Samstag, 10. Januar 2015

10. Jan. 2015 - El condor pasa

 Eine der zahlreichen Kathedralen in Cordoba


La Cumbrecita - Die Straße endet, der Schreck beginnt
 Unglaublich  - Forbach in den Sierras...

Hier urlaubt der Argentinier
 Alta Gracia

 Hammerhart - einen ganzen Block lang anstehen für Stütze
 Extrem beeindruckend  - Die Andenmajestäten im Nat.-Park "Condorito"
 

In Cordoba angekommen ging eigentlich sofort die Arbeit los. Wir fragten schon auf dem Weg ins Quartier an einem Bahnhof nach Infos für den tren de las sierras, den wir unbedingt fahren wollten und der laut Reiseführer extrem ausgebucht ist. Da gabs Infos, aber leider war das wohl vor dem Krieg. Inzwischen gibts Schulterzucken.
Wir stellten früh den Wecker und fuhren Taxi, die Station liegt ausserhalb. Und wir bekamen tickets. Zwei Stunden Zugfahrt den Berg hinauf in die Sierras zu 0,60 € pP, einfach😀😀😀. Es ist eine öffentliche Strecke, und in der Tat, auch wenn uns das langsam unheimlich wird, außer uns kein Ausländer, alles einheimische, Touristen oder welche, die in dem Bereich wohnen. Nette Zugfahrt, aber es war regnerisch und wurde erst später besser.

In der Stadt sahen wir etwas, was uns auffiel. An manchen Gebäuden hatten sich lange Menschenschlangen gebildet. Manche über einen ganzen Straßenblock hinweg! Weil wir keine Erklärung fanden, sprachen wir eine Einheimische an und fragten, ob sie englisch und ob sie uns das erklären kann. Sie konnte. Es waren Rentner, die ihre Scheine abholen und andere Leute, die ihre Zuschüsse holen wolten, also alles, was es nicht in bar oder aufs Konto gibt. Gewöhnungsbedürftig.

Dann gings weiter mit Glück. Da ja voll die Urlaubszeit hier ist, kriegst du ja nirgends nix! Ein Mietauto zum Beispiel. Aber wie wir bei AVIS klingelten, sagten eben welche ab und wir konnten ein kleines Wägelchen mieten. Für zwei Tage. Die nutzten wir, um einmal in die Vorsierra zu fahren, die nicht so hoch liegt, aber nette Städtchen und Seen bietet und voll die Urlaubsgegend hier ist. Und dann sollte da ja auch eine Ecke sein,  die stark deutsch geprägt sei. Zuerst erreichten wir Villa General Belgrano, und die Lokale hießen da plötzlich "Bierkeller" und die Hotels "Edelweiß". In Ortsmitte eine plaza, auf der sie ein "Oktoberfest" feiern und wo die Argentinier kaum nachkommen, sich vor einem Bierfass fotografieren zu lassen. Wir fuhren schneller... Aber oft kommts ja dann noch schlimmer.
Und es kam noch schlimmer! In dem Dorf La Cumbrecita endet die Straße, du musst das Auto auf einen Parkplatz stellen, Eintritt bezahlen und wirst im Sammelbus in die Ortsmitte gefahren. Dort sah (und sieht) es dann aus wie in den Voralpen. Oder im Allgäu, oder wie im Schwarzwald. Sie mischten das alles ein bisschen, aber Hauptsache, es wirkt wenigstens irgendwie deutsch... Na ja, wir schmunzelten eher, aber den argentinischen Touristen, die im übrigen zuhauf dorthin fuhren, gefiel das offenbar.

Am nächsten Tag fuhren wir in die höhere Sierra, das sind bereits die Voranden und es ging bis an die 2000 Meter hoch. Wir suchten und fanden einen kleinen Nationalpark, den kaum einer kennt und noch weniger besuchen. Mit Mühe fanden wir den Eingang und einen Ranger, der Infos gab. Eintritt Fehlanzeige, wie ungewöhnlich. Nach einer gut zweisgündigen Auf-und-ab-Wanderung erreichten wir den so gen. "Balkon del Norte", und nach Schmetterlingen und Vogelvieh sahen wir sie, die Andenkönige: Meist recht weit entfernt, dann plötzlich unhörbar über uns, aber insgesamt so an die15 Condore schwebten majestätisch in der Thermik und im Wind. Wow! Wir konnten uns kaum satt sehen, mussten aberdoch irgendwann zurück. Immerhin herschten, wenn auch nicht auf unserer Höhe von 1500 m, 34 °C, und uns ging schon das Wasser aus.
Und, das muss auch betont werden, wir hatten uns für abends ein besonderes Restaurant ausgesucht. Mit Verlaub, aber da haben sich die Leute hier eine wirklich gute Spezialität ausgesucht, denn mein Zicklein konnte sich mehr als sehen lassen, es schmeckte ausgezeichnet (eher besser😊). Im Gegenzug zeigte ich mich aber auch nobel, denn ich vermengte das Zicklein mit einem Santa Julia Sauvignon Blanc, der wirklich all das hatte, was er haben sollte.

Wie gehts weiter? Wir nehmen einen Nachtbus nach Mendoza und hoffen, dass wir dort in irgend einer Form zueinem Fahrzeug kommen und dann eine Zeitlang unabhängiger agieren und planen können. Wir befinden uns dann  ja fast schon an der Andenkette östlich und es gibt eine Menge zu sehen.
Wir grüßen  Euch herzlich und sagen bis bald,
M & T


Auch im El Condorito - zu Fuß  eben...



1 Kommentar:

  1. Hi ihr zwei, liebe Marion,
    möchte mich auch mal bei euch melden.
    Toll was ihr schon gesehen und erlebt habt.
    Die Region Parana mit den Iguazu Wasserfällen und Rio de Janeiro habe ich selbst schon vor 35 Jahren gesehen und ich bin heute noch begeistert.
    Euch wünsche ich noch eine tolle Zeit in SA.
    Bin selbst auch mal weg. Für ein paar Wochen sind Marianne und ich mit einem Wohnmobil in Neuseeland unterwegs.
    Macht`s gut.
    Trainingskumpel vom KSV, Hubert

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