Samstag, 31. Januar 2015

31. Jan. 2015 - Andenüberquerung, ein Dèja-vu und Wechselfallenschwindel im wunderschönen Iquique, Chile


 Bereits in Iquique entdeckt
 Sind streitsüchtig, verfressen, streng riechend...
 ... meist einfach nur faul!

Erkennt jemand den Drachenkopf? Fotografiert zw. San Pedro de Atacama und Calama
Irgendwo im chilenischen Andenhochland - hier willst du nicht geboren sein

Die Erde reißt auf in der Hitze
An einem der Stadtstrände von Iquique in Nordchile
Wenn etwas unglaublich ist, dann diese"paila marina" - hundertdreissig und mehr versch. Muscheln, tolle Brühe und noch anderes Fischzeugs...

Stadtstrand Iquique

Einfach nur



Wir fuhren also im Bus nach San Pedro de Atacama, und man darf sagen, dass dieses Teilstück der Andenüberquerung durchaus seinen Reiz hatte. Denn alleine bis hinauf zur argentinisch- chilenischen Grenzstation schlängelte sich der Bus mühsam durch eine Unzahl von Serpentinen. Die Sicht wurde immer spektakulärer, die Luft dafür immer dünner. Tatsächlich haben wir das gemerkt, es waren aber auch bis 4700 m Höhe, wo wir da waren. Salzseen, schneebedeckte Hügelchen und Alpacas begleiteten uns, und bereits eine halbe Stunde vor Ende der Fahrt erkannten wir den Hausberg von San Pedro de Atacama.
Die Stadt in der Wüste hat sich stark verändert, also nicht grundsätzlich, aber sie wuchs und wächst. Die Innenstadt heißt jetzt "Centro", damals wurde gar nicht unterschieden... Weil wir außen  herum ja bereits alles gesehen haben war klar, dass wir nur übernachten. Trotzdem machte ich mich am nächsten Tag auf und fotografierte ein wenig. Besonders die schmucke, weiß  getünchte Kirche hatte es mir ja schon immer angetan. Aber was für ein Schock! Komplett eingerüstet, ohne Farbe stand sie etwas verlegen in der Sonne, eine trostlose Baustelle... Wie gut, dachte ich, dass wir uns ja anders kennen.
Ansonsten Tour- Agenturen ohne jedes Ende, sehr, sehr touristisch. Weiterer Beleg dafür mag folgende Begebenheit sein: Als wir am Busterminal warteten, und das ist nicht eben groß, fragten uns zwei europäische Touristen, die gerade aus einem Bus gestiegen waren, ob das hier San Pedro wäre. Hä? Wir bejahten wahrheitsgemäß.

Am folgenden Tag ging es zuerst nach Calama, und nach einer kurzen Pause weiter bis Iquique. Marion hatte es geschafft, die Top-Plätze zu buchen, das sind die in der ersten Reihe im oberen Stock des Busses, Panorama genannt. Auch wenn erst schlimme Bilder zu sehen waren, wie sie nämlich die Erde ausbeuten und der Abraum bald so hoch liegt wie die richtigen Berge, so war es doch eine wunderbare Strecke. Das Andenhochland ist von einer unbeschreiblichen Unendlichkeit und gleichzeitig eintönig wie kaum etwas. Nur trockene, von der Hitze aufgeplatzte Erde. Doch plötzlich findet sich eine Ortschaft an sattem Grün. Trotzdem, da willst du nicht geboren sein! In Richtung Iquique wurde es lebendiger und etwas abwechslungsreicher. Die Sonne war bereits ins Meer gefallen, als wir Iquique schließlich erreichten. Es geht einfach kurz und bündig vom Berg hinab, dann kommt die Stadt und dann sofort das Meer. Eine traumhafte Lage, aber es war bereits dunkel.

Am Tage wurde schnell klar, dass es eine schöne Stadt ist, die große Altstadt erinnert von ihren typischen Gebäuden an eine Westernstadt. Der Fischerhafen scheint ziemlich ursprünglich, und was wir an Pelikanen und Seelöwen und vor allem ihrem Gebaren gesehen haben, war absolut spektakulär. Dazu ist es hier natürlich schon so, dass an jeder Ecke empanadas mit Meeresgetier gefüllt verkauft werden und außergewöhnliche Fruchtsäfte  ebenso. Natürlich isst man auch Fisch, und die "Paila Marina", die ich hatte, das war so eine Brühe, dass ich vor Neid (wie man das so gut hin bekommt) fast geplatzt wäre und von den weit über 130 verschiedensten Muscheln alle gegessen habe, ebenso wie alles andere, was noch so darin schwamm! Nicht zu beschreiben!

Da wir hier ja alles locker angehen wollen und Kraft sammeln für Peru, gabs kaum highlights, den Besuch im Casino vielleicht, der damit endete, dass die Urlaubskasse eine kleine Aufstockung erfuhr.
Schließlich führte das aber wiederum dazu, dass wir zuviel Bargeld mit herum schleppen. Wir fragten mal wegen tauschen in Soles, also peruanisches Geld. Aber das hatten alle "Gambios" gar nicht, okay. Wir dachten, gut, dann in Dollar wechseln, das nehmen sie überall, und tatsächlich erhielten wir ein wirklich faires Angebot, nämlich den Preis, den auch unsere currency- app vorschlug. Gut, allerdings war dann auch ein 100,-$-Schein dabei, und den wollten wir in kleinere Scheine gewechselt haben. Aber bei dem Verhau, den der gute Mann mit seinen beiden mit unterschiedlichsten Währungen gefüllten Kassen da hatte,  waren natürlich kaum Geldscheine zu finden. Wir wissen jetzt nicht, wie das lief, jedenfalls hatten wir zum Schluss zwar immer noch den Hunderter, aber irgendwie 180,- $ statt der 160 vor dem Wechselversuch. Wir merkten es erst, als wir wie üblich das Geld aufteilten. Ich zumindest wollte natürlich sofort zurück,  aber während wir diskutierten, müssen wir irgendwie blöd abgebogen sein, so dass ich es auch nicht mehr gefunden hätte. In der fremden Stadt...

Wie sind die Pläne? Wir fahren am Sonntag per Bus bis Arica und hoffen, tags darauf bis Arequipa/Peru zu gelangen. Das Wuschel hat in bewährter Manier eine mögliche Reise durch Südperu bereits ausgearbeitet, aber wir nehmen das als Gerüst und schauen mal vor Ort.
Bestimmt melden wir uns von dort wieder. Bis dahin wünschen wir allen eine gute Zeit, möglichst wenig Schnee zum schippen und keine Grippe. Herzliche Grüße aus Iquique,

M & T

Typisches Bild in der Altstadt von Iquique

Schön, anmutig und gar nihcht scheu - Pelikane

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