerzeit staunten die Beteiligten nicht schlecht, als die Kanonenkugeln der Franzosen an eben diesem Stein abprallten, ohne Schaden zu nehmen.
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| Die "Coquina Rocks" am Atlantikstrand des ""Washington Oaks"- State Park |
Wir sind jetzt soweit, dass es nur noch südlich geht, das letzte Ziel schon fast vor Augen. Wir stellten aktuell entsetzt fest, dass wir bereits die Tage zählen bis zur Heimreise, unglaublich!
Nächste Station wird Daytona Beach sein, und dort bleiben wir definitiv einige Tage. Wir haben mal wieder vorab gebucht - mit Küche, juchu! Endlich werden wir wieder selbst kochen, obwohl wir sonst ja nicht gerade schlecht essen. Aber mir fehlt das durchaus.
Von Daytona Beach oder danach melden wir uns an dieser Stelle sicher erneut. Bis dahin lasst es Euch gut gehen, feiert heftig Fasching - so Ihr mögt - aber passt auf Euch auf.
Herzliche Grüße aus Florida von
M & T
Und denkt an das Ratespiel, und daran, dass es ein RATEspiel ist...



































Wunderbar. Scheint eine interessante Stadt zu sein.
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