Donnerstag, 10. September 2015

10. Sept. 2015 - Pfifferlinge, Lachse, Wechselwetter und der "Gros Morne"- Nationalpark in Neufundland Teil 3

Nach dem highlicht in der "Notre Dam Bay" kehrten wir erst einmal auf Normalnull zurück. Vom Ausflug zur historic site der Ureinwohner Neufundlands, den "Beothuk" Indianern,  ist einzig erwähnenswert, dass wir in dem Bereich an einer Stelle im Wald eine tatsächlich stattliche Zahl wunderbar frischer, saftig goldgelber Pfifferlinge gefunden haben. Nur einmal bücken, abschneiden, eintüten (hier zeigte sich wieder einmal der Vorteil der schwäbischen Herkunft: Eine Tüte ist immer dabei...) und sich auf eine wunderbare Mahlzeit freuen! 

Das blieb von den "Beothuk"- Indianern...


Nur ein einziges Mal bücken...


In Grand Falls, wo es ein Wasserkraftwerk gibt, besuchten wir ein sehr erfolgreiches Lachs- Projekt. Dort wurde eine künstliche Lachstreppe gebaut, von den Fischen angenommen und nun ziehen die einerseits den Fluss hinauf und man kann es beobachten andererseits. Unglücklicherweise begann es zu gewittern - und dann springen sie nicht! Zwar sahen wir sie springen, aber nur wenige. Dafür lernten wir, dass die Pazifik- Lachse nach ihrem Zug zu den Laichplätzen sterben, die Atlantik- Lachse dieses aber sechs- bis siebenmal im Leben tun. 

Grand Falls



Konzentration der Lachse auf den Sprung ...

... und "platsch"!


In Springdale, wo üblicherweise kaum Touristen Halt machen, blieben wir zwei Tage und ließen es ruhig angehen. Auch weil die Wettervorhersage nicht gerade positiv war.  Aber auch nicht wirklich korrekt, denn so übel war es nicht, nur ziemlich kühl. Der "Indian River Trail" dort war gerade richtig, niemand begegnete uns auf der gesamten Strecke.


Unterwegs auf dem "Indian River Trail" 





Eine Birke im schicken Wechselkleid




Das Wetter schlug um, als wir zum "Gros Morne"- Nationalpark fuhren. 14° C und Regen! Dazu war Freitag vor "Labor- Day" und Montag Feiertag... Wenigstens fanden wir eine Unterkunft, immerhin hatten wir zwischendurch richtig fett eingekauft und waren voll auf kochen eingestellt. Wegen des Wetters hielt sich unsere Freude über die herrlichen Ausblicke während der Anfahrt und in dem sehr bergigen "Gros Morne"- Nationalpark doch in Grenzen. 


Typisches Bild unterwegs auf dem Transkanada Highway




Die Freude kehrte aber zurück, denn bereits unser erster voller Tag im Nationalpark blieb zwar kühl, aber komplett  sonnig. Überhaupt zeigte sich ab sofort eher "Schiffschaukelwetter" - voll der Piss oder voll schön, wenn auch frisch!  

"Cow Head" mit seinen tektonischen Verwerfungen und Felsplatten wie dicke, aufgestellte Pfannkuchen war ein absolutes highlight, und wir merkten schnell, dass es kaum irgendwo als trail vermerkt ist, denn wir blieben zwei Stunden alleine. 

Im "Gros Morne"- Nationalpark

Am "Cow Head" Point







Nicht weniger beeindruckend war der "Western Brooke Pond", ein ehemaliger Fjord, den die letzte Eiszeit abgetrennt und selbständig gemacht hat, und der tatsächlich sauberer ist als biologisch eigentlich möglich  - pures Trinkwasser. Von den steilen Felswänden und der wunderbaren Landschaft drumherum ganz zu schweigen.
 
Auf und am "Western Brooke Pond"





Ein gigantisches "rock face", welches praktisch JEDER erkennen konnte,...
 
... wo hingegen hier ich der EINZIGE blieb, der ein Gesicht erkannte (allerdings ist das, was hier abgebildet ist, eine Vergrößerung, im Original isses viel kleiner)






Der "Gros Morne"- NP lässt sich gut in Nord und Süd unterteilen, denn ein Fjord schneidet tief hinein ins Land. Wir blieben auch im Südteil, in Woody Point. Anfahrt im Regen, Ausflüge und Wanderungen bei Sonne! 
So durften wir also "Green Gardens" an der tollen Küste 
und die an sich unwirtlichen, aber höchst interessanten  Tablelands im Landesinneren voll genießen. 

Die Tablelands




Eine Schwester im Geiste, die Pflanze Neufundlands: "Pitcher Plant" - sie ist Fleischfresserin...

 


Unterwegs auf dem "Green Gardens" Trail - super Views, tolle Landschaft!








Aber die Wetterberichte aus unterschiedlichsten Quellen verhießen nur noch "schlecht", also Regen oder kalt oder beides für die Folgezeit, und so entschieden wir, zügig weiter zu ziehen und buchten unsere Fähre in Richtung Festland sogar nochmals um. 
Fazit aber, was Neufundland angeht: Wer Landschaft mag und Trubel entgehen möchte, wer einige Kilometer nicht scheut und nicht zwingend nur Sonne braucht,  der wird sich hier sehr, sehr wohl fühlen. Und es wäre kein Problem, auch lockere sechs Wochen hier zu verbringen (vielleicht ab Anfang Juli...). 

Wir werden nun abhängig vom Wetter durch Nova Scotia und dann, zurück in den Staaten, durch Maine cruisen, um den "Indian Summer" möglichst intensiv zu genießen, danach geht's Richtung Washington DC. Aber Boston z.B. kommt noch vorher...
Allen alles Gute und auf bald, herzliche Grüße von 

M & T 



















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