Unweit planten wir, wieder einmal ein paar Tage zu campen, das Wetter sah gut aus und einer der komfortablen "KOA"- Campgrounds - das ist der Mercedes unter den Campingplätzen - lag ohnehin an der Strecke. Und wir hatten vor, auch zu grillen, und kauften alles Nötige dafür ein. Grillkohle, Salat und Fleisch vor allem... Wochenende war angesagt, und da musst du ja sowieso Glück haben, um überhaupt ein Quartier zu finden, erst Recht jetzt in der Ferienzeit, von den deutlich höheren Preisen abgesehen.
Also haben wir zu 50,- $ pro Nacht (ehrlich) einen Zeltplatz gemietet, für drei Nächte, aber mit Strom- und Wasseranschluss. Immerhin verfügen wir inzwischen über Verlängerungskabel, Mehrfachstecker, Toaster und Wasserkocher! Nachdem die Formalitäten erledigt waren, zeigte der Zeiger auf 15 Uhr und wir fuhren an unser idyllisch unter Bäumen gelegenes Plätzchen, um aufzubauen. Da zog aber ein Gewitter heran und wir beschlossen, erst einmal im Auto zu warten. Als ein Ast groß für drei längere Lagerfeuer vor unserem Auto herunter stürzte beschlossen wir, wegzufahren und anderswo abzuwarten. Um kurz vor fünf hatte neben dem schon zuvor beendeten Gewitter auch der Regen aufgehört, und fünfzehn Minuten später stand auch das Zelt. Ein wenig vom ursprünglich gedachten Standort entfernt, da dieser inzwischen unter Wasser stand... Die Matratzen wurden beim aufpumpen allerdings ein wenig nass, da es zu regnen begann... Mit grillen war das also nix, und das Wuschel war doch ziemlich schlecht gelaunt. Wenigstens wurde gerade an diesem Freitagabend auf dem sehr abseits gelegenen Campingplatz "gekocht", so dass wir zumindest nicht verhungern mussten. Es gab Pommes, Hamburger und Chips... Aber ich hatte tatsächlich auch Hunger... Über Nacht regnete es dann und kühlte ab, und nachdem wir die aktuelle Vorhersage studiert hatten, cancelten wir die beiden Folgenächte (wg. Krankheit...) und flüchteten.
Zwischenzeitlich erreichten wir Huron bei Sandusky, das neben einigen uns absolut nicht interessierenden Vergnügungsparks auch über eine Reihe von anderen Stateparks in der Umgebung verfügt. Die Stadt selbst haut dich jetzt nicht aus den Schuhen, wir hatten aufgrund der zahlreichen geschlossenen oder zum Verkauf stehenden Geschäfte sogar den Eindruck, dass da ganz ordentlich die Krise vorherrscht.
Aber es gab - wie sehr oft übrigens in den Staaten - eine "ALDI"- Filiale, und da wollten wir natürlich unbedingt mal reinschnuppern. Na ja! Aufgebaut wie unsere Discounter, das Angebot abgestimmt auf US- Konsumenten. Und mitten im Amiland sagt Aldi, sie akzeptieren keine Kreditkarten...
Wir fanden eine sensationelle Unterkunft, ein Motel mit riesigem Garten und Privatstrand (wenn auch klein) am Eriesee. Sogar angeln könne ich dort, wenn ich eine Lizenz hätte, hieß es.
Das haben wir glaube ich noch gar nicht erwähnt, dass wir ja schon vor längerer Zeit eine Angelrute mit ein bissi Zubehör erworben haben, gerade für solche Fälle. Und wie gut, dass ich mir dann auch gleich eine solche Lizenz ausgestellt habe... Übrigens müsste man in jedem Bundesstaat ein neues permit erwerben...
Jedenfalls haben wir neulich also abends an unserem Privatstrand versucht zu angeln. Es war schon relativ spät und hatte zuvor geregnet. Das Wuschel hat direkt am Wasser umgekehrt, ich habe den Moskitos getrotzt - deren zahlreiche Bisse blieben natürlich an dem Abend auch die einzigen, über die ich berichten könnte.
An einem herrlich sonnigen Tag besuchten wir den nur drei Meilen entfernt liegenden "Edison Woods Metro"- Park, den das Wuschel in umfänglicher Recherche entdeckt und mehrere trails zu einem großen zusammen gefieselt hatte. Leider liegen diese trails allesamt im Wald und dort konnten die reichlichen Wassermassen der vergangenen Tage noch nicht verdunsten, so dass wir zwar jeden trail versuchten, aber jeden auch wieder abbrechen mussten. Sehr doof an dieser Geschichte war auch, dass in jenen Wäldern besonders aggressive, tagaktive Moskitos leben, welche augenscheinlich auf Europäer spezialisiert sind - alleine auf meinem linken Unterschenkel (klar, shorts, und klar, kein Mückenspray, tagsüber!) zählte ich 22 Stiche, der übelste Treffer landete in meinem linken Ohrwaschel... Marion erging es kaum besser.
Aber wir sahen in einem anderen kleineren Park zum Beispiel auch Weißkopfadler, die dort an schönen Gewässern leben und momentan Nachwuchs haben.
Auch an unserem letzten Tag in Huron besuchten wir einen der Parks, den "Castilia Quarry Metro", und neben Reihern, Chipmunks und diversen mordgierigen Moskitoschwärmen, die allesamt nur auf uns gewartet zu haben schienen, sahen wir auch eine gut einen Meter messende Schlange, die fast so lange liegen blieb, bis wir fertig waren mit fotografieren. Vermutlich eine Strumpfbandnatter, wahrscheinlich ungiftig.
Trotzdem war dieses Quartier ein Glückstreffer, denn nahezu jeden Abend konnten wir vor unserem Zimmer gemütlich grillen und den Tag ausklingen lassen.
Weiter soll es für uns demnächst entlang am Südufer des Lake Erie und dann bis zur Ostküste des Lake Michigan gehen. Fernes Ziel ist der "Sleeping Bear Sanddune"- State Park, mal schauen, wann wir dort landen und wie lange wir bleiben.
Euch allen schicken wir herzliche Grüße aus dem sehr relaxten Huron bei Sandusky
M & T
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| Quartier in Huron bei Sandusky, Ohio, Eriesee |
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| Grillabend bis zum sehenswerten sunset |
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| Sandusky. Nichts besonderes an Stadt, aber einige schmucke Gebäud... |
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| ... und Gedenk- Monumente |
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| Im "Edison Wood Metro"-Park - aber wenn die trails sooo unter Wasser stehen... |
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| Keine Ahnung, zu welchen Miss- Wahlen diese hübsche, unbekannte Käferdame unterwegs war... |
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| Der und das Wuschel mit gleicher Laune bei Regen... |
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| Im "Old womens creek"- Park, in dem sogar Weißkopfadler zu sehen sind |
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| Im "Castalia Quarry Metro"- Park |
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| Chipmunks - so süß, und immer in Gefahr... |
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| ...denn diese anmutigen Schönheiten sind hungrig, und schnell. |





























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