Montag, 26. Januar 2015

25. Jan. 2015 - Don't cry for us, Argentina

Wohnen auf dem Land, hier in Tilcara...
... und in den besseren Ecken, hier in San Lorenzo

 Immer und überall - und sie sind Meister darin!
 Viele Gesichter in Stein - wenn man genau hinschaut
 An Kirchen mangelts weder tags noch nachts...Nirgendwo im Land
Argentinischer Sechsfüßler
 Argentinischer  Tausendfüßler
 Salta vom Hausberg aus
 Echte Esel, auf der Straße, nicht hinterm Lenkrad
 Eine Tortilla (mit Käse) gehe immer, sagen sie hier
 Schön, und fotogen
 Gauchos, immer freundliche Abenteuertypen

Sodele, wie angekündigt melden wir jns noch einmal. Noch einmal deshalb, weil wir morgen früh Argentinien verlassen, und zwar per Bus in Richtung San Pedro des Atacama, Chile. Da soll es dann zügig, wei wir dort ja schon waren, weitergehen bis Iquique, also mal ans Meer.

Hier in Salta, wo wir bei herrlichstem Wetter sind, haben wir Karin und Paul aus der Heimat getroffen, die ebenfalls längere Zeit unterwegs sind. Das war nicht geplant, aber da sich unsere Wege plötzlich kreuzten und man schließlich per whats app verbunden ist, passte es bestens. Das wurden natürlich lange Abende...
Leider kämpft ein Teil von uns gerade mit Magen- Darm- Problemen, so dass es gerade richtig war, hier nicht allzu viel tun zu wollen. Wird aber zum Glück besser.

Wir wollten ja mal über ein paar Auffälligkeiten, die wir zumindest so empfunden haben, berichten. Ihr lieben Argentinier, die Ihr hier mit lest, seht es uns nach, es ist nicht böse gemeint.
Also, ohne eine Priorität vorzunehmen, einige Beispiele.

In praktisch allen größeren Ortschaften kannst du dein Auto nirgendwo über längere Zeit stehen lassen, auch tagsüber nicht. Es gibt quasi in jeder freien Nische eine Parkgarage, welche 24 Stunden besetzt ist. Klaro, dass Mietfahrzeuge dort untergestellt werden müssen... das kommt dann immer noch  auf die ohnehin vollkommen überteuerten Preise hinzu. Es sei denn,das Quartier bietet etwas an.
Wenn es hier regnet, dann kommt Wasser! Nicht wie zuhause, sondern richtig! Unmengen in extrem kurzer Zeit. Da ist auch logisch, dass die Bäche auf den Straßen  herunter donnern und die Abwassersysteme es nicht verarbeiten. Das geht dann aber auch auf den Straßenzustand. Löcher sind normal. Daneben gibt es die "Bremsen" vor bewohntem Gebiet. Das sind zuerst kleine Erhebungen, alle 15 Meter etwa, so rund 30 Stück pro Richtung, allerdings auch, wenn du ortsauswärts fährst... In den Ortschaften gibt es die "Zona de lomos del burros", das sind meist gelbe (leider oft auch unsichtbare) richtiggehende Zementwülste quer über die Straße, die kaum mehr als 10 km/h erlauben ohne Achsbruchgefahr.
Dann fiel uns auf, dass alle Gebäude, die höher als etwa acht Stockwerke sind, Namen haben, oft "Florida", "California" und so.
Dafür haben sie es nicht so mit der Beschilderung innerhalb der Städte. Nur gut, dass man das gelernt und einen brauchbaren Orientierungssinn hat. Sonst wäre das schon hier und dort böse ausgegangen...
Zum Frühstück. Das besteht fast immer und überall aus süßen Hörnchen lder Stückchen, dazu auch mal ein sehr trockenes Brötchen (so ähnlich jedenfalls), mit Marmelade oder dulce (das ist Karamelzeugs, süß). Kaffe mit und ohne Milch, Tee. Es gab schon die Situation, dass man mir sagte "nur ein Kaffe pro Gast pro Frühstück" (war aber eine Ausnahme).
Der Fernseher läuft überall und immer!  Auf manchen öffentlichen Toiletten nicht, aber sonst eigentlich immer...
Siesta gibts häufig, das ist für uns ein wenig ungewöhnlich. Es wird seine Berechtigung haben, klar, denn es ist während dieser Zeit oft richtig heiß, aber es ist gewöhnungsbedürftig. Vor allem eben deshalb, weil wir uns fast jeden Abend die Nase zu brechen drohen, weil wir an die Glastür stoßen, wenn wir essen wollen. Nahezu immer sind wir alleine im Restaurant, weil der geneigte Argentinier kaum vor halb zehn kommt...

Das VISA- Zeichen siehst du immer und überall. Und doch wollen sie fast immer und überall (Tankstelle, da gleich mit Hinweisschild, Hotel, Busbahnhof etc.) effectivo, also bares, und du hörst dann, das "das Gerät für Kartenzahlung momentan defekt ist". Ähnlich verhält es sich mit Internet und wi-fi. Jedes Hosttal, jedes Cafe, jede Kneipe jnd jede noch sonkleine Klitsche wirbt mit einem Schild, aber wenn der Ernstfall eintritt und tatsächlich einer online gehen möchte, dann gehts wiedr los: "... momentan leider nicht in Funktion...")Die Argentinier müssen sehr oft, auffällig oft Schlange stehen. Ob dS am Bus, am Bankomat oder sonstwo ist, sie tun das auf eine mehr als bewundernswerte Art und Weise. In Reih und Glied, ohne drängeln, mit einer Eselsgeduld, das kannst du dir bei uns gar nicht vorstelen, unbeschreiblich!
Es gibt sowohl auf dem Land wie in derStadt eine große Zahl offensichtlich herrenloser Hunde. Aber die verhalten sich besser als manche abgerichtete bei uns. Wir wissen nicht, wie sie es machen, aber die Hunde bellen kaum, betteln nicht, beißen nicht und stören nicht einmal. Wirklich außergewöhnlich. Erst Recht, wenn man an Asien denkt.

Fleisch. Fleisch hat hier eine andere Bedeutung als bei uns. Das gibt es immer und überall. Ob es nun empanadas sind (etwas, was man bei uns einführen sollte!), ein bife chorizo oder eine Parrillada, es schmeckt an sich immer vorzüglich. DieArgentinier sind Meister in der Zubereitung, und so wundert es kaum, das selbst an den recreation- areas an manchen Straßen  ein mächtiger Grill steht, der auch stets perfekt genutzt wird. Da fährst du mit dem Nasenlöchern groß wie bei einem Pferd vorbei... Also ich jedenfalls.

Zumindest die Hostals und durchschnittlichen  Hotels bauen sie hier auf eine besondere Art. Wenn da zum Beispiel fünf Zimmer nebeneinander sind, dann hörst du den im hkntersten Zimmer husten, wenn du im ersten wohnst. In Wirklichkeit natürlich nicht, denn tatsächlich hätte der im hintersten Zimmer seinen Fernseher so laut, dass sein husten übertönt würde. Immerhin würde ein Argentinier niemals in ein Quartier ohne TV ziehen. Du denkst wirklich oft, dass sie nur zwei Tapeten gegeneinander geklebt haben als Wand. Dabei sind es meist richtige, wenn auch sehr dünne Rigips- Platten...
Hier einenKurs in der Herstelung von Toilettenpapier anzubieten wäre wohl eine echte Geschäftsidee. Dies ist fast immer (es gab eine einzige Ausnahme) so hergestellt, dass du zwölf mal faltest und trotzdem höllisch aufpassen musst,  dass du zuletzt nicht dastehst wie das Hände waschende Fingertier...

Wir verlassen das Land und schlagen somit das dritte Kapitel der Reise nach der Kreuzfahrt und der Osterinsel zu. Wir haben ein sicher zwiespältiges (wirtschaftlich, sozial) Land gesehen, das uns aber unglaublich viel Abwechslung gezeigt hat und mehr als häufig unbeschreibliche, schlicht traumhafte Landschaften. Wir durften feststellen, dass die Menschen sehr offen und sehr freundlich sind. In den ganzen Wochen gab es für uns nicht eine bedrohliche oder kritische Situation. Deshalb resümieren wir sicher so, dass es sich total gelohnt hat, Argentinien zu besuchen, auch wenn es leider inzwischen ein bisschen sehr teuer geworden ist.

Wir hoffen, Euch allen geht es sehr gut und Ihr lasst es Euch bestens gehen. Noch einmal erinnern wir Euch an das KM- Spiel, das zum Monatsende ausläuft. Wir meinen, der bisher beste Tipp ist durchaus schlagbar...

Wir melden uns bestimmt aus Chile wieder und grüßen Euch auf bald herzlich,

M & T



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