Tallahassee zu verlassen fiel beinahe schwer, war es doch sehr schön dort. Über Lake City - dazu sage ich aus gutem Grunde nichts - cruisten wir ostwärts.
Der Besuch im "Ichetucknee Springs"- State Park lohnte sich sehr. Einerseits trafen wir Lisa und Giro, zwei taffe Tiroler, die die Chance einer einjährigen Auszeit nutzten und mit einem knapp Sechsjährigen im "VW Bus" unterwegs sind - Hut ab! Wir haben uns prächtig unterhalten, bis sich die Wege wieder trennten.
Der Park selber mit seiner Quelle und dem Fluss, der satten Vegetation und dem unfassbaren Farbenspiel beeindruckte uns.
Von dort aus erreichten wir die größte Stadt der USA. Was auch wir nicht wussten, eben das ist Jacksonville, welches unweit von Georgia an der Atlantikküste liegt. 2000 Quadratkilometer misst die Stadt in der Fläche, riesig. Dabei zählt sie nicht mal eine Million Einwohner. Aber zehn teilweise echt imposante Brücken, meist über den mächtigen, an manchen Stellen gut zwei Kilometer breiten "St. Johns"- River, der hier den Atlantik füllt.
Uns hat Jacksonville als Stadt jetzt nicht völlig aus der Bahn gerissen, das war aber vielleicht auch ein wenig der Trübheit des Tages geschuldet. Die Innenstadt besteht - neben dem Fluss und dem dazu gehörenden "Riverwalk" - praktisch nur aus Bankenhochhäusern und Kirchen, so jedenfalls der Eindruck. Sehr gut gefallen hat uns aber das "Court"- Building. Der Spaziergang am Fluss wird derzeit wegen einer Baustelle leider unterbrochen.
Der Strand, besser einer der Strände Jacksonville's, die hier übrigens "Jax Beaches" heißen, gefiel uns wieder besser als der in Panama City Beach zum Beispiel. Klar, auch hier stehen die Appartementhäuser und Hotels in Reih und Glied in erster Reihe, aber nicht durchgängig. Der Sand war fein und hell, etwas cremefarbener als noch am Golf von Mexico. Aber sauber war der Strand und ziemlich breit. Natürlich war es auch so, dass - trotz Sonnenschein bei 24° C, und somit endlich "Florida- Feeling" - nicht wirklich viel los war. Außer uns - fast niemand, wunderbar!
Nördlich der Stadt, direkt am Meer und nur noch ein paar Kilometer vor der Grenze zu Georgia, fanden wir den "Talbot Islands"- State Park. Zum wandern einerseits, was wir auch taten, und um die "Black Rocks" zu besuchen andererseits. Unsere gut acht Kilometer lange Tour führte uns durch Urwald ähnliches Gefilde, den Teil am Meer entlang zurück mussten wir wegen der viel zu hohen Flut canceln und daher wieder denselben Weg in die Gegenrichtung marschieren. Trotzdem war es eine schöne Wanderung.
Den Abstecher zu den "Black Rocks" zu nehmen, war mehr als richtig, denn wir erreichten an der Küste den "Friedhof der Bäume", wie wir die Gegend spontan tauften. Hammer! Klick klick klick, machte es da mal wieder. Die Bäume, vorwiegend Eichen, wurden über zig Jahre unterspült, starben ab und stürzten irgendwann um. Einige wenige, denen die Kraft ausgeht, die aber noch stehen, werden sichtbar das gleiche Schicksal erleiden. Interessant auch, dass diese Bäume scheinbar auf schwarzen Felsen liegen, tatsächlich ist es ein harter, aber nicht felsiger Untergrund, der vor allem aus stark gepresstem Sand besteht, vermischt mit längst vermorderten Blättern und Rinde der Bäume.
Schließlich war Genugtuung angesagt! Endlich, endlich entdeckten wir wieder einmal ein Gürteltier! Wieder sehr zufällig, wieder am Waldrand. Diesmal hetzten wir nicht dorthin, sondern suchten uns vorsichtig eine gute Schussposition für die Kameras - sicherheitshalber hielten wir zu zweit und mit beiden Optiken drauf, was das Zeug hielt... Und siehe da, "Usain" hat auch weniger hektische Geschwister! Zwar frisst der Gürtler fast ununterbrochen tief mit dem Gesicht im Grünen, zudem bewegt er sich quasi ständig, aber trotzdem gelang es diesmal, den urzeitlichen Burschen auch abzulichten.
Für mich fühlte sich das an wie ein entscheidendes Tor kurz vor Schluss in jüngeren Jahren...
Wahrscheinlich glaubt Ihr, das folgende klingt doch schon sehr dekadent, aber wir denken inzwischen wohl zwangsläufig ein wenig anders dimensioniert und sagen daher, nun fliegt die Zeit. Zumindest empfinden wir das etwa seit dem Jahreswechsel so. Und wir sagen auch - sorry an alle - die letzten fünf Wochen werden jetzt nur so rasen.
Fünf Wochen? Ja, denn wir rechnen die drei Wochen auf dem Schiff, also die Heimreise, irgendwie nicht mit, oder eben extra. Abermals sorry.
Wir werden es aber genießen, und unsere nächsten Stationen heißen San Augustin und Daytona Beach. Natürlich melden wir uns auf diesem Wege wieder.
Euch allen geht es hoffentlich sehr gut. Auf bald die herzlichsten Grüße über den Atlantik von
M & T
----------->> Und achtet auf den gleich folgenden Blog- Beitrag. Wir freuen uns, wenn viele mitmachen.<<---------































Das Gürteltier war doch gelähm!
AntwortenLöschenTolle Fotos!
Die abgestorbenen Bäume kann ich nur als sensationell be bezeichnen! Ist sicherlich ein toller Nationalpark.
AntwortenLöschenNur weiter her mit solchen Fotos!