Die machten wir erneut nicht ausfindig, aber ein besonderes Erlebnis hatten wir trotzdem. Denn wir hörten nicht nur, wie der hier heimische Specht lautstark und mit unglaublicher Schlagfrequenz hämmerte, wir konnten den rot bemützten Vogel auch sehen. Von weitem zwar, aber trotzdem gut sehen.
Panama City Beach empfing uns wie erwartet, als lupenreine Touristenmeile. Meile deshalb, weil am Strand entlang die teuren Häuser in erster Reihe stehen, dann eine Straße verläuft und dahinter die restlichen Hotels und Einkaufsläden, Restaurants sowie Vergnügungsstätten aufgebaut sind. Hinter denen kommt dann nix mehr, aber es zieht sich unendlich in die Länge. Über den Strand braucht man gar nicht erst zu diskutieren, denn hier, am Golf von Mexiko, befindet sich anerkannt der schönste und vor allem der "weißeste" und feinste Sand aller Küsten der USA. Allerdings, außen ziemlich kühl und das Wasser höchstens drei Zentimeter warm...
An einem "Schlechtwettertag" - Wolken freier Himmel, volle Sonne, aber windig und nur 12° C nach 20 Grad am Vortag - entschlossen wir uns, ins Kino zu gehen ("The Revenant"). Als wir ankamen, war der Glaskasten im Außenbereich leer, also drinnen anstehen. Dachten wir, und gingen durch eine ganz normale Tür. Aber da kam keine Kasse. Bis wir richtig begriffen hatten, dass die Kasse vorne schlicht für einen Moment weshalb auch immer unbesetzt war, saßen wir bereits im Vorführraum. Selbstverständlich diskutierten wir darüber, nochmal rauszugehen und nachzulösen, aber da begann der Film auch bereits...
Und weil es irgendwann passieren musste, und weil wir es immer wieder so hartnäckig versuchten, deshalb passierte es! Und zwar bei herrlichem Sonnenschein und nur 14° C im "St. Andrew State Park" bei Panama City Beach. Wie üblich durchpflügten wir das Gelände zu Fuß, und während wir Krokodile suchten, begegneten wir zuerst einem Reh. Alles hatten wir erwartet, aber dieses nicht. Bald danach entdeckten wir eine kleine Insel, auf der mehrere Kraniche nisteten. Später sollten noch Schildkröten folgen und wir durften ein Kranichpaar beim Nestbau und vor allem dabei beobachten, wie einer von beiden immer wieder wegflog und fast neben uns "Baumaterial" besorgte. Wie es sich bewährte, dass wir gelernt haben, unbeweglich und geduldig zu warten.
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| Dieses Foto nenne ich "Die Schiffbrüchigen" |
Dann schwamm ein Alligator auf uns zu. Lautlos und in großer Gelassenheit. Er blieb relativ lange im Sichtbereich, zum Teil dicht am Ufer, und die Kamera glühte bald. So nahe wie irgend möglich versuchten wir heran zu kommen, und irgendwann ruhte sich das geschätzt eineinhalb Meter lange Tier aus und außer dem Kopf unter den Uferbüschen war nichts mehr zu sehen.
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| Endlich: Nicht zu hören, aber in unsere Richtung unterwegs... |
Unser Glück in Sachen Tierbegegnungen und -beobachtungen hielt erst einmal an. Manche waren klein an Wuchs, aber trotzdem interessant, zum Beispiel der kleine Lurch, der aufgeschreckt und in verständlicher Todesangst vor einem Buschfeuer geflüchtet war und dem Auslöser in einer kurzen Verschnaufpause "zum Opfer" fiel. Überhaupt war das Buschfeuer, welches allerdings unter Kontrolle war, als wir dort waren, eine höchst imposante Erfahrung, denn die Flammen fraßen sich tatsächlich in Windeseile an allem empor, was im Wege stand.
Aber natürlich suchten wir weiterhin nach Alligatoren und Schlangen. Leider blieb es insgesamt zu kalt für die gewundenen Grazien, aber Alligatoren fanden wir hier und dort, wenn auch nur "teilweise" - soll heißen, so versteckt, dass ein Foto gar nicht oder eine "Ganzkörperaufnahme" aufgrund des im Gestrüpp versteckten Kopfes unmöglich war.
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| Er ist da - und irgendwie doch nicht ganz... |
Vor allem aber faszinierte uns der Vogelreichtum in der Ecke um Panama City und Panama City Beach. Und wie nahe wir stellenweise heranschleichen konnten (gegen die Windrichtung natürlich...), um zu fotografieren. Dabei sympathisierten wir am meisten mit dem absolut edel und ästhetisch auftretenden "Great Blue Heron", einem Kranich.
Diese Geschichte wollen wir noch erzählen:
Eines Wandertages begegneten wir einem einsamen Wanderer, kamen mit ihm ins Gespäch und legten, da unsere Pläne identisch waren, ein Stück gemeinsam zurück. Brian, ein Mittfünfziger aus Chicago, startete seine Reise Ende letzten Jahres. Frühzeitig konnte er aufhören zu arbeiten, aber - so setzte er seine Lebensgeschichte fort - die aktuelle Trennung von seiner Frau macht ihm zu schaffen und er versucht auch ein wenig, Abstand zu gewinnen und sich selbst zu finden. Immerhin, er hat viele Jahre hart geabeitet und gut verdient, sie streiten sich nicht um Geld, und beide kommen mit den vier Töchtern gut klar. Sicher hat geholfen, dass sie vor 20 Jahren 1,8 Mio US $ in der Lotterie gewonnen und gut angelegt haben, meinte er.
Wir verabschiedeten uns am Parkplatz, wo Brian in seinen wie neu dastehenden 19 Jahre alten Cadillac stieg, den er vor kurzem einer älteren Dame abkaufte, die ihn im Winterhalbjahr immer in der Garage hatte. Sie wollte nur 1400 $, er habe ihr aber mehr dafür gegeben...
Es gefiel uns aufgrund aller Gegebenheiten so gut in dem Bereich, dass wir noch einmal verlängerten und insgesamt eine komplette Woche hier verbrachten. Auch wenn die Zeiten des günstigen Urlaubs seit Grenzübertritt nach Florida schlagartig in die Vergangenheit gehörten; das Benzin stieg da - nur als ein Beispiel - von ca. 1,55 $ auf 1,95 $. Und es ist noch Nebensaison...
Wir wollen unsere grobe Richtung beibehalten und ostwärts reisen, bis zur Atlantikküste. Von dort aus sicher südlich, aber wie und wo genau wissen wir noch nicht. Wir hoffen auch weiterhin, dass wir verschont bleiben von Tornados und ähnlichem Ungemach.
Erst dieser Tage sahen wir in den news, dass nur wenige hundert Kilometer südlich von unserem Standort ein Tornado böse gewütet und zwei Menschen getötet hat.
Euch allen wünschen wir, dass Euch keine Wetterkapriolen zu schaffen machen und dass die Kälte erträglich bleibt und schnell vorüber ist. Auf bald grüßen wir Euch aus dem Norden des sunshine state",
M & T

































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