Montag, 28. September 2015

28. Sept. 2015 - Wunderschöner "Fundy"- Nationalpark, wie eine Straßensperre den Menüplan ändert, von Überfluss und Dekadenz, und unser Abschied aus Kanada

Wir hatten die unglaublichen Bilder von den "Hopewell Rocks" noch nicht aus den Gedanken, als wir in den "Fundy"- Nationalpark nahe dem winzigen 232- Einwohner- Nest Alma fuhren. Auf Anhieb ein Quartier zu finden war schon ein tolles Erlebnis, und dann noch so eines wie das, welches wir fanden, das war schon Glück und Dusel zusammen! 




Jedenfalls checkten wir für drei Tage im "Fundy Mountain"- Motel ein und genossen sofort den unglaublichen Blick über unsere grüne Terrasse aufs Meer.
Natürlich hatte das Wuschel in Windeseile Wandertouren für alle Tage zusammen gestellt, ich dafür einen Menüplan, denn Küche vorhanden. 

Schon am ersten Tag wussten wir gar nicht was wir alles fotografieren sollten vor lauter Landschaft. Die "Moosehorn"- und "Laverty Lake"- trails führten durch zauberhaften Mischwald (Bannwald natürlich), dann wieder über Felsen, so dass wir echte Kletterqualitäten beweisen mussten, und schließlich entlang eines Flusses, der glasklares, absolut trinkbares Wasser führte. Und alles unter einer lachenden Sonne und stahlblauem Himmel. 


Unterwegs auf Trails im "Fundy"- Nationalpark





Häufige, aber ängstliche Begleiter - und einfach immer süß

Am "Laverty Lake"


Sonne pur erlebten wir weiterhin, auch wenn das Thermometer kaum noch über 17° C bei Tag kletterte und nachts ganz dicht am Gefrierpunkt herumpendelte, und so war jeder Tag ein Treffer. 
Wir planten einmal einen trail, fuhren durch den Park dorthin und stellten beim einbiegen auf den Parkplatz fest, dass wegen uns unbekannten Bauarbeiten gesperrt war. Ärgerlich. Da wussten wir natürlich noch nicht, dass es sich um die geilste Straßensperre der Welt handelte... 
Noch am Straßenrand strickten wir um und suchten uns eine andere Tagesstrecke, natürlich war die deutlich länger als die geplante... 
Der "neue" trail führte wieder durch herrliche Waldgegend und zum Teil oberhalb den Klippen entlang der Atlantikküste. 








Ganz zu Anfang fanden wir ein paar Birkenpilze, dann ein paar Pfifferlinge. Ende September! Aber gut, wir wunderten uns nicht, fuhren wir doch vor wenigen Tagen durch eine Siedlung für Erntehelfer von den Bahamas; Helfer für die Erdbeerenernte! Jedenfalls nahmen wir die Pilze erstmal mit, ich hatte eine kleine Papiertüte mit. 




Und dann zeigte sich plötzlich das Glück der Umleitung! Ein Steinpilz! Wenige Meter weiter sieben oder acht andere! Neue Tüte, eine mittelgroße Plastiktüte. Und einige Minuten später fanden wir frische, satte Pfifferlinge, soviel, dass wir letztendlich eine normale Plastiktüte benötigten. Am Ende waren es tatsächlich beinahe zwei Kilogramm edelster Pilze, und kaum nennenswertes zum wegschneiden daran. 

Mehr als genug für ein Festmahl!


Das änderte selbstverständlich den Menüplan erheblich, und jeder kann sich wohl vorstellen, was für ein Festmahl daraus entstand! Ich sage nur soviel: Ich konnte danach über einen längeren Zeitraum nicht einmal mehr sprechen...  




Überhaupt änderten wir gleich alles, denn hier war es einfach viel zu schön, um nach drei Nächten weiter zu ziehen - wir hängten zwei Übernachtungen dran. 
Welch gute Entscheidung das war, sollte sich bereits am Folgetag zeigen, an dem wir zwei weitere, allerdings eher überschaubare trails wanderten. Denn wenn sich an einem aus unserer Sicht unspektakulären Tag solche Bilder ergeben, kann das so übel nicht sein insgesamt... 

Im "Fundy"- Nationalpark...




... und im verdienten Relaxzustand danach


Dazu kam, dass wir - aus Versehen quasi - erneut vom Pilzglück verfolgt wurden. Schon anfangs sahen wir herrlich frische Birkenpilze, ließen die aber vor Ort, schließlich waren wir "überversorgt"! Als wir dann aber zuerst mitten in ein Pfifferlingsvolk spazierten, und gleich danach in eine Steinpilzfamilie, da war es vorüber mit der Zurückhaltung. Gottseidank hatte das Wuschel (ich nicht...) eine Tüte mit. 
Und so erhielt die Dekadenz ein Gesicht, "mussten" wir doch unsere geplanten "Spaghetti Bolognese" am Abend mit einer Riesenportion frischer Edelpilze "verlängern"...

Kaum zu fassen, aber das "musste" in die "Bolognese"...


Es bedarf kaum der Erwähnung, dass unsere weiteren Tage ebenso schön vom Wetter und ähnlich erfolgreich was die Pilze betrifft verliefen; es war uns unmöglich, an Steinpilzen achtlos vorüber zu gehen... 




Und im "Fundy"- Nationalpark spielte es keine Rolle, auf welcher Wanderstrecke wir unterwegs waren - am Meer oder eher inländisch - stets konstatierten wir danach einen sehr schönen Weg. 








Interessanter Vergleich beim gleichen Ausblick: Bei Flut...

... und bei nahezu Ebbe

Wir hatten fünf unschlagbare Tage hier verbracht, aber es war klar, der Tag der Abreise würde kommen. Und er kam, und es war zugleich unser Abschied aus Kanada. 
Dies zu resümieren nähme zuviel Platz in Anspruch, daher nur zwei Worte: Absolut sehenswert!

Was kommt? Wir befinden uns aktuell auf dem Weg zum "Acadia"- Nationalpark in Maine/ USA. Dort hätten wir gerne, dass das Wetter so genial bleibt wie seit "ewig", und dass der "Indian Summer" richtig startet. Wir wollen einige Tage bleiben und dann weiter reisen, möglichst immer in landschaftlich reizvollen Ecken, nächste nenneswerte Stadt wird Boston sein. 
Auf bald schicken Euch liebe Grüße  

M & T






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