Die City, besonders am Detroit River, der die USA hier von Kanada trennt, machte allerdings einen durchaus schmucken Eindruck auf uns.
![]() |
| Detroit, skyline |
Dann unterquerten wir den Fluss und starteten unseren Abschnitt Kanada. Mit dem freundlichsten, interessiertesten und lässigsten Zollbeamten übrigens, den wir je erlebten. Da wir es ja nie eilig haben, ließen wir uns Zeit bis Toronto. Aber erstmal mussten wir wieder durch die Niederungen der emsigen und beschwerlichen Quartiersuche für Leute mit limitiertem budget. Weil es nur ein fragwürdiges, schäbiges Zimmer für 75,- €/ Nacht gab, entschlossen wir uns, ein anderes Zelt zu kaufen: Wir tauften es "Palast der Republik", üppig Platz, Stehhöhe, Vorraum mit Rundumsicht und abzutrennen vom Schlafbereich, riesig halt. Und voll geil!
![]() |
| Der (ehemalige) "Palast der Republik" |
Am südlichsten Punkt des kanadischen Festlandes (ehrlich sein, wer hätte gewusst, dass dieser auf Höhe Rom oder Barcelona liegt? Ich glaub nicht) besuchten wir den "Point Peele"- Nationalpark, direkt am "Lake Erie" gelegen.
![]() |
| Nicht grade eine Schönheit - aber wohl schmeckend... ein wilder Turkey |
![]() |
| Rätsel gelöst: Hier also wächst der Grundstoff für die Schwarzwälder Bollenhüte |
![]() |
| Ziel des Unbekannten: Irgendwas in einem Baum. Ergebnis: Dass ich neidisch und verschämt auf meine lächerlichen drei Optiken blickte... |
Landschaftlich schön, und Glück hatten wir auch, denn gerade an dem Tag wurden Schlangen aus der Region gezeigt, unter anderen auch eine totale Rarität der Natur, eine weiße "Rat Snake", die in freier Wildbahn nur ein einziges Mal gesehen wurde.
![]() |
| "Point Peele" - südlichster Punkt des kanadischen Festlands |
![]() |
| Echte Rarität: Eine weisse "Rat Snake" |
Klar campten wir, bei 32 Grad, und Sonntagabends spielte eine Dreimannband Country- Rock auf einer kurzfristig aufgebauten Bühne, die wir von unserem Standplatz aus aus dem Lehnstuhl sehen konnten...
Dass hier Kanada ist und nicht die USA, merkten wir ganz schnell. Einer auf dem Campingplatz veranstaltete seine eigene Hitparade. Gute Musik, mit einer Lautsprecheranlage für ein 30000- Personen- Konzert, und so laut, dass es drei Kilometer weiter sicher noch gut hörbar war. Mit der Besonderheit, dass er jeden song irgendwo mittig einfach jäh abbrach. Bis halb elf abends. Niemand störte sich, jeder hörte zusätzlich noch seine eigene Musik oder spielte Gitarre. Familien mit Kindern saßen bis vier Uhr morgens, schreiend und lachend, als ob weit und breit keiner wäre. Niemand störte das. Gesoffen und krakeelt wurde an allen Ecken, dass es krachte - zum Teil bis fünf Uhr morgens, aber niemand störte sich daran. Zur Erinnerung, in den USA galt ab 22.00 Uhr Totenstille- Ruhe... Wir dachten übrigens seit der Campingnacht bei den "Finger Lakes" in Ithaka, dass wir durchaus wissen, was ein rechter thunderstorm sei.
Ha ha ha! Nun kam gegen 22.30 Uhr Wind auf, dann Sturm. Dann blitzte es wie noch niemals auch nur irgendwo erlebt (wir beide nicht), dazu Donnerschläge, die dir echt den Magen bewegten. Etwa eine Stunde lang. Diesem Gewitter folgte fast übergangslos das zweite, noch schlimmer und mit noch mehr Regen. Das darauf folgende Gewitter war dann dermaßen dramatisch, dass unser "Palast der Republik" zusammenstürzte, nur durch Halten vom Abflug bewahrt werden konnte und wir letztendlich aus Sicherheitsgründen mit einer Decke ins Auto flüchteten, das Zelt aufgebend. Es folgten pausenlos weitere Gewitter, bis kurz vor sechs Uhr morgens, natürlich schliefen wir nicht eine Minute.
Am Morgen danach erfuhren wir aus den news, wieviel Glück wir hatten, denn praktisch rund um uns herum wüteten deutlich schlimmere Tornados und walzten doch einiges nieder.
Das defekte Zelt haben wir übrigens - bereits ganz amerikanisiert - wegen offensichtlicher Qualitätsmängel zurück gegeben. Geld zurück, fertig...
Mit einem Zwischen- Übernachtungsstopp in Woodstock (Kanada, hat nix mit DEM Woodstock zu tun) erreichten wir dann Toronto, das uns mit zehn Grad weniger als die Tage zuvor begrüßte, und einigen Wolken.
Als erstes feierte ich dort sieben Mal ganz schnell hintereinander Geburtstag! Und bin jetzt 65 Jahre alt. Also manchmal.
Alles begann damit, dass wir im "all- you- can- eat"- Edelchinesen gefragt wurden, ob wir älter als 65 seien. Es war erheblich günstiger, als "Senior" dort zu speisen. Man entwickelt ja auch kaum noch Appetit in dem Alter... Daraufhin entbrannte ein ewig langer, verbissen geführter Kampf zwischen Eitelkeit und Schwaben- Gen. Natürlich spielte sich der allein in meinem Kopf ab und dauerte nur Sekundenbruchteile. Das Gen gewann - und seither profitieren wir hier und dort von meinem "biblischen" Alter...
Zur Stadt Toronto, die wir in gewohnter Manier zu Fuß, mit der Metro und per Auto "durchpflügten", sei nur soviel gesagt: Die Stadt ist sehr schön, überschaubar, irgendwie easy going, absolut relaxt, multi- kulti wie selten was und unbedingt lohnens- und sehenswert! Viel mehr dazu sagen sicher die Fotos, die wir bewusst zahlreich für Euch hier eingestellt haben.
![]() |
| Eldorado für das weibliche Geschlecht: Einkaufsmeile auf vier Etagen, und über 60 unterirdische Kilometer mit weiteren Shoppingmöglichkeiten |
![]() |
| Und wir dachten schon... |
![]() |
![]() |
| In Chinatown |
| Das einzige richtige Schloss Kanadas - mitten in Toronto |
| Stillgelegtes Fabrikgelände im neuen look |
Wie gehts weiter? Wir versuchen, ein neues Zelt zu kaufen und werden erstmal nördlich fahren. Nach einem Stopp für einige Tage in der "Georgian Bay" am "Lake Huron" peilen wir dann an, im "Algonquin"- Povincial Park so lange wie möglich Natur (und hoffentlich Elche, Bären und Wölfe) zu erleben, anschließend folgen wieder Großstädte.
Euch allen alles Gute, bis zum nächsten Mal grüßen Euch
M & T









































Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen