Freitag, 23. Januar 2015
22. Jan. 2015 - Unglaubliches Tilcara und Reise in die Wolken
Jaja, ein neuer Beitrag! Wir haben inzwischen versucht, ein kleines Dorf, sehr indigen und fett inmitten von 5000ern gelegen, zu besuchen, nördlich von Humanuaca. Aber das misslang, weil es ab Jujuy regnete und wir in den Wolken spazieren gegangen sind. Also aus der Stadt, die im übrigen von unglaublicher Trostlosigkeit geprägt ist (erst recht bei Regen natürlich ), verschwanden wir ziemlich flott wieder, schnellstmöglich eben. Klar aber auch, denn wir suchten verzweifelt ein Cafe oder ein Lokal, und das einzige das wir fanden, war am Busterminal direkt. Das glaubst du nicht, aber als wir bestellten, hieß es "Tee und Kaffee no tengo, manana", 😀😁😁😁. Heisse Empanadas bekamen wir...
Wir schafften es zurück bis in ein kleines Städtchen namens Tilcara, und das war ein echter Gewinn. Denn es gab alles, und es regnete nicht. Und am Folgetag riss es sogar so auf, dass es uns möglich war, die wunderbaren Ausblicke in Purmamarca zu genießen. Natürlich bestiegen wir den ersten Berg am Ortseingang, um die Aussicht zu bekommen. Das ist echt zu empfehlen. Und klick, klick, klick.
Ohnehin schießen wir augenblicklich mehr als hundert Fotos am Tag! Es ist keines zuviel, wirklich nicht, und abends hocken wir da und wissen nicht, was rauswerfen... Obwohl es natürlich sein muss...
Aber nicht nur das. Beim Frühstück saß dieser Tage eine fünfköpfige argentinische Familie neben uns. Als wir aufstanden fragte mich die Frau wegen eines Fotos. Spanisch natürlich. Ich begriff sofort (denn immerhin kann ich ja gar kein spanisch) und griff nach ihrer Kamera, um sie mit den Kindern zu fotografieren. "Ähm, nee", gab sie mir zu verstehen, "sie wolle ein Foto von uns mit ihrer Familie zusammen". Ja dann!
Keine vier Stunden später trafen wir zufällig ein Pärchen, Franzosen, aber wir verständigten uns englisch. Es stellte sich heraus, dass sie in Berlin leben, deutsch sprechen und als Künstler arbeiten. Die wollten ebenfalls ein Foto von uns - und stellen es mit anderen ggf. in Berlin aus. Ja dann!
In dem wirklich hübschen Tilcara durchpflügten wir natürlich auch den einheimischen Markt um die plaza, wo es eine Menge typisches Kunsthandwerk gab. Allerdings fanden wir für das Wuschel auch eine Alpaca- Strickjacke, warm und schmuck. Für meine Statur - no tengo!
Wir waren inzwischen in der Nähe von Salta, in San Lorenzo. Dort entschlossen wir uns, unsere Enttäuschung darüber, dass eine der verrücktesten Zugfahrten der Welt, der "tren de las nubes" (Zug in die Wolken), den wir fest eingeplant hatten (der aber leider nur von April bis Dezember fährt), in Hochstimmung umzubauen. Wir besorgten uns ein kleines Auto, das ging sogar flott, und schlugen das Angebot, per LKW mit vielen anderen und für 180,- € zu zweit, dort hinauf zu fahren, aus - und fuhren selbst. Es ging über zum Teil unbefestigte Schotterstrecken 150 Kilometer stetig bergauf, bis wir schließlich auf 4200 Metern waren. Aber die Aussichten waren unglaublich! Schlicht beeindruckend. Alle paar Kilometer mussten wir anhalten und fotografieren. Wilde Pferde, wilde Esel, Alpacas, einen Wüstenfuchs und Fünfeinhalbtausender mit Schneemützen, all das gab es neben vielem mehr zu bestaunen. Das war wirklich so, als ob du in einem "Highlights of Argentina"- Bildband blätterst. Jede neue Seite ein "wow"!
Nun haben wir uns entschieden, über Chile, San Pedro de Atacama, Iquice, bis Peru zu reisen, erste Station wird dann mal für eine knappe Woche oder so Arequipa sei. Zuerst allerdings bleiben wir einige Tage hier in Salta und versuchen sowenig als irgend möglich zu tun. Es ist tatsächlich so, dass Kopf und Augen eine Pause benötigen, so doof es klingen mag, aber wir nehmen Urlaub vom Urlaub.
An dieser Stelle danken wir denen, die sich schon am Kilometer- Ratespiel beteiligt haben und legen es allen anderen nochmal ans Herz. Sicher gibt es bald einen neuen Beitrag, in dem wollen wir vor allem einmal beschreiben, was hier so typisch ist und wo dir einfach nur das Maul offen bleibt... Wir grüßen Euch herzlichst aus dem toll zwischen Bergwald gelegenen und doch warmen Salta im Norden Argentiniens,
M & T
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Super Bilder und tolle Landschaften. Wir wünschen euch weiterhin eine schöne Reise. Grüße aus dem kalten Ländle. Renate und Ignacio
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