Donnerstag, 7. Januar 2016

8. Jan. 2016 - "French Quarter", Jazz im ganzen Viertel, im Dampfer auf dem "Ol' Man River", "Kirchenwürste" Fehlanzeige im "Garden-District" und ein besonderes Abendessen in New Orleans

Als wir am ersten Morgen in unserem wirklich bemerkenswerten Quartier in New Orleans erwachten, schien die Sonne - und satte 13° C kamen im Tagesverlauf auch zustande... Es blieb in etwa gleich.

So genossen wir unsere Tage hier, und versuchten, nichts auszulassen. 
New Orleans zeigte viele Facetten. Beginnen wir mit der berühmtesten Gegend, einem Stadtteil genannt "French Quarter"; es gehörte wie New Orleans und Louisiana den Franzosen, dann den Spaniern, dann wieder den Franzosen und schließlich den Amerikanern, die es von Napoleon kauften und gegen die Briten verteidigten. 


Im "French Quarter"










Wollen wir bei all den schmucken Fotos aber nicht verschweigen, dass gerade die berühmte "Bourbon Street" im Herzen des "French Quarter" doch ziemlich touristisch und streng in Richtung Nepp einzustufen ist, und auch, dass die Kneipen in der "Frenchmen Street" zwar weniger bekannt, aber mit mehr Live- Musik bestückt sind, bloß laufen, gerade bei Dunkelheit, auch ungezählte "dunkle Gestalten" bettelnd um dich her, und die Toiletten der In- Kneipen scheinen auch nicht unbedingt für jedes zart besaitete Gemüt empfehlenswert.

Klar ist, dass eine Fahrt auf dem Mississippi- Dampfer zwingend ins Programm gehörte. Sah schön aus, der Kutter, und man konnte einiges über New Orleans lernen. Aber wie schonmal erwähnt, für Nostalgiker isses nix! Vorüber an wartenden Riesen- Transportkähnen, Kriegsschiffen und Fabriken - wenn auch eine der größten Zuckerraffinerien der USA darunter war - führte die Fahrt, und nachher zurück. Ein Stopp am " Chalmette Battlefield", wo der spätere Präsident Jackson (für die Jüngeren: NICHT Michael Jackson) Anfang des 19. Jhds. in deutlicher Unterzahl die Briten besiegte (besser, sich nicht besiegen ließ), gehörte ebenfalls dazu. Die Sicht auf die City vom "Ol' Man River" aus war jedoch für sich schon etwas besonderes.






Am Battlefield bei New Orleans




An dieser Stelle wollen wir einen Teil eines Abends in New Orleans schildern. Während der Schifffahrt (Marion kannte das ja bereits, daher machte ich es alleine), checkte das Wuschel die Varianten für ein Abendessen in der City. Einiges scheiterte an verschiedenen unserer aufgestellten Hürden, unter anderem blieb auch das leider recht teure Buffet im hiesigen "Harrah's"- Casino übrig. Okay, schauen wir es uns nochmal an, dachten wir und gingen rein, nachdem ich zurück war. Mein Eindruck war auch nicht schlecht, bloß wollten wir eigentlich nicht in dieser Preisklasse speisen. 
Dann schlenderten wir durchs Casino - natürlich wieder nur "American Roulette" überall, ich konnte mich schon nicht einmal mehr darüber ärgern. Trotzdem setzte ich mich zum Spiel. Für ungefähr 30 Sekunden. Denn dann hatten wir genau den Betrag gewonnen, den das Dinner und danach noch der Aufenthalt in einer Jazzkneipe ausmachen würde... Nach einem einzigen Spiel! 
Das Buffet schmeckte, und wir haben schon lange nicht mehr so oft gegrinst beim Abendessen...

Das "Harrah's"- Casino von außen, und innen


New Orleans bot uns aber eine ganze Menge mehr! Die "Kö" der Stadt heißt "Canal Street" und teilt gewissermaßen das "French Quarter" vom Business- District. Dort fanden wir ein paar höhere Gebäude, meist Banken oder Hotels, aber auch die "Baumwoll- Börse".






"Cotton Exchange" New Orleans


"Kirchenwürste Fehlanzeige!" hieß es an einem weiteren Ziel, dem "Garden District". Grundstücke, die meist zwei- bis viermal so groß sind wie die bei uns üblichen, und ein Haus darauf schmucker als das zuvor! Zum Teil noch aus post- Bürgerkriegszeiten, und immer sehr gepflegt. Die Mercedesdichte nahm hier auffällig zu, und je weiter wir die "St. Charles" auswärts fuhren, desto beeindruckender wurden die Behausungen, bis wir schließlich vor einer bewachten und kontrollierten Einfahrt standen, die wir nicht passieren durften - nur Bewohner oder geladene Besucher. Ah ja, "Superreichs" in dieser Sphäre wollen also keinesfalls zeigen, wie ihr Reihenhäuschen verputzt ist...

Häuserschönheiten im "Garden District"





Und zwischendrin die "Loyola"- University



In New Orleans gibt es zahlreiche Stadtfriedhöfe. Alle sind sehr groß, manche dürfen und müssen fast im Auto durchfahren werden. Alle sind auch richtiggehend pompös, was Grabstätten, besser Grabdenkmäler angeht... 






Auch wir konnten die Stadt nicht anschauen, ohne einem ihrer berühmtesten Söhne einen Besuch abzustatten. So schlenderten wir selbstverständlich auch durch den "Louis Armstrong"- Park, in dem mit vielem mehr auch der Meister selbst in Übergröße dargestellt ist, samt seiner Trompete.

Im "Louis Armstrong"- Park






Unsere "Flucht" wird weiter gehen. Sonnenschein werden wir zukünftig vermehrt finden, aber es wird wohl erst in etwa zwei Wochen wärmer - wir wissen schon nicht mehr, wo unsere shorts eigentlich "vergraben" sind... 
Immer weiter östlich werden wir also fahren, über Mississippi und Alabama bis Florida. Demnächst melden wir uns wieder und wir hoffen sehr, dass wir dann endlich den ersten Alligatoren begegnet sind. 
Aus dem tiefen Süden der USA grüßen wir herzlich, 

M & T 

Lacht nicht, Ihr, die es besser könnt - manchmal ist es einfach schwierig, jemanden zu finden, der auch das tut, worum man ihn bittet...

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