Freitag, 1. Januar 2016

1. Jan. 2016 - Wetterchaos rund herum, der "Big Thicket"- Nationalpark, der wunderbare Süden, ahnungsfreie Croupiers und wahr gewordener "Traveller's Albtraum"

Zu allererst wünschen wir allen noch einmal ein gesundes und glückliches Gutes Neues Jahr! 

Wir verließen Houston ostwärts. 
Aus Richtung Norwesten kamen weder gute Nachrichten noch gutes Wetter, eher umgekehrt! Verrückte Regenfälle, Tornados wegen den zu hohen Temperaturen und eine Kältewalze aus Alaska... Unsere "Flucht" endete am ersten Abend in Silsbee, einem vollkommen unbedeutenden Kaff. Zwar regnete es und war etwas windig, aber für hier war für die Folgetage immerhin Sonne- Wolken- Mix angesagt. Bei 24° C kamen wir spätnachmittags an - bei 7° C öffneten wir am nächsten Morgen um zehn Uhr unsere Zimmertür... 

Im rund 25 Meilen entfernten "Big Thicket"- Nationalpark verbrachten wir während der Durchwanderung zweier trails einen angenehmen Tag, endlich wieder einmal Natur um uns und keine Stahl- und Steinkolosse. Schon nach Entdeckung dieser unbekannten Schönheit war der Tag komplett gerettet, auch wenn die insgeheime Hoffnung auf Sichtung einer "coral snake" nicht erfüllt wurde. 











Für uns hieß es dann, Texas verlassen und in Louisiana ankommen, ein neuer Bundesstaat. Das Land flachte inzwischen total ab, wir befanden uns unweit des Golfs von Mexiko, und eigentlich besteht in dieser Gegend alles aus einem einzigen Sumpfgebiet. 
So freuten wir uns im "Sabine National Wildlife Refuge", das wir für zwei trails bei trockenem, aber kühlem Wetter besuchten, auf unseren ersten Alligator. Daraus wurde leider nichts, wir vermuteten, dass es schlicht zu kalt war bei nur  14° C. Allerdings zeigte sich die Gegend reich an Wasservögeln, und einer hoppelnden "Bestie" kamen wir dann doch noch gefährlich nahe.








Das Wetter wurde schlechter, also kälter und ohne Sonne, aber wir konnten froh sein, dass wir bereits so weit östlich waren, wenn wir die Nachrichten und schrecklichen Bilder aus Dallas sahen und den Orten, wo wir vor nicht allzu langer Zeit waren. Auf unserem Weg nach Houma, wo wir Silvester bleiben wollten, hatten wir echtes Fotoglück, stoppten wir doch einmal an einer Stelle, an der eben Tausende von Wildenten starteten. 





Das Glück fuhr noch ein Weilchen mit uns. Denn das ansonsten vollkommen nichtssagende Örtchen Baldwin bei Franklin, in welchem wir übernachteten, verfügt über ein Casino. Dass es allerdings dermaßen viele komplett ahnungslose Croupiers in einem einzigen Casino irgendwo auf dieser Welt geben könnte, das hätten wir uns nicht gedacht! Ich spielte eine gute Stunde, und keine (!) der drei Croupiers konnte auch nur ansatzweise rechnen. Jeder Gewinn über 100 $ musste (aus gutem Grunde, wie jetzt klar ist) vom Tischechef gecheckt werden - und tatsächlich jedes Mal (!) auch korrigiert! Sonst wären da gerne mal 345 statt 235 oder eben nur 296 statt 396 Dollar ausbezahlt worden. Ich hatte Muskelkater vom Kopfschütteln - aber ich gewann. Naja, das Jahr schien ganz gut zu enden...

Andererseits aber endete das Jahr auch mit einem richtigen Alarm- Erlebnis! 
Und zwar geschah folgendes: Marion sagte eines Morgens, sie sei gestochen worden über Nacht. Okay, zwei "Schnakenstiche", ich blieb verschont. Den nächsten Tag waren es einige Stiche mehr - ich blieb immer noch verschont - und am Tag darauf war dann das "Silvester- Alarm- Chaos" perfekt! Die "Schnakenstiche" waren keine Stiche, es waren Bisse! Bettwanzen- Bisse! Traveller's Albtraum hatte sich erfüllt! Und es war jämmerlich schlimm! Pflatschen groß wie Zwei- Euro- Münzen, und mehr als 25, überall verteilt. Das Jucken war schier unerträglich, das Zusehen müssen ebenso. Tabletten und eine Creme konnten wir gerade noch vor Schließung wegen des Feiertags besorgen. 
Am nächsten Quartier in Houma angekommen begann dann das Glücksspiel. Alle Wäsche waschen und die Tasche mit einem Fön so heiß als möglich bearbeiten. Und dann hoffen...

Die Gegend wurde zunehmend attraktiver. Reihten sich zuvor noch Reisfeld an Reisfeld, so cruisten wir jetzt einerseits vorbei an herrlich voll hängenden (privaten...) Orangenbäumen und durch ausgedehnte Zuckerrohrplantagen, die leider bereits abgeerntet waren, auch an den dazu gehörenden verarbeitenden Fabriken vorüber, und andererseits tauchten unsere geliebten Eichen mit ihrem so toll aussehenden Behang, dem "Spanischen Moos" zunehmend wieder am Straßenrand auf.




Silvester, so beschlossen wir, sollte dieses Jahr mehr oder minder wie ein "normaler" Tag ablaufen, schließlich wussten wir grade mal zwei Tage vorher, wo wir überhaupt sein würden. Und speziell auf diesen Tag irgendwo hin rasen wollten wir nicht. So wurde es Houma in Louisiana. 
Wie gut diese Entscheidung letztlich war, merkten wir eben an diesem Abend, wenn man die Tabletteneinnahme von Marion (mit Schläfrigkeit als Nebenwirkung!) betrachtet.

Aber wir wollen nicht klagen! 
Für uns neigte sich ein außergewöhnliches, grandioses Jahr seinem Ende zu, das voll war bis zum Rand mit unglaublichen Eindrücken, neuen Erfahrungen und tollen Erlebnissen? So schadete der ruhige Ausklang überhaupt nicht, und wir konnten in großer Gelassenheit ein bisschen dankbar sein dafür, dass uns dies alles möglich war. 

Ihr hattet hoffentlich alle eine satte Sause ins Neue Jahr und seid gut hinein gekommen. In weniger als drei Monaten sind wir bereits zuhause... 
Auf bald, herzliche Grüße, derzeit aus dem schönen Louisiana,

M & T

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