Donnerstag, 17. September 2015

19. Sept. 2015 - Nova Scotia's herrliche "South Shore", ein gnädiger Wettergott, ein durchaus vorstellbarer Alterssitz, der "Kejimkujik"- Nationalpark und ein "Beitrag zum Jubiläum"

Gleich vorweg, was es mit dem "Jubiläumsbeitrag" auf sich hat: Wir sind heute auf den Tage genau seit zehn Monaten unterwegs und haben noch etwa sechs vor uns. Natürlich fragten wir uns, ob es genug wäre, ob die Zeit für uns subjektiv schnell oder langsam verging, ob ob ob. Alle Antworten besagten, dass es okay ist, im März nach Hause zu kommen. Aber auch, dass wir es sicher gut noch länger "aushalten" könnten...

Halifax verließen wir nicht unzufrieden, denn erstens hatten wir einiges gesehen, zweitens alles wie geplant erledigt und drittens Casino... 
Naja, wir haderten mit dem Wetter; ein trüber Tag, wenngleich trocken. Unser erstes Ziel war dann das Mini- Dörfchen "Peggy's Cove" und sein traumhaft vor (oder eben hinter) einer Felsenlandschaft gelegener und sehr fotogener Leuchtturm, nebenbei der meist fotografierte im Land. Also, eigentlich! 

Als wir den kleinen Ort (weniger als 60 Häuser) erreichten, parkten nicht weniger als zehn (!) Reisebusse auf dem Parkplatz! Und alle waren sie voll besetzt... Was war los? Im Hafen von Halifax waren wieder gleich mehrere Kreuzfahrschiffe angedockt und "Peggy's Cove" war einer der angebotenen Ausflüge... 
Wie irre kletterten wir auf den Felsen umher nach der Suche für die ideale Einstellung, um die stets etwa 30 Menschen direkt am Leuchtturm irgendwie aus dem Bild zu bekommen. Vergeblich. Und dann kam der Zeitpunkt, an dem die Busse ihres Zeitplans wegen abfahren mussten - diesen Zeitplan hatten wir nicht, und so gelangen doch noch Fotos mit freiem Leuchtturm. 






Das Dorf selbst bot auch noch ein paar interessante Aus- und Einblicke, so dass wir nicht überrascht waren, plötzlich zwei volle Stunden dort gewesen zu sein. 

Peggy's Cove








Durch wirklich wunderbare Küstenlandschaft cruisten wir weiter die traumhafte "South Shore" entlang, immer wieder mit großen Augen ob der grandiosen Ausblicke. 






Und kamen so nach Lunenburg. Erste Quartieranfrage: Mildes lächeln. Zweite Anfrage: Gerade eben ausgebucht. Dritte Anfrage: Nein, wir sind PENsionäre, nicht MILLionäre... Aber dann klappte es doch und wir konnten zufrieden losziehen, uns die Stadt anzuschauen, die schmuck über einem Hügel an einem langgedehnten Atlantikarm liegt. Und wow! Also hier könnte man sich niederlassen, sagten wir, denn die Ortschaft ist sehr schön, wir sahen gepflegte alte Gebäude und einen überschaubaren, gemütlich- betriebsamen Hafen. 











Der eigentliche Hammer aber war, dass Marion zwar mit dem Anorak aus dem Motel ging, es aber stetig weiter aufriss und wir bereits als wir den Hafen erreichten weit und breit keine einzige Wolke mehr am Himmel erkennen konnten!  






Wir hatten sowieso den Plan, ein paar Tage in Lunenburg zu bleiben,  denn auch die Umgebung lohnte sich. Und als der Wetterbericht erstmal nur noch Sonne versprach, passte das doppelt. 
So erlebten wir einen herrlichen Tag auf dem "Gaff- Point"- Trail, der gleich an zwei Küsten entlang führte und spektakuläre Ausblicke brachte. Und geradezu unfassbare Farben drängten direkt vor unser Objektiv. Dazu führte der Trail teilweise durch märchenhafte Waldstücke, und wieder einmal wurde uns das Gefühl vermittelt, wir wären die einzigen Menschen weit und breit. 

Wunderbarer "Gaff  Point"- Trail








Auch "The Ovens" war ein lohnenswerter Ausflug. Der Atlantik bohrte über die Jahre etliche Höhlen in die dortige Steilküste, die aus Schiefergestein besteht. 

Die Höhlen in der Steilküste "The Ovens", und die Ausblicke dort







Und schließlich befand sich unweit das kleine Dorf "Blue Rock", so genannt wegen seiner manchmal blau schimmernden Felsen. Okay, unseretwegen wechselten die jetzt nicht extra die Farbe, aber unglaubliche Bilder taten sich trotzdem für uns dort auf. 

Das lighthouse von Blue Rock, und dann an der Küste...




Wir blieben an der "South Shore" (im Radio: saud schår), fanden wirklich noch etliche tolle Fotomotive unterwegs, wie etwa den von Touristen vollkommen außer acht gelassenen Leuchtturm bei Port Meadow. Dort trat ich wieder einmal ums Haar auf eine uns unbekannte, allerdings relativ kleine Schlange. Sie flüchtete schneller als die Kamera erlaubt und wir bemerkten, dass der Kameramann nur Flip Flops trägt... Wie war das noch vor einigen Wochen? 
Wir landeten erneut an geradezu idyllischen Picknickplätzen (ich muss nicht erwähnen, dass wir dort alleine waren) und bogen nach "West- Berlin" in Richtung Norden ins Landesinnere ab, Richtung "New Germany"... Allerdings war unser Ziel Caledonia, Ausgangspunkt für die Touren im leicht auszusprechenden "Kejimkujik"- Nationalpark. 

Unterwegs entlang der "South Shore"


Das "vergessene" lighthouse von Port Meadows

Wunderschöne Picknickplätze sind die Norm - und praktisch überall ist man alleine



Caledonia, ein Nest mit zwei Hand voll Gebäuden, erreichten wir bei 28° C und Sonne pur. Genau das Wetter, das für diesen und auch die Folgetage vorhergesagt wurde, wenngleich es hieß, dass die Temperaturen sinken. Unser Quartier war nichts besonderes, da zeigten die Fotos bei booking.com (wir buchten mal wieder vor, denn es gab quasi keine Auswahl in dem Städtchen) wohl alles, wie es einst ausgesehen hat... 
Dafür bot uns der Park traumhafte Natur; spiegelblanke Seen, riesige Bannwälder, Sandstrände und unglaubliche Einsamkeit. Die Schule hat ja begonnen, inzwischen sind wir fast immer fast überall alleine unterwegs. 
Wir durchpflügten den "Kejimkujik"- Nationalpark geradezu, gingen an einem Tag "Peter's Point", "Snake Lake" und "Old Minor's Trail", wobei alle nicht wirklich schwierig waren. Am "Snake Lake", wo wir erwartungsfroh Augen und Objektive offen hielten,  fragten wir uns, woher dieser Name wohl kommt - wir hätten ihn "Frog Lake" genannt, von Schlangen jedenfalls war nichts zu  sehen.

Im "Kejimkujik"- Nationalpark






Leider sahen wir keine Stachelschweine und keine Weißwedelhirsche, aber wer weiß, wir beschlossen ganz ad hoc, nochmals einen Tag dort zu verbringen. Die interessantesten Tiere jedenfalls waren eine Reihe verschiedenster Frösche, allesamt ziemlich perfekt getarnt in ihrer Umgebung und nur zu sehen, wenn sie aufgeschreckt weg hüpften. 






Wie geht es weiter? Wir halten uns nördlich, dann nordöstlich, werden wieder die Küste ("Bay of Fundy") erreichen und hoffentlich eine ordentliche Portion grandioser highlights dort sehen. Nirgendwo planen wir längere Aufenthalte und denken, dass wir Nova Scotia in plus minus acht Tagen in Richtung New Brunswick und danach bald Maine /USA verlassen werden.
Lasst Euch daheim nicht vom Schmuddelwetter nerven und gönnt Euch jeden Tag ein bisschen etwas besonderes. Noch aus Kanada senden herzliche Grüße, 

M & T


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen