Dienstag, 12. Januar 2016

13. Jan. 2016 - Sensationeller Sumpf in Louisiana, herrliche Landschaft in Mississippi, die Krokodile sind definitiv ausgestorben und "Usain" ist deutlich schneller als gedacht

Nachdem wir ja aufgrund der Kälte bereits eine Tour durch  die Sümpfe abgesagt hatten, wollten wir dies dringend nachholen. Und dies klappte auch, östlich von New Orleans, am "Pearl River". Keine Wolke, pure Sonne, aber eben auch nicht warm genug war es an diesem Tag.
Vorweg, wir sahen wieder weder Schlangen noch Alligator, und trotzdem sagen wir, es hat sich gelohnt. Aus unserer Sicht sprechen die Fotos eindeutig dafür, denn Waschbären sahen wir seither nur tot am Fahrbahnrand, und Wildschweine schwimmen dir schließlich auch nicht jeden Tag ums Boot herum.  











Louisiana kehrten wir dann den Rücken, und im nun bereits 26. US- Bundesstaat auf dieser Reise, in Mississippi, suchten wir schnell eine neue Chance. 
Leider schlug das Wetter um, es wurde zwar ein bisschen milder, aber es regnete auch. So ereignete sich an unserem ersten Tag in der Stadt Ocean Springs an sich nicht viel, sieht man vom Besuch eines der zahlreichen Casinos in der Nachbarstadt Biloxi ab. Zwei Stunden "American Roulette" ohne Unterbrechung und ohne Verlust - leider auch ohne Gewinn... 

Dann besuchten wir den "Gulf Island National Seashore", einen Nationalpark am Meer, immerhin befanden wir uns ja am Golf von Mexiko. Alles Sumpf dort. Wir durchwanderten jeden der möglichen trails, wir stöberten in engsten Trampelpfaden (oder was wir als solche betrachteten) im Wald bis echt nichts mehr voran ging, wir warteten und beobachteten an jedem Aussichtspunkt. 
Und wir behaupten aufgrund dieser Erfahrungen: Die Krokodile sind eindeutig ausgestorben!











Alabama hat nicht sehr viel vom Golf von Mexiko, und weil wir ja ostwärts fuhren reichte es gerade mal zu einer Übernachtung dort. Gut geplant, denn wir hätten so einen Nebeltag erwischt, dass die Kirchturmspitzen in der Stadt Mobile in den Schwaden gesteckt wären. 
Und wir tankten zum absoluten und wohl nicht mehr zu schlagenden neuen Minusrekord. Umgerechnet 37,22 Eurocent/ Liter! Hammer!

Letzte Bundesstaat- Station, das war lange klar, würde Florida sein, die Nummer 28 in der langen Liste. Das erste, was passierte war, dass wir belogen wurden: Bei strömendem Regen passierten wir das Grenz- Schild: "Welcome to Florida - Sunshine State"!

Unsere erste Station war Pensicola am Golf von Mexiko.  Die "Historische Altstadt" zeigte sich durchaus interessant, ebenso der Yachthafen oder eine Stelle, an der wir fast ohne uns zu bewegen gleich fünf Kirchen fotografieren konnten.












Aber Handschuhe in Florida! Hallo, damit war nun wirklich nicht zu rechnen. Bloß, was sollten wir tun? Neun Grad Celsius, wolkig, später am Tag wenigstens 13 Grad und ein bisschen Sonne. 
Zuletzt verlor auch ich jede Scham und wärmte mich in einem Cafe auf - verratet mich nicht - mit einer heißen Schokolade! Marion ja sowieso.





Wenigstens war es danach kalt aber schön. An der Wasserlinie vom Golf entlang ostwärts, dann erreichten wir den "Gulfside Island National Seashore" - Sektion Florida. Wir wanderten stundenlang, immer die Augen offen und suchend. Für Reptilien war es natürlich noch immer zu kalt (10° C), aber wir konnten einige schöne Vögel beobachten und hatten Spaß beim Fischejagen der Reiher. Und die Landschaft, die mal aus extrem feinem, weißen Sandstrand, mal aus sanfter Dünenlandschaft, mal aus Wald- und Buschland samt Eichen und Pinien, dann mal wieder aus einer Sumpflandschaft besteht, konnte uns ja nur faszinieren und begeistern.












Was für ein riesiger Vogel an seinem Nest,...



... denkt man, aber bei genauerem Hinsehen... 

Als wir uns aufmachten zur letzten Etappe des Tages, da passierte es! 
Ich entdeckte im Vorbeifahren ein Gürteltier am Waldrand. Man bekommt die wirklich extrem selten zu Gesicht, wir wussten das. Vollbremsung, Handbremse, Fotokamera greifen und aus dem Auto heraus war eins! Der Gürtler drehte sich sofort und drückte sich ins Unterholz, aber ich hechtete bereits heran. Bloß, das Tier war großflächig verdeckt und ich konnte es nicht fotografieren. Marion kam. Nun begann der Usain Bolt unter den Gürteltieren, sich tiefer in den Wald hinein abzusetzen. Ich verfolgte ihn im dichten Busch - aber der Gürtler gewann. Ich schiebe es darauf, dass er eben ein Heimspiel hatte...

Ehrlich - Es IST ein GÜRTELTIER!


Und weiter? Wir leiden ein wenig unter den Temperaturen. Allerdings haben wir keine Varianten mehr, um großartig auszuweichen. Wir wollen im Nordteil Florida's noch einiges sehen und eher langsam südwärts, wo es natürlich angenehm warm wäre. Deshalb warten wir sehnsüchtig auf eine Wetteränderung.
Aber wir wissen, wir klagen auf hohem Niveau. Es könnte auch schlimmer sein. Also gratulieren wir uns lieber, denn dieses ist der 100- ste Reisefieber- blog- Beitrag, den wir geschrieben haben. 
Und allen zuhause wünschen wir, dass der Winter nicht zu hart und nur dort zuschlägt, wo es auch gewollt ist. 
Ganz viele liebe Grüße vom Golf von Mexiko in Florida schicken Euch auf bald, 

M & T 




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