Dienstag, 23. Juni 2015

23. Juni 2015 - Seen- hopping, Bundesstaaten- hopping, Schlangenalarm und Herzinfarktgefahr bei der Quartiersuche

Inzwischen haben wir die amerikanischen Bundesstaaten New York, Pennsylvania, Ohio und Michigan durchquert. Das hatte Vor- und Nachteile. Nachteil zum Beispiel war, dass wir die ganzen leeren Plastik- und Glasflaschen aus New York- State wie gute Bürger gesammelt haben. Und als die dafür vorgesehene Kiste voll war, schleppten wir alles in einen Supermarkt, um erstens umweltgerecht zu handeln und um zweitens unser Pfand wieder einzulösen. Hahaha! In New York wird Pfand genommen, im Nachbarbundesland Ohio nicht. Also bekommst du auch nix zurück, "maybe in Pennsylvania, but I don't know"... Aber in Pennsylvania auch nicht - also Müll! 
Apropos Müll! Zum einen interessiert es hier absolut keinen, ob Müll getrennt werden sollte oder könnte, und zum anderen tut hier fast jeder was er nur kann dazu, dass auch wirklich üppig Müll anfällt! Ob das Tüten für alles en masse sind oderPlastikgeschirr und - besteck bei jeder passenden und vor allem unpassenden Gelegenheit... 

Ein Vorteil, dass wir ständig in einem anderen Bundesstaat sind ist, dass wir immer noch unerkannt (weil die Steckbriefe an den Staatsgrenzen wohl hängen bleiben) in einen "all- you- can- eat"- Asiaten können. Wir tun das oft, weil wir es sehr mögen, aber wir essen eben auch ein wenig anders als die Einheimischen. Meist werden die Tische um uns herum zwei- oder gar dreimal besetzt, während wir immer noch sitzen. Aber eben auch immer noch essen! Wir gehen durchaus davon aus, dass irgendwo ein Steckbrief existiert...

Wir fuhren jedenfalls von unserem echt schönen "Campmotel" weiter in Richtung Westen und dann erstmal nur wenige Meilen. Denn von Marblehead aus wollten wir auf die "Kelleys Island" - natürlich nur nachdem ich mich vergewissert hatte, dass dort nicht womöglich eine bestimmte family wohnt und/oder womöglich immer und überall deren Musik gespielt wird...
Eine Unterkunft fanden wir, leider war nur noch eine Nacht zu haben - diesmal war es ein fishing- event... Die Insel selbst, auf die wir per Fähre kamen, ließ sich bei Sonnenschein bis genau zur Abfahrt (dann aber während der Rückfahrt dafür ein Regenbogen über dem Eriesee...) ganz gut zu Fuß erkunden. Für uns! Die einheimischen Tagesurlauber hingegen mieteten sich sofort nach verlassen der Fähre eins der zahlreichen angebotenen Golfcars und fuhren über die Insel. Natürlich und im Gegensatz zu uns nur auf den geteerten Wegen. DSDA! 
Für uns ging die Tour am Folgetag - es hatte abends und  über Nacht mal wieder reichlich geregnet - direkt weiter,  und wir fuhren und fuhren und fuhren - denn überall, wo wir anhalten wollten, war es voll, irrsinnig teuer, völlig inakzeptabel oder alles zusammen. Am Ende landeten wir in Marshall, Marion handelte einen super Preis aus und der Asiate, den wir abends überfielen, entschädigte erst einmal für den Tag. Zu sehen gab es in Marshall nichts, vielleicht eine ganz nette, aber kurze Main Street. 
Dass es noch schlimmer geht, erfuhren wir tags darauf, denn es war wieder einmal Wochenende angesagt. Das heißt immer automatisch, dass sich alle Preise fast verdoppeln, Quartiere rar sind und vieles mindestens gut besucht, wenn nicht überlaufen ist. Diesmal kam hinzu, dass irgendwo im Nirgendwo ein mächtiges open- air- Konzert stattfand und in der nächst größeren Stadt ein riesiges Street- Basketball- Event. Kein Zimmer, nix! Eine suite hätten wir noch bekommen, aber, nur informativ, 210,- $/ Nacht. Mit Frühstück allerdings... 
Weil wir auch bereits in Ludington angekommen waren, viel weiter als gewollt, zelteten wir, und weil es erstens so genial dort war und zweitens so viel zu sehen gab, blieben wir gleich zwei Nächte. Ehrlich, es war nicht bloß, weil um die Ecke ein asiatisches  Buffet aufgebaut war.
Im "Ludington"- State Park unternahmen wir eine von Marion ausgeklügelte Wandertour, und neben chipmunks, Spinnen und Rehen, die wir sahen, passierte noch folgendes: Es war supergutes Wetter, ich daher nur Wandersandalen und shorts. Zuerst ging es durch Mischwald, später herrlich entlang verschiedener Seen, die Stadt liegt am Lake Michigan und Lake Hamlin. Etwa mittig unserer Strecke entdeckte ich, genau einen Schritt bevor ich drauf getreten wäre, eine Schlange! Anders als die neulich mal, etwa einen Meter lang. Bevor dann bei mir dieses etwas komische Gefühl aufkam, dass ich womöglich etwas ungünstig angezogen wäre, fotografierten wir bis die Schlange abzog. Leider (für mich) mussten wir von da ab noch sehr viel am Wasser entlang und immer wieder durch Buschwerk am Weg, das ein bissi die Sicht versperrte. Das Wuschel bestand darauf, dass ich vorne gehe... Und tatsächlich, das gleiche geschah ein zweites Mal. Es war eine gleichartige Schlange, größer und dicker als die erste. Wir fotografieren wieder, bis sie verschwand. Da war aber bereits klar, dass ich bei der nächsten Tour anderes Schuhwerk trage. Vermutlich sahen wir "Fox Snakes", die eher ungefährlich sind. Die Tagestour als solche war, wie jeder an den Fotos  sehen wird, grandios. 

Und sonst? Sonst geht es uns gut, wir planen, den Lake Michigan grob entgegen dem Uhrzeigersinn zu umfahren, irgendwann in Chicago anzukommen und von dort über Indianapolis relativ zielstrebig in Richtung Besuch Tina und Jürgen zu fahren. 

Habt Freude an den Fotos (möglichst auch an den Berichten) und lasst es Euch gut gehen. Herzliche Grüße, 

M &  T 


Auf "Kelleys Island" - so sieht der Durchschnitt aus...


Ohne Flagge geht da nix... DSDA!!

Falls je "der Feind" kommt... DSDA!!


Manche denken, zu Fuß gehen sei eine Krankheit... DSDA!!


Die weltweit längsten Riefen aus der letzten Eiszeit

Viel Natur auf "Kelleys Island"






Im "Ludington"- State Park - zufällig dort gelandet und einen echten Hammertag erleben dürfen




Wir wissen es ja, aber sie sind halt zuuuu putzig...


Seltsam und toll anzusehen

 Fast darauf getreten... Vermutlich eine "Fox" Snake, wohl ungiftig




Leuchtturm am Lake Michigan



Lake Hamlin, direkt neben dem Michigansee gelegen und wunderschön


Wie vorhin, nur länger und dicker...















Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen