Mittwoch, 27. Januar 2016

27. Jan. 2016 - Noch eine Hauptstadt, die Mission "San Luis", "Wow"- Tage und "Machu Picchu- Gefühle" bei Tallahassee und des "Reis- Guru's" neues englisch...

Inzwischen erreichten wir Tallahassee. Wieder eine Hauptstadt, diesmal die von Florida. Mit knapp 200 000 Einwohnern eher ein Städtchen für hiesige Verhältnisse, und so überschaubar zeigte sich auch das Zentrum, welches gleichzeitig das Regierungsviertel ist. 
Uns erinnerte Tallahassee ein bisschen an Canberra, die australische Hauptstadt. Denn erstens wurde Tallahasse auch nur deshalb ausgewählt, weil sich sowohl Miami wie Tampa Bay und Jacksonville schlicht weitab von allem befinden, was man als zentral betrachten könnte. In Australien wollte man ja seinerzeit weder Sydney noch Melbourne bei ihrem "Hauptstadtstreit" vor den Kopf stoßen... 
Eine weitere Parallele war, dass abends sehr früh die Bordsteine hochgeklappt werden und dass man vor allem an der absoluten Ausgestorbenheit am Wochenende klar wird, dass es hauptsächlich eine Bürokratenstadt ist. 

Trotzdem hat uns Tallahassee als Stadt ganz gut gefallen. Denn neben einigen sehr ansehnlichen typischen Südstaatengebäuden reiht sich beinahe ein Park oder eine Grünanlage an die nächste. 

Das alte - und bei weitem - deutlich schönere Capitol in Tallahassee










Dass es auch hier eine alte Mission gibt, wussten wir zunächst nicht. "San Luis" wurde im 17. Jhd. bereits gegründet, von einem Franziskanerorden. Heute liegen die wohl restaurierten Gebäude innerhalb einem unglaublich schönen, wirklich großzügigen Park ähnlichen Komplex.

Auf dem Gelände der Mission "San Luis" in Tallahassee



Ein riesiges Wigwam für die indianischen Ureinwohner

Keine Sitzgelegenheiten in der wirklich großen Kirche...

... und eine angemessene Unterkunft für den Chefmissionar (restauriert und modifiziert)


Wenige hundert Kilometer nördlich von uns tobte der Blizzard "Jonas", der es ja dank TV auch in Eure Wohnstuben geschafft hat. 
Wenigstens von dem blieben wir verschont. Nach einem eiskalten, regnerischen Tag schien wieder die Sonne, und zwar gleich in zweifacher Hinsicht. Einmal fett vom Himmel herab, und ein andermal, was unsere Erlebnisse betraf. 
Ohne Übertreibung lässt sich von "Wow- Tagen" und von "Machu Picchu- Feeling" bei Tallahassee berichten! "Machu Picchu" deshalb, weil wir hier für unsere Empfindung ebensolche Hochstimmungsgefühle aufgrund dessen hatten, was wir zu sehen bekamen. 
Ein weiterer Beleg dafür könnte auch sein, dass wir an einem (!) Tag einmal 352 Fotos geschossen haben...

So besuchten wir den "Wakulla Springs"- State Park. "Wakulla Springs" ist eine der größten Süßwasserquellen weltweit, und ihr Wasser steigt mit über 30° C (ganz genau 96,6° F) aus der Erde hinauf. Um den Punkt des Ursprungs ist es dort etwa 75 Meter tief, ansonsten bildet das Wasser zunächst den "Wakulla River", der etwa drei Kilometer lang ist, bevor das Wasser versickert und unterirdisch weiter fließt. Das bedeutet dann eben, dass keine Industrie und keine Schifffahrt möglich ist, und dass die Natur hier noch ziemlich bis sehr ziemlich [:-))] intakt ist. 

Zum ersten Mal überhaupt in freier Natur sahen sowohl Marion wie ich "Manatees". Das sind Seekühe, und obgleich die grundsätzlich nicht zu den schlankesten Erdenbewohnern gehören, bewegten sie sich doch sehr graziös im Wasser. Also, wenn sie zur Oberfläche kamen, um Luft zu holen. Immer wieder erspähten wir eine "Steckdose" auf dem Wasser, wenn sie die Schnuffel heraus streckten. Genial war, dass sogar eine Kuh mit Kalb zu entdecken war.


Sensationell: Mannatees, zu deutsch: Seekühe







Auch der Vogelreichtum in dieser Gegend beeindruckte uns stark, ganz egal, ob es sich um die unterschiedlichsten Entenarten handelte oder um Wat- Vögel wie verschiedene Reiher, um Schildkröten oder auch um mächtige, wenn auch eher hässliche Greifvögel, die stark an Geier erinnern.













Stars der Szene aber auch hier eindeutig die Alligatoren, und - inzwischen sahen wir mehr als zwanzig - wenn man so einer vier Meter langen Kreatur ziemlich nahe kommt, dann muss man sagen, es ist klug, viel Respekt zu haben. Erst recht wenn man weiß, dass letztes Jahr eben hier einer diesen Respekt nicht hatte und prompt mit seinem Leben bezahlte... 









Als dann an einem der Tage auch noch eine meiner Lieblinge sich auf einer Holzplanke sonnte (23° C an dem Tag!) , lange genug blieb für die Kamera und mich bis auf 20 cm heran ließ, da war natürlich alles gerettet! 
Zunächst waren wir sicher, dass die etwa einen Meter lange Schlange eine ungiftige Wasserschlange sei, konnten dies aber leider bisher nicht anhand vergleichender Fotos im Internet bestätigen.





Wir durchwanderten absolut genialen Bannwald mit verschiedenen Vegetationen, vor allem Laubwälder mit Cypressen und der Southern Magnolia oder Palmen. 
15 Kilometer waren wir an einem Tag unterwegs, durch Sand zum Teil, da reichte es beiden. Kein Wunder, dass hier schon Szenen zu mehreren Spielfilmen gedreht wurden, ganz berühmt die für "Tarzan", seinerzeit noch mit Johnny Weissmüller. 
Wir beide fühlten uns hingegen eher wie "Streicher" und "Legolas", wie Waldläufer halt. 





Die stolze "Southern Magnolia"





Wir waren auf dem Fluss unterwegs und sahen massenhaft von unseren "behaarten" Eichen. Nichts zeigt die Schönheit und den Zauber dieser Landschaft besser, finden wir.








Ein großartiges "Hoch" jedenfalls auf den "Reis- Guru" (wer's nicht weiß - das ist mein Kosename für Marion, wenn ich sie als unsere Reiseleitung anspreche), denn sie hat es schließlich einmal mehr herausgefieselt und gefunden.

Und weil uns das ja glücklicherweise so einfach und unproblematisch möglich ist, verlängerten wir auch hier, zuerst um eine Nacht, dann nochmals um eine. Es war einfach zu schön. 
Dazu kam, dass das Wuschel hier trotz ihres neuartigen englisch verstanden wurde... 
Denn ich fragte im Restaurant den "Sushimann" nach etwas "seaweed" und bekam es auch. Das Wuschel erhielt ebenfalls davon, und zwar nachdem sie zu ihm gesagt hatte: "Oh, for me au!" 
... ? 
Jaja, rausgerutscht natürlich; da merkte man, dass sie schon für zuhause wieder deutsch übt.


Unser Weg wird östlich fortgesetzt, irgendwann dann südlich, denn in Orlando wollen wir dann mal wieder eine "Ausspannwoche" (wir sind selber gespannt...) einlegen. Wir berichten weiter und hoffen, dass Euch Geschichten und Fotos gefallen und Euch ein bisschen in Urlaubsgefühle entführen. 
Bis dahin lasst es Euch gut gehen und bleibt gesund, herzliche Grüße aus dem zum Glück wärmer werdenden Florida, 

M & T












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